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Ausgaben-Archiv

Ausgabe 68:

Titelbild: Michaela Meißner

Diese Nacht erfüllten Gestalten der Angst/ Die leeren Flure dicht/ Und auf und ab die Eisenstadt/ Schlichen Füße, – wir hörten sie nicht/ Durchs Stangenviereck, das die Sterne versteckt/ Spähte ein weißes Gesicht – in rund 109 Strophen beschreibt Oscar Wilde den Alltag in staatlichen Besserungsanstalten in der Ballade vom Zuchthaus zu Reading. Der Schriftsteller wurde im Jahre 1895 wegen seiner Homosexualität zu Zwangsarbeit verurteilt.
Der Ire war nicht der einzige Autor, der Gefängnismauern von innen sah. Hans Fallada saß wegen eines fehlgegangenen „Doppelsuizids“ für Totschlag ein. Auch Fjodor Dostojewski wurde auf Grund von regierungskritischen Aktivitäten in ein Arbeitslager in Sibirien deportiert. Beide verarbeiteten diese Erfahrungen literarisch. Mehr dazu lest ihr in unserem klassiquer ab Seite 33.
Auf engstem Raum eingesperrte, weitgehend entrechtete Menschen und sich daraus ergebende Macht- und Gesellschaftsstrukturen sind auch für andere Medien ein dankbarer Ausgangspunkt. So beschäftigen sich unter anderem zahlreiche Filme mit dem Leben hinter Gittern. Eine Auswahl findet ihr ab Seite 25.
So grausam die Schilderungen in Buch und Film auch sein mögen, sie lassen doch immer den Notausgang der Fiktion. Anders verhält es sich bei realen Haftbedingungen in Gefängnissen. Eine ausführliche Einführung in die Probleme französischer Haftanstalten bietet ein Gastartikel ab Seite 22.
Doch eine Justizvollzugsanstalt soll Häftlingen auch die Möglichkeit geben, wieder ein Teil der Gesellschaft zu werden. Diese Resozialisierung wird unter anderem von Sozialarbeitern oder Geistlichen begleitet. Sie gewähren uns einen Einblick in ihren ungewöhnlichen Berufsalltag (ab Seite 6 bzw. Seite 13).
Vom Freiheitsentzug selbst ist nur ein Bruchteil der Bevölkerung betroffen – überdurchschnittlich häufig jedoch ausländische Mitmenschen. Über mögliche Ursachen dieser Überrepräsentation lest ihr in unserem Interview mit einem Strafvollzugsexperten ab Seite 18.
„Illegaler Aufenthalt“ ist einer jener Straftaten, die nur Ausländer begehen können. Der Status als „Illegaler“ hat jedoch nicht nur auf rechtlicher Ebene Einfluss. Von der künstlerischen Verarbeitung eines Schicksals in der Schattenwelt lest ihr ab Seite 27. Nicht jede Migration endet jedoch im Elend. Wie sehr ein funktionierendes Netzwerk eine Integration beschleunigen kann, erfahrt ihr anhand der Geschichte des syrischen Mediziners Nazir Boski ab Seite 8.
Auch wenn einige der Artikel doch schwer im Magen liegen mögen, wünschen wir euch nun einen guten Start in das neue Semester und eine informative Lektüre.

 

Ausgabe 67:

Titelbild: Michaela Meißner

Mein lieber Lord Boyet, obwohl meine Schönheit nur durchschnittlich ist / benötigt sie nicht die Ausschmückung eures Lobgesangs, / denn Schönheit liegt im Auge des Betrachters / und muss nicht durch die Zunge des Hausierers angepriesen werden.“ – sprach die Prinzessin von Frankreich in William Shakespeares Komödie Verlorene Liebesmüh. Heute, 450 Jahre nach seiner Geburt (mehr zu ihm auf Seite 33), liegt Schönheit zwar immer noch im Auge des Betrachters, kann jedoch wesentlich einfacher, dank Skalpell, „ausgeschmückt“ werden. Die Plastische Chirurgie, die im späten 19. Jahrhundert für zunehmend selbst- und körperbewusste bürgerliche Schichten als Instrument der Schönheitsoptimierung weiter entwickelt wurde, hat eine Jahrtausende alte Geschichte. Darüber und über ihre primäre Funktion – der Beseitigung schwerer Verstümmelungen – lest ihr in unserem Titelartikel auf Seite 12.
Eine ebenso wechselvolle Geschichte im Bereich der Körpermodifikation zeigt sich bei Tattoos: Im westlichen Kulturkreis galten sie bis vor Jahrzehnten als Attribut von Kriminellen, Prostituierten und anderen gesellschaftlichen Randgruppen und besonders als stigmatisierendes Zeichen einer Gefängniskultur. Doch was passiert heute, da Tattoos ‚Mainstream‘ geworden sind, mit ehemaligen Häftlingen, für die die „Geschichten auf der Haut“ eine Auflehnung gegen die Institution Gefängnis darstellten? Auf Seite 26 gehen wir dieser Frage nach.
Ganz ohne permanente Eingriffe in die Physis kommt die Freikörperkultur aus, die als ‚typischer‘ Bestandteil des DDR-Alltags gilt. In den 1950er Jahren existierte jedoch eine Bewegung, die nackte Haut mit karnevalesken Kostümfesten, exotischem Eskapismus und einer Proto-Hippie-Attitüde verband: die sogenannten Kamerunfeste. Diese waren dem Regime ein Dorn im Auge – Innenminister Karl Maron sprach im damaligen Duktus von einer „Schmähung der Sitten und Gebräuche der Negervölker“. Ein Bild von diesen Veranstaltungen könnt ihr euch mit unserem Fotoessay auf Seite 10 machen.
Das Ende des Kommunismus führte in Ostdeutschland zu keinem Revival der Kamerunfeste, in Albanien jedoch zu einem Wiederaufleben traditioneller Blutfehden – und damit auch einer Praxis, die wahrgenommene Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufhebt: Über die „Eingeschworenen Jungfrauen“, die als Frauen geboren werden, nach einem Schwur aber als Männer leben, lest ihr ab Seite 16.
Bei der Lektüre unserer körperbetonten 67. Ausgabe wünschen wir euch viel Vergnügen. Ein Special zu den Internationalen Tagen, die bis zum 24. Mai in Jena stattfinden, findet ihr ab Seite 18.

Ausgabe 66:

Titelbild: Marvin David

Titelbild: Marvin David

 Bei der Trauerfeier für den verstorbenen Nelson Mandela im letzten Dezember sorgte Thamsanqa Jantjie für Verwunderung und Unmut: Der offizielle Gebärdendolmetscher der Veranstaltung gestikulierte stundenlang völlig unverständlich. Breit diskutiert wurde seine kriminelle Vergangenheit – in dem Trubel gingen dabei die empörten Äußerungen internationaler Gehörlosenverbände unter.
Denn die Gebärdensprache ist keineswegs „nur“ ein Hilfsmittel, sondern eine eigene Sprache, die seit 2006 von der UNO als solche auch anerkannt wird – zumindest auf dem Papier. Dennoch sehen Vertreter der sogenannten Deafhood -Bewegung ihre Sprache nicht nur von einer Dominanz der hörenden Kultur bedroht, sondern auch vom Cochlea-Implantat, das Gehörlose wieder (teilweise) hören lässt und die Gebärdensprache „obsolet“ werden ließe: Eine Debatte, die auch heikle medizinethische Fragen aufwirft, und die wir in unserem Leitartikel auf Seite 15 zum Thema machen. Die Gebärdensprachdolmetscherin Jana Hayn spricht im Interview mit uns über ihre praktischen Erfahrungen mit der Gebärdensprache im höheren Bildungswesen (Seite 17).
Auch der griechische Schriftsteller Petros Markaris ist ein Dolmetscher zwischen zwei Sprachen: Er verfasst nicht nur erfolgreiche Kriminalromane, sondern hat auch Goethe und Brecht ins Griechische übertragen. Im Interview auf Seite 30 spricht der gebürtige Istanbuler und Preisträger der Goethe-Medaille 2013 über seine besondere Beziehung zum Faust – einen Ausschnitt aus seiner Übersetzung findet ihr in unserer Rubrik zum fremden Gedicht (Seite 28).
In Lettland, dem nunmehr 18. Europäischen Staat, in dem der „Eiro“ eingeführt wurde (Seite 6), tobt hingegen seit der Unabhängigkeit 1991 eine heftige Geschichtskontroverse um die Rolle lettischer Soldaten während des Zweiten Weltkriegs. Ab Seite 18 werden ihre Grundzüge dargestellt: Geführt wird die Debatte von Gruppen, die einander nicht zuhören wollen.
Genau dieses Zuhören ist die zentrale Aufgabe, die eine Telefonseelsorge zu erfüllen hat. Die in Berlin ansässige MuTeS (Muslimische TelefonSeelsorge) hat seit 2009 ein offenes Ohr für die Menschen, die sich mit ihren Alltagsproblemen an sie wenden. Sie ist zwar weniger bekannt als dieselben Organisationen christlicher Prägung, erreicht aber mittlerweile Hilfebedürftige auch über die Glaubensgrenzen hinweg (Seite 5).
Die 66. Ausgabe der unique lädt natürlich auch im neuen Jahr nicht unbedingt zum Hören, sondern primär zum Lesen ein. Unseren Lesern, die bei unserer Umfrage mit ihren Anmerkungen, ihrer Kritik und ihren Vorschlägen einen neuen Input für 2014 gegeben haben, gilt ein besonderer Dank. Den Gewinner der Verlosung findet ihr in übrique auf Seite 34.

 

Ausgabe 65:

Titelbild: Michaela Meißner

Titelbild: Michaela Meißner

„Wer Einwände gegen diese Verbindung vorzubringen hat, der möge jetzt sprechen – oder für immer schweigen.“ Diesen oder ähnliche Sätze kennt wohl jeder, heiratswillig oder nicht, mindestens von filmischen Trauungen. Üblicherweise verpuffen sie im rhetorischen Nirvana – nicht jedoch, wenn das künftige Ehepaar gleichgeschlechtlich ist. Dann werden oftmals lautstarke Einwände vorgebracht: Nicht nur Individuen, sondern teils große und gut organisierte gesellschaftliche Gruppierungen, ob nun religiös oder (partei-)politisch, stemmen sich bis heute gegen die völlige rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare. Wer sind diese Gegner, die nicht „für immer schweigen“ mögen? Wie argumentieren sie? Und wohin bewegen sich insgesamt westliche Gesellschaften bezüglich der Stellung der gleichgeschlechtlichen Ehe? Diesen Fragen haben wir uns ausgiebig ab Seite 15 anhand von drei prominenten Fallbeispielen gewidmet.
Auch wenn hierzulande die völlige Gleichstellung (noch) nicht erreicht ist, sehen sich homosexuelle Paare in anderen Regionen der Welt mit noch größeren Problemen konfrontiert: In zahlreichen Ländern Asiens und Afrikas drohen ihnen schwere Strafen für ihre sexuelle Orientierung: Geldbußen, Verhaftung, teilweise sogar der Tod. Wie verschiedene afrikanische Gesellschaften – im Vergleich zu Europa, aber auch untereinander – mit homosexuellen Lebensentwürfen umgehen, lest ihr ab Seite 6.
Repressalien gegen Homosexuelle sind keine Grundkonstante der Menschheitsgeschichte, sondern kamen vielerorts (gerade auch in Afrika) durch die Verbreitung monotheistischer, christlicher und islamischer Religionen zustande, weiß der Historiker Robert Aldrich zu berichten. In unserem Titelinterview ab Seite 18 spricht der Australier auch über die Rolle der Aufklärung bei der Durchsetzung homophober Restriktionen, über den langjährigen Kampf Homosexueller für ihre Emanzipation und über die subversive Kraft der Liebe.
Unterschwellig subversiv war auch schon immer die mittlerweile als Kultklassiker geltende Zeichentrickserie Die Simpsons, mit ihren vielfältigen politisch-sozialen Subtexten. Zu diesen gehörte auch schon die Frage nach der Repräsentation von und dem Umgang mit Homosexualität. Ein kürzlich erschienenes Sachbuch beleuchtet mit großer Liebe zum Detail diesen Themenkomplex. Unsere Rezension von Hinter den schwulen Lachern findet ihr auf Seite 25.
Doch bevor ihr zu diesem empfehlenswerten, gleichwohl nüchtern geschriebenen Sachbuch greift oder den Fernseher für die nächste Episode mit den gelben Springfield-Bewohnern anschaltet, wünschen wir euch viel Spaß, aber auch viele erhellende Einblicke und Anregungen zu weiteren Gedanken bei der Lektüre unserer 65. Ausgabe.

Ausgabe 64:

Titelfoto: Marvin David

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Journalismus wird gerne als Vierte Macht im Staat bezeichnet. Über Zeitung, Radio und Fernsehen stellen Journalisten ihre Informationen und Erfahrungen einem breiten Publikum zur Verfügung. Um stets auf dem neusten Stand und ganz nah am Geschehen zu sein, müssen die Berichterstatter häufig von Ort zu Ort ziehen. Wie sich das Leben zwischen den verschiedenen Stationen der Berichterstattung anfühlt und vor allem was die Rastlosigkeit für das Heimatgefühl bedeutet, berichtet der Schweiz-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, Wolfgang Koydl, im Interview auf Seite 10.
Zwar ist die Unabhängigkeit der Medien eine der wichtigsten Errungenschaften eines demokratischen Staates, aber auch hier wird gespart. Diese Maßnahmen treffen vor allem Reporter, die sich an Krisenorte wagen. Da die Zahl solcher Journalisten abnimmt, müssen auch die deutschen Medien ihre Informationen immer häufiger aus YouTube-Videos oder von Blogs beziehen. Stephan Kloss unterzieht diese Entwicklung im Interview auf Seite 12 einer kritischen Betrachtung.
Wie das im Gespräch mit Profis immer so ist, tauchen eine ganze Menge Wörter auf, die nicht sofort verständlich sind. Eine Orientierungshilfe im Dschungel des Medienmenschen-Fachjargons bietet Euch unser Journalismus-ABC auf Seite 18.
Journalisten scheinen die Vorreiter der Meinungsfreiheit zu sein – diejenigen, die darüber schreiben, was schief läuft und kein Blatt vor den Mund nehmen. Gerade in totalitären Staaten gelten sie daher oft als Gefahr. Aber sie sind bei Weitem nicht die Einzigen, die durch kritische Arbeit in das Visier der Regime geraten. Auch Künstler scheinen immer potentielle Revolutionsführer zu sein; um den Umbruch zu unterdrücken, werden also auch sie unter besondere Beobachtung gestellt. Unsere Budapest-Korrespondentin ermöglicht auf Seite 15 einen Einblick in die Situation junger Kreativer in Ungarn.
Gewehrt haben sich die Menschen in Iran vor vier Jahren. Die Grüne Revolution ließ die Welt für ein paar Wochen gebannt auf die vermeintliche Atommacht schauen. Doch mit dem Abebben der Proteste erlosch auch das Interesse der westlichen Medien. Anlässlich der Wahl eines neuen Präsidenten wollten wir wissen, wie es heute in Iran aussieht: Was ist übrig geblieben von der Aufbruchsstimmung von damals? Und was beschäftigt die jungen Leute in Iran heute? Einblicke in das Land gibt unser Informant auf Seite 8.
Es gibt also jede Menge Journalismus innerhalb und außerhalb der Grenzen Europas zu entdecken. In diesem Sinne wünscht Eure Vierte Macht vor Ort ein sonniges Gemüt und sonnige Tage und hofft, dass dieses vielseitige Heft Euch eine gute Lektüre bis zu und in den Semesterferien bietet.

Ausgabe 63:

Titelfoto: Marvin David

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt weltweit rund 6.500 verschiedene Sprachen. Bei dieser Vielfalt werden für die internationale Verständigung oft Sprachmittler gebraucht: Dolmetscher helfen schon seit ungefähr 100.000 Jahren bei der Kommunikation – fast so lange, wie die Menschheit spricht. Je globaler unser Leben wird, desto grenzüberschreitender wird auch die Politik. Damit dabei keine Missverständnisse entstehen, braucht man Menschen, die in der Lage sind, auch feine Nuancen von der einen in die andere Sprache zu übertragen. Wie die Verständigungshilfe auf der Bühne der großen Politik funktioniert, berichtet Ivan Ivanj, der Dolmetscher des ehemaligen jugoslawischen Staatspräsidenten Tito im Interview auf Seite 8.
Ivanji ist in seinem Beruf nie in Konflikt mit seinem Gewissen geraten und stand stets hinter der Meinung, die er zu übersetzen hatte. Die Übereinstimmung von eigenen Überzeugungen und dem Gesagten ist jedoch für Dolmetscher keineswegs selbstverständlich: Wie es sich anfühlt, im bilateralen Kontakt eine Meinung aussprechen zu müssen, die der eigenen nicht entspricht, berichtet unsere Redakteurin auf Seite 10. Die Übersetzertätigkeit ist normalerweise ein Beruf, der durch eine Ausbildung erlernt wird. Doch in Deutschland gibt es viele kleine Dolmetscher, die diese Aufgabe ohne professionelle Vorbereitung erfüllen müssen. Welche Probleme das mit sich bringt, schildert unser Artikel über die „Familienaußenminister“ auf Seite 35.
Neben vielen natürlichen Sprachen existiert auch eine Reihe von Kunstsprachen. Wie sich diese unterscheiden und welche Geschichten dahinterstecken, erklärt Anglistik-Professor Thomas Honegger in seiner Kolumne auf Seite 34. Eine der bekanntesten Kunstsprachen entwickelte J.R.R. Tolkien in seiner epischen Trilogie Der Herr der Ringe: das Elbische. Die Sprache von Legolas und Galadriel hat bis heute viele treue Fans. Einer von ihnen hat ein elbisches Gedicht geschrieben, das wir euch auf Seite 33 vorstellen.
Von der schönen Welt der Kunstsprachen zurück auf den harten Boden der Realität führen euch zwei unserer Artikel zu aktuellen Geschehnissen. Ein Besuch in Nordkorea bescherte dem Studenten Roman bleibende Eindrücke und lehrte ihn nicht nur den Wert der Freiheit zu schätzen. Fotografische Zeugnisse seiner Reise in die Diktatur findet ihr auf Seite 14.
Nicht minder verstörend als die Drohungen aus Pjöngjang waren und sind die Berichte über Vergewaltigungen in Indien. Zwei unserer Redakteure berichten auf Seite 23 vom Subkontinent über die medial viel beachteten Proteste, die ihren Ursprung auf dem Campus der Universität in Delhi hatten.
Aus dem fernen, aufgewühlten Asien geht es nun zurück ins lauschige Thüringen. Hier wünschen wir euch viel Spaß mit unserer Ausgabe Nummer 63.

Ausgabe 62:

Titelfoto: Carolin Krahl

Man kennt diesen Satz aus unzähligen Pop-Songs und auch in der Werbekampagne eines Innenausstatters wäre er nicht fehl am Platz: „Home is where your heart is.” Vom Aushängeschild für Kitsch und Konsum bis zum Inbegriff der persönlichen Identität: „Heimat“ ist vielfältig einsetzbar.
Das zeigt auch die Geschichte seiner politischen Inanspruchnahme. Zwischen der „Blut-und-Boden“-Ideologie im Dritten Reich und dem „Thüringer Heimatschutz“ scheint sich eine gewisse Kontinuität der Begriffsverwendung abzuzeichnen. Dem gegenüber stehen seit den 1960er-Jahren die ökologische Heimatpflege der grünen Bewegung und neue Postulate wie das Fatih Akins, der seine Hommage an Hamburg-Wilhelmsburg, Soul Kitchen, als „neuen Heimatfilm“ anpries. Der Entwicklung des Konzepts „Heimat“ und einer möglichen „neuen Heimat“ nähern wir uns ab Seite 19 an. Schließlich werden wohl wenige Begriffe so häufig und in unterschiedlichen Kontexten bemüht: Manche halten ihn für einen „ur-deutschen Mythos“ – Kulturwissenschaftler und Anthropologen dagegen sehen in ihm eine universal menschliche Kategorie. Früher dachte man womöglich an ein ländliches Idyll, wenn von „Heimat“ die Rede war. Heute fällt der Begriff auch im Kontext des Städteviertel-Umbaus. Dabei sind Kulturräume selten streng abgegrenzte Inseln. Über fließende Identitäten und den Versuch, die eigene Heimat zwischen Polen, Deutschland und Schlesien zu definieren, lest ihr ab Seite 12.
Gerade auf Reisen werden die eigenen Wurzeln oft zum Fluchtpunkt – man hat Heimweh. Was einen ursprünglich aber vom angestammten Ort forttrieb, war das Fernweh. Mit dem Widerspruch dieser beiden Gefühle setzen wir uns auf Seite 9 auseinander. Dass man zum Ort seiner Herkunft durchaus ein gespaltenes Verhältnis haben kann – vor allem, wenn man in einiger Distanz zu ihm lebt – zeigt eine Gegenüberstellung auf Seite 8.
Der Blick aus der Ferne bestimmt auch unsere Rezension eines Mangas, der Deutschland überraschend aufschlussreich porträtiert, ohne dass der japanische Autor hierfür einen biographischen Bezug zum Land geltend machen müsste (S. 36). Schritt für Schritt entfernen wir uns damit von einem exklusiven „Heimat“-Begriff, der die jeweils „Anderen“ ausschließt und eine innere Einheit behauptet, wo keine ist.
So beginnen wir das Jahr 2013 mit einem Thema, das uns herausfordert zum Umdenken, zum Neudenken des Gewohnten – was Voraussetzung ist für gegenseitiges Verständnis und Austausch zwischen Kulturen inner- und außerhalb der Hochschule. Für diesen Anspruch erhielten wir im Dezember 2012 eine Auszeichnung vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ der Bundeszentrale für politische Bildung. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Förderern und Unterstützern der unique bedanken, die diesen Erfolg möglich gemacht haben und wünschen viel Spaß bei der Lektüre der 62. Ausgabe.

Ausgabe 61:

Titelfoto: Marvin David

Wie willkommen sind Fremde in Deutschland im Allgemeinen und in dessen „grünem Herzen“ im Speziellen wirklich? Wie kommen sie an, wo und wie wohnen sie, wie richten sie sich ihr Leben in ihrer neuen Heimat ein? Und was tun die einheimische Bevölkerung, die Behörden und die Universitäten, um die Ankunft der temporären Gäste und der permanenten Neubewohner zu erleichtern? Jena hat sich 2008 mit einem kommunalen Plan weitreichende Ziele gesetzt, um die Integration der Zugewanderten voranzutreiben. Viele der Vorgaben des Integrationskonzepts sollten bis Ende 2012 umgesetzt werden. Was davon geschafft wurde und wo noch Handlungsbedarf besteht, haben wir auf den Seiten 16 bis 19 recherchiert.
Währenddessen blockiert die deutsche Bundesregierung vehement einen Gesetzesentwurf der Europäischen Union, der die Lebensbedingungen für Flüchtlinge verbessern könnte. In Jena leben diese in einer Gemeinschaftsunterkunft in der Nähe des Schillerhof-Kinos (S. 18). Die unique hat sie besucht und sich einige Eindrücke verschafft (S. 12). Einen der Bewohner sowie mehrere andere Neu-Jenaer haben wir zu ihren Alltagserfahrungen in der Saalestadt befragt (S. 10).
Zu sagen, dass es in Jena nicht ganz einfach ist, eine Wohnung zu finden, wäre eine maßlose Untertreibung. Das gilt für internationale Studenten aber noch in erhöhtem Maße. Welche Schwierigkeiten sie haben, bis sie einen Wohnplatz gefunden haben und wie sie in Thüringen auch jenseits des „Studentenparadieses“ leben, lest ihr ab Seite 20.
Eine Redakteurin der unique, die gerade ein Auslandssemester in Amsterdam absolviert, hat die Erfahrung der Wohnungssuche als internationale Studentin am eigenen Leibe erleben dürfen. Sie hat rasch eine Wohnung gefunden… oder besser gesagt: eine Bleibe. Von „Naumburger Straße“-Charme, gefährlichen Kühlschränken und interkulturellem Mit- und Nebeneinander in einem niederländischen Studentenwohnheim lest ihr ab Seite 8.
Das Bild, das sich Menschen vom „Fremden“ machen, wird ganz maßgeblich von der Sprache geprägt. Zwei Aspekte der Debatte über Integration und Zuwanderung in Deutschland diskutieren wir in dieser Ausgabe. Ein Wort, das diese seit Beginn der 2000er dominiert, ist der „Migrationshintergrund“, ein Begriff, der in den Medien und in der Alltagssprache wie natürlich genutzt wird. Ab Seite 33 geht es darum, wie hochproblematisch und sogar gefährlich er eigentlich ist. Wozu Stereotype über „Fremde“ führen können, haben nicht nur die Aufdeckung der terroristischen NSU-Morde gezeigt, sondern auch die ihr vorangehende Berichterstattung, die einen Niveau-Tiefpunkt mit dem Begriff der „Dönermorde“ erreichte. Eine studentische Forschungsgruppe der Universität Erfurt hat sich mit dieser Problematik im besonderen – und mit der Berichterstattung über Ausländer in thüringischen Medien im allgemeinen – befasst (S. 34).
Bewegte Bilder über Migrationsschicksale zeigt das Kino schon seit seinen Anfängen. Für alle diejenigen, die sich also auch nach der Lektüre der unique 61 für Aspekte des „Ankommens“ interessieren, hat die Redaktion zehn Filme ausgesucht (S. 23).

Ausgabe 60:

Titelfoto: Jenny Distler

 

 

 

 

 

 

 


Auch im 21. Jahrhundert bleibt Pjotr Tschaikowski der berühmteste russische Komponist weltweit. Seine Kunst lebt für immer weiter, auch wenn sein eigenes Leben voller Turbulenzen gewesen ist – er war nämlich homosexuell. Russlands Gesetzgeber müssten nun eigentlich vor einem Dilemma stehen. Sind diese internationalen Konzerthallen-Erfolge „Propagierung von Homosexualität“? Das ist schwer zu sagen. Die Gesetze mehrerer russischer Gebiete, die diese nun verbieten, bleiben in ihrem Wortlaut wenig konkret, und ermöglichen daher ein Vorgehen der Staatsmacht gegen alle öffentlichen Äußerungen von homo-, bi- und transsexuellen Gruppierungen. Warum dies ein enormer Rückschritt für Russland ist, wenn alternative Lebenspartnerschaften (wieder) „außen vor“ bleiben müssen und ob der Mensch Tschaikowski heutzutage unerwünscht (неугодный) wäre, könnt ihr auf Seite 17 lesen.
Kürzlich wurde in Russland übrigens das „Deutschlandjahr“ eröffnet; es erinnert an ein Jahrtausend kultureller und gesellschaftlicher Beziehungen zwischen den beiden Ländern, jenseits von Krieg und Feindseligkeiten. Eine hierzulande fast unbekannte Facette russischen Kulturguts, nämlich die Verarbeitung einer deutschen Figur zu einem (vergessenen) Romanhelden, bringen wir euch auf Seite 31 näher.
Wenngleich manch ehemaliger Bundesfinanzminister die Kavallerie in die Schweiz schicken möchte, so kommt manch Schweizer mit viel friedlicheren Absichten nach Deutschland. Zum Beispiel Dieter Moor, der nicht nur sonntags titel, thesen, temperamente moderiert, sondern auch in Brandenburg als Bio-Bauer tätig ist. Was er eigentlich von dieser Kategorisierung und von anderen Dingen hält, hat er unique ausführlich dargelegt (Seite 24).
Während Dieter Moor aus freien Stücken seinen Wohnort über eine Grenze hinweg verlegt hat, musste Shirin Ebadi ihre iranische Heimat unter Zwang verlassen. Die Juristin hatte sich jahrelang für die Verbesserung der Menschenrechtslage vor Ort eingesetzt. Dafür wurde sie 2003 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Im Iran selbst war sie Repressalien ausgesetzt und entschied sich, im Exil (تبعید) zu leben. Shirin Ebadi war Anfang Mai in Jena, um den Preis für internationale Verständigung und Menschenrechte der Ulrich-Zwiener-Stiftung entgegen zu nehmen (Seite 8): Eine ihrer zahlreichen Reisen für die Sache der Menschenrechte im Iran, die sie außerhalb ihres neuen Wohnorts Großbritannien führen. Als Frau könnte sie dort übrigens mit 60 in Rente gehen. Ganz anders die unique, deren 60. Ausgabe ihr in der Hand haltet: Wir widmen uns zwar in einem Beitrag den vielen Facetten dieser Zahl von A bis Z (Seite 32), denken aber nicht daran, in den Ruhestand zu gehen. Als Bestätigung dafür konnten wir uns Anfang Juni über die Auszeichnung beim Wettbewerb „Miteinander studieren in Thüringen“ freuen, die wir vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur verliehen bekamen. Dafür gilt unser Dank – neben unseren Förderern – natürlich euch als unseren treuen oder neuen Lesern.
Viel Freude beim Lesen der nächsten nicht ganz 60 Seiten.

Ausgabe 59:

Titelfoto: Michaela Meißner

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau. Oder doch nicht? Jeder hat seinen Idealtypus des Weiblichen im Kopf, der eine mehr, der andere weniger zeitgemäß – am Ende entscheidet frau selbst, wer sie ist und wie sie gesehen werden will. Feministinnen und Ratgeberschreibern sei Dank, kann auch der letzte Patriarch erfahren: Frau ist nicht gleich, was er zu seinem Objekt macht. Und doch: Gendern ist an sich nichts anderes als die aktive Objektivierung der Frau. Der fast schon – wenigstens in deutschen akademischen Kreisen (Seite 30) – Genderwahnsinn ließ uns über die Grenzen Deutschlands hinaus fragen: (Wie) gendert die Welt? Antworten dazu findest du auf Seite 26.
Dass man nicht als Frau geboren, sondern zu ihr gemacht werde, erkannte Simone de Beauvoir und erschütterte damit die Vorstellungen der Männerwelt. Eine Frau ist kein geheimnisvolles Wesen, nur facettenreich. Einen ebensolchen Einblick in das Bild der Frauen, die Niqab tragen, erhaltet ihr ab Seite 11. Drei Frauen, ein Kleidungsstück und die Erkenntnis, dass man ihn aus Überzeugung trägt oder dem Zwang zuvor kommen will, um ihm irgendwann entkommen zu können. Am Ende steht das Verlangen nach Respekt – ihn tragend oder nicht. Eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Bild verschleierter Frauen findet ihr auf Seite 12. Diese Frauenbilder gewannen den 3. Platz des zenith-Fotopreises 2011.
Dass nicht überall auf der Welt die so heftig geforderte Gleichberechtigung und damit auch Gleichbehandlung beider Geschlechter zufriedenstellende Umsetzung findet, ist ebenso wenig neu, wie die Tatsache, dass Reden allein nicht hilft. unique traf eine Mitarbeiterin der malaiischen NGO Empower, die Frauen durch Hilfe zur Selbsthilfe eine Stimme gibt (Seite 16).
Viele südostasiatische Frauen wissen sich selbst zu helfen: einen reichen Mann finden, heiraten und ein besseres Leben beginnen. So einfach scheint ihre Zauberformel, auf der eine ganze Industrie beruht. Heiratsmigration wird in der westlichen Welt als Skandal aufgefasst. Frauen, bar jeder Selbstbestimmung, werden wie Waren behandelt, so denkt man schnell und vergisst, was oft hinter diesem Phänomen steht. Eine Meinung über den westlichen Tellerrand hinaus lest ihr auf Seite 8.
Die Anzahl der Frauenbilder, sie überschreitet jede Zählbarkeit und doch bedarf jedes einzelne eines besonderen Blickes, denn ja, es ist schön eine Frau zu sein – weil sie ein Mensch ist, weil sie denken kann, sich abgrenzt oder einfügt. Hierfür bedarf es keiner gesonderten Endung.

Ausgabe 58:

Titelfoto: Michaela Meißner

Im Jahre 1837 schrieb Hans-Christian Andersen Des Kaisers neue Kleider. Zwar hat das Märchen um die „durchsichtige“ Mode des nackt herumstolzierenden Staatsoberhaupts inzwischen über 170 Jahre auf dem Buckel, doch an der Aktualität seines Inhalts nichts eingebüßt. Im moralischen Kern geht es um den Sieg wirtschaftlicher Erwägungen über die Wahrheit.
Wie viel von dem Geld, das H&M oder „der Textildiskont“ KiK einstreichen, bei der Näherin in Bangladesch ankommt, zeigen wir auf Seite 14. Bevor die Näherin aber ihre 70-Stunden-Woche beginnen kann, wird der Rohstoff Baumwolle in zwei stark gesundheitsgefährdenden und umweltschädlichen Verfahren geerntet und verarbeitet. Den Weg der komplexen Produktion könnt ihr auf Seite 16 nachvollziehen. Natürlich sind wir nicht die ersten, die sich diesen Zuständen kritisch nähern: Konsumkritik, kreativen Protest und die Entstehung einer „Verbraucherdemokratie“ erläutern wir unter soziologischen Gesichtspunkten (Seite 18). Und auch ein paar subjektive Denkanstöße wollen wir euch mitgeben: Ob man wirklich Chanel und Chinohosen im Kleiderschrank haben muss, erörtern wir auf Seite 9. Neuer Chic entsteht nämlich auch aus Upcycling. Was das ist, erläutert uns eine Designerin im Interview (Seite 22).
So widmen wir also dieses Heft der Kleidung. Ob wir damit etwas verändern können oder viele von euch nur ein weiteres Mal genervt die Augen rollen wegen der Dauerpräsenz des Themas? Bemüht haben wir uns jedenfalls um eine sachliche und vor allem informative Herangehensweise. Es geht um Tatsachen und Hintergründe dieser knallharten Branche und darum, wie man versucht, diese zu verheimlichen. Denn das eigentlich Schockierende sind leider kaum noch die miesen Arbeitsbedingungen selbst, sondern der unterkühlte Umgang mit ihnen. Oder haben Konzernbosse wie KiK-Chef Stefan Heinig gar keine andere Wahl? Denn im Gegensatz zu unserem Kaiser gibt sich der heutige Konsument eben nicht mit „durchsichtiger“ Kleidung zufrieden.

Ausgabe 57:

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Titelfoto: Michaela Meißner

Unsere gewaltigen Investitionen in Wissenschaft und Forschung sind Ausdruck unseres Glaubens, daß die Wissenschaften den Menschen nicht nur reicher, sondern auch besser machen können.“ Der ehemalige US-Präsident Lyndon B. Johnson hat mit dieser Feststellung bis heute Recht. Die Wissenschaft ermutigt, ja fordert uns, Gängiges zu hinterfragen und gibt sich mit keinem Status quo zufrieden. Aber sie ist auch anfällig dafür, instrumentalisiert zu werden. Unsummen werden investiert; häufig nicht um des Fortschritts, sondern des bloßen Wettbewerbs willen. Wir haben einen Blick darauf geworfen, wie Wissenschaftsförderung bei ehemaligen und aktuellen “superpowers” funktioniert, welche historischen  Hintergründe und Strukturen ihr zugrundeliegen (S. 14). Eine andere Form der Instrumentalisierung erfolgt tagtäglich auf den Sendern des weltweiten TV-Marktes. Das positive Image der Wissenschaft dient Fernsehmachern gern als Grundlage für Vorabendmagazine, die am treffendsten als Unterhaltungsratgeber bezeichnet werden können. Mit Formaten wie Galileo oder Brainiac lässt sich besonders ein junges, hedonistisches Publikum erreichen und bespaßen. Der Mehrwert für den Wissenssuchenden bleibt dagegen gering. Ein Kaleidoskop internationaler Populärwissenschaft findet ihr auf Seite 20. Dass Wissenschaft längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, hat sie unter anderem der immer kritischeren und umfangreicheren Printberichterstattung zu verdanken. Der Chefredakteur von Spektrum der Wissenschaft erklärt im Interview, warum eine Popularisierung wissenschaftlicher Erkenntnisse selbst von Seiten der Forschung immer stärker forciert wird (S. 16). Unleugbar ist die Fähigkeit der Wissenschaft, zu verbinden – zwischen Menschen, zwischen Ländern, zwischen Kulturen. Sie dient dort als Mittler, wo Sprache oder Gewohnheiten für Missverständnisse sorgen. Was aber passiert, wenn statt der verbindenden die trennenden Aspekte in den Vordergrund geraten, zeigen Gespräche mit ausländischen Forschern in Deutschland. Ab Seite 6 lest ihr, welche Probleme jungen Akademikern in der deutschen Wissenschaftslandschaft begegnen können. Über all dies darf aber nicht die große schöpferische Macht der Wissenschaft vergessen werden. Und so möchten wir euch für die Lektüre dieser Ausgabe noch folgendes Zitat der französischen Ex-Politikerin Simone Weil mit auf den Weg geben: „Ihrer wahren Wesensbestimmung nach ist die Wissenschaft das Studium der Schönheit der Welt.“

Ausgabe 56:

Titelfoto: Austen Spanka

Wenn ein Kind zehn Jahre alt wird, steht in der Regel die Entscheidung an, auf welche Schule der Lebensweg führt. Ein zehnjähriger Hund hingegen kann schon auf einen stolzen Lebensweg zurückblicken, hat vielleicht noch ein paar glückliche Jahre auf dem Altenteil vor sich. Ihnen beiden ist eines gemein: Sie haben noch nie einige tausend Leser informiert, unterhalten, empört oder gelangweilt. Wenn eine Zeitschrift zehn Jahre alt wird, dann hat sie die Kinderkrankheiten überstanden und weiß auch schon, wohin der (Lebens-)Weg gehen soll – möchte man meinen. Tatsächlich aber stellen sich all diese Fragen immer wieder neu. Wie wir in der unique darüber streiten, wo wir mit der Zeitschrift hin wollen, kann man in einer ironischen Darstellung typischer Redaktionssitzungen nachlesen (S. 25). Das Magazin und seine Ansprüche haben sich im Laufe von zehn Jahren enorm verändert. Über die interkulturellen Anfänge sprachen wir mit dem ersten Chefredakteur (S. 28). Ohne die Unterstützung des FSU-StuRas wäre das Magazin niemals gegründet worden – aber in zehn Jahren bleiben Streitigkeiten nicht aus. Die Geschichte unseres Verhältnisses mit dem Organ beleuchten wir auf Seite 30. Wie interkulturell wir wirklich sind, haben wir versucht mit einer Statistik zu untersuchen. Das Ergebnis ist auf Seite 27 zu finden. Zwar interkulturell, aber völlig heruntergekommen war das Wohnheim für internationale Studenten in der Naumburger Straße, als wir vor einem Jahr dort waren. Wir wollten wissen, was sich dort seitdem verändert hat. Unsere neuesten Recherchen dazu findet ihr auf Seite 32.
Jetzt sind wir also zehn. Und siehe: Wir sind wie zehnjährige Kinder – und wie Hunde. Auch wir wissen nicht, wie es weitergeht. Wir ringen um unseren künftigen Weg, tasten uns dabei langsam vor, wie ein schnüffelnder Vierbeiner. Manchmal bellen wir laut, um vor Unheil zu warnen oder wir pinkeln jemandem ans Bein, der es verdient hat. Und manchmal produzieren vielleicht auch wir einen großen Haufen Scheiße.


Ausgabe 55:

Titelfoto: Suvodeb Banerjee

Es steht schlecht um die Freiheit. Zwar ist sie in Nordafrika auf dem Vormarsch, aber immer muss sie sich verteidigen: Nein, sie sei kein neokoloniales Exportgut. Nein, sie sei nicht, was uns die FDP vorgaukelt (Steuersenkungen für Reiche, Verlängerungen der Atomlaufzeit). Und nein, sie wolle nicht von Islamisten missbraucht werden im Kampf gegen – naja, die Freiheit. Es gibt gute Gründe, eine Ausgabe der unique der Freiheit zu widmen, immer wieder: „Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen“ (George Orwell) – ein Gedanke, den die Gespräche um die unique oft genug vermissen ließen. Nicolas Chamfort: „Die Fähigkeit, das Wort ,Nein‘ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit.“ Ein Nein steht am Anfang aller Handlungen der berühmten Dystopien des 20. Jahrhunderts wie 1984 oder Brave New World, die uns das Leben in Unfreiheit zeigen, aber auch den mutigen Kampf Einzelner gegen die jeweiligen Regime (S. 30). Konkrete Einschränkungen der Pressefreiheit im ganz realen Deutschland fangen mit einem harmlosen Verwaltungsakt an, breiten sich aber zu einer handfesten Korruptionsaffäre aus (S. 21). Bei Korruption denkt man fast unweigerlich an Russland. Warum es dort eine ganz besondere Form der Freiheit gibt, zeigt ein Bericht aus Moskau (S. 10). Einen Appell, auch in Deutschland die Einschränkungen der Freiheit nicht hinzunehmen, spricht Juli Zeh aus im Interview über ihr Buch Corpus Delicti, die Entpolitisierung der Gesellschaft und staatliche Überwachung (S. 18). Dass nicht nur Staaten Überwachungstechnik einsetzen, sondern manchmal auch selbst überwacht werden, ist George Clooney zu verdanken. Er hat eine Internetseite erstellen lassen, in der jeder die Situation im vom Bürgerkrieg zerrütteten Sudan beobachten kann (S. 17). Während das Land seit Jahren um Frieden kämpft, ist der Kampf um die Überwindung der Apartheid in Südafrika seit den 1990er Jahren vorbei. Eine Kommission soll helfen, über Geschichtspolitik Zusammenhalt zwischen den für Jahrhunderte getrennten „Rassen“ zu stiften (S. 14). Jahrhunderte alt ist auch die Forderung nach Informationsfreiheit – der Kampf darum muss aber immer wieder neu geführt werden, wie der Fall Wikileaks zeigt. Ein Buch betrachtet das Phänomen aus verschiedenen Perspektiven und kommt zu interessanten Ergebnissen (S. 16). Wir hoffen, dass auch die Lektüre der unique zu interessanten Gedanken und Erkenntnissen führt und manche neuen Ideen bringt. Gerade das Thema Freiheit lädt zu Diskussionen ein, daher der Appell: Es schreibe Leserbriefe, wer denket, „nein, das stimmt so nicht!“ Wie gesagt: „Am Anfang war das nein.“ Der kundige Leser wird es merken, eine leichte Abänderung. Wir waren mal so frei.

Ausgabe 54:

Titelfoto: Christoph Borgans

Ausgabe 53:

Titelfoto: Austen Spanka

unique Nr. 53 wurde finanziell unterstützt durch die Weimarer Stiftung Ettersberg zur vergleichenden Erforschung europäischer Diktaturen und ihrer Überwindung.

Ausgabe 52:

Titelfoto: Fabian Köhler

Während der Griesbachgarten zum alljährlichen Uni-Ascott lädt, sucht 300 Pflastersteine tiefer eine Handvoll Redaktdolleure hut- und blutlos nach dem passenden Gewand für die 52. Sammlung interkultureller Augenblicke. Die Verständigung verläuft nach dem Wortklotzprinzip: „Nudeln!“– „Bäh, Salz!“ Das spart Zeit und fügt sich adäquat zwischen zwei Vuvu-Kreischer ein. Von allen verunglimpft, muss man diesem einseitigen Jubelgedonner zugute halten, dass es auch den jenseits von TV und WorldWideWeb Wohnenden live über den Spielverlauf informiert. But what‘s in a goal? Ehe einen die füßische Hysterie ins Koksdelirium oder die Wände hoch zu treiben droht, sollte man sich vielleicht lieber in andere Klang- und Sprachwelten flüchten und mit groovigen Ohrwürmern die Torheit hinter sich lassen. Mit der richtigen Musik spricht es sich gleich viel leichter. Dagegen sind die verbliebenen Zeitungsbastler über Omas erkalteter Möhrensuppe und den graumelierten Ausdrucken bunt bemalter Eisenbahnwaggons inzwischen endgültig verstummt. Ob aus anämischer Sommerträgheit, Nostalgie oder banger Erwartung des nächsten Morgens lässt sich nicht genau sagen. Doch der Paukenschlag um Mitternacht hat noch nie seine Wirkung verfehlt. Gleich pochen die Schläfen wieder und der Satz segelt sicher gen Ende.

Ausgabe 51:

Titelfoto: Robin Korb

Sieben Monate bin ich nicht mehr aus gewesen, in meiner Stammkneipe gab’s scheinbar nur noch billigen Rotwein. Dafür hab’ ich abgenommen, meine alten Anzüge passen mir wieder. Nun sitze ich zufrieden in der neuen gemütlichen Bar um die Ecke, der letzte Gedanke spiegelt sich im leeren Glas. Hinterm Tresen tapeziert jemand ein Jahrzehnt Hip-Hop an die Wände, während sich draußen britisches Geflügel durch unnatürlich starke Winde kämpft. Ein Schwein, wer Böses dabei denkt. Nick bringt mir Bismarckhering mit Bohnen. Höflich, wie ich es gelernt habe, sage ich erst einmal Dankeschön, füge dann aber lachend hinzu, dass es sich wohl um ein irrtümliches Gastmahl handeln muss, hatte ich doch Eisbein mit Bärlauch bestellt. Während auf dem Flachbildschirm über dem Eingang ein Bericht zur kommen­den Weltmeisterschaft läuft, glotzt der ausgestellte Löwenschädel daneben domestiziert von der Wand. Ich muss mal. Vor der Toilette heißt es warten. Eine ewige Schlange. Und trotzdem komm’ ich gern hierher – Hausnummer 51 gehört einfach irgendwie dazu.

Ausgabe 50:

Titelfoto: Katja Weber

Vorbei die schönen Sommersonnenstrahlen. Der raue Herbstwind treibt das goldene Laub über die Wege und euch einen Meilenstein in die Hände: 50 Jahre UNIQUE! Zeit, wo bist du hin? Natürlich hinterlassen die Jahre ihre Spuren, darum: Das Ganze jetzt in neuem Format – und natürlich besser als jemals zuvor. In jedem Fall ein Grund zum Feiern. Aber danach zurück an die Arbeit, denn es gibt viel zu tun. Erst kürzlich gab es wieder eine öffentliche Debatte über Deutsche mit Migrationshintergrund, die laut Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin unter anderem „ständig neue kleine Kopftuch-Mädchen“ produzieren. Das personifizierte Böse, das Ende der multikulturellen Gesellschaft ist möglicherweise vier Jahre alt, dunkelhaarig und trägt Kopftuch – Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat Angst vorm Morgenland? Bist auch du islamophobique? Eine Auseinandersetzung mit solchen Ängsten scheint überfällig zu sein. Damit ihr die wichtigsten Argumente gegen islamfeindliche Vorurteile immer griffbereit habt, gibt’s diese im praktischen Hosentaschenformat auf Seite 17. Wer es weniger brisant und dennoch aktuell mag, der kann mit unserem Kulturteil den Blick aus dem Fenster ergänzen und seine herbstlich-trübe Stimmung zelebrieren – denn Melancholie ist das Vergnügen, traurig zu sein. Dazu gibt’s natürlich alte interkulturelle Bekannte, Gedanken und Geschichten von New York bis Pößneck, Gespräche mit Muslimen, Medienwissenschaftlern und jungen Polizistinnen – alle versammelt in diesem herbstlich bunten Blätterwald in euren Händen.

Ausgabe 49:

Titelfoto: Austen Spanka

Liebe Leserinnen und Leser! Die Semesterferien rücken in greifbare Nähe, die Koffer sind gepackt, der intellektuelle Reiseproviant liegt frisch gedruckt in Euren Händen. Was kann da noch schiefgehen auf dem Weg zum lang ersehnten Urlaubsparadies? Eine ganze Menge, wie wir feststellen mussten, als wir in die azurblauen Tiefen der touristischen Thematik eintauchten. Längst sind die romantischen, einsamen Domizile der Südsee nicht mehr das, was Hagenbecks Völkerschau einstmals dort vorgefunden hätte. Fast überall werfen Reiselustige nicht nur ihre Handtücher auf begehrte Plastikliegen – um sich dann unter mehrmaligem Wenden bis zur gewünschten Intensität zu bräunen – sondern auch Sand ins Getriebe von Mutter Erde. Der Massentourismus beeinflusst schließlich nicht nur die Fernreisenden und neidischen Daheimgebliebenen, sondern auch die Ziele ihrer allsommerlichen Invasionen. Quo vadis, deutscher Touri? Wer es weniger massig und dennoch touristisch mag, findet hoffentlich ein schattiges Plätzchen mit unserem sonnigen Blättchen. Doch keine Angst: Auch diejenigen unter euch, deren touristischer Horizont oder studentischer Geldbeutel nicht ganz so weit reicht, wollen wir nicht allein mit Hochglanzpostkarten auf Balkonien versauern lassen. So findet sich hoffentlich für jeden Dauercamper, Katastrophentouristen oder Vielflieger ein passendes Ziel oder zumindest eine brauchbare Alternative zur Fernweh-Epidemie. Eine gute Reise wünscht die UNIQUE-Redaktion.

Ausgabe 48:

Ausgabe 48 Sexx xy x? ismus

Die Verzweiflung steigt in dem Maße, in der die Zeit verrrinnt. Was haben wir nur wieder alles vereitschustert? Amadeus rockt in griechischem Gewand im mikrokleinsten Garten, die Lusaner Betten quietschen um die Wette, da gerinnt der schleimigste Sexismus in Titeln und Spalten, und so ziemlich jede Sauerei wird durch den redaktionellen Stall gejagt – na so geht das aber nicht! Daher nun – Contenance, meine Herren und Damen! – noch ein letzter Versuch: Sexismus fängt ja im Kleinen an. Wie wäre es also damit: Suchen kinderlieben, mindestens trisexuellen Putzmann, der hier mal wieder ordentlich durchkehrt und alles Skandalöse und all die stinkenden Pestilenzleichen unter den Tisch kehrt. Und wenn er/sie/es schon einmal dabei ist: Bitte das antifaschistische Konfetti auf dem Campus nicht vergessen, sollte es noch nicht vom Winde verweht sein.Andererseits: Nur 0,001 Prozent aller Jenaer Bürgerinnen sprechen Kalmückisch – ob sie unter Emanzipation dasselbe verstehen wie wir? Nein, stellten sie uns den Gerstensaft doch gänzlich diskriminierungsfrei vor den Bauch und freuten sich auch sonst ihrer drallen Weiblichkeit. Wozu also der ganze Terz? Mann bleibt eben Mann und Frau bleibt Frau, davor schützt alle Studier(ender)theit nicht.

Ausgabe 47:

Ausgabe 47 Heile Welt

Lange haben wir sie gesucht, sie erforscht und versucht, ihr Geheimnis zu ergründen … und sie dann wohl doch nicht gefunden. Der Morgen bricht an, die Flaschen sind leer, hinter den doppelten Fenstern der Redaktion zeichnet sich weiterhin die altvertraute Silhouette Jenas ab. Haben wir sie längst gefunden, die heile Welt, hier zwischen deutschbewaldeten Muschelkalkhängen? Zweifel sind angebracht! Fahrig, auf der Suche nach kleinsten Fehlern und letzten Unachtsamkeiten, gleitet flink die Maus über den Tisch, während sich Nazis, Plattenbauparzellierte und Inzestopfer auf zerwühlten Nachtlagern wälzen, rastlos von einer besseren Welt träumend. Die Nacht gebiert Illusionen und Utopien, die geladene Waffen zerschießen. Wer schreibt eigentlich den Soundtrack des Lebens, der uns alle in entspannte Zufriedenheit entließe? Nicht Gott, nicht Morus, auch der edle Wilde nicht. So bleiben am Ende doch nur wir.Und dann, ganz kurz, verstummen sie doch, die ewigen Debatten und Polemiken. Die Linie stimmt, die Kontur wird erkennbar. Heile Welt gerinnt in 32 Seiten glänzenden Papiers. Selbstvergessen sinke nun nieder, den flüchtigen Augenblick zu genießen!

Ausgabe 46:

Ausgabe 46 Medienkarusell

Zwischen Das-tragen-Stars-am-Arsch und Dieter-mach-uns-Kinder-in´-Kopf im Vorbereitungs- programm künftiger Mediaassessoren naht der „neue Potter“ mit rasender Neuauflage. Bitte was? Ist doch schon jedem passiert. Aus Versehen den Fernseher mal an einem Wochentag angeschaltet, den Logoutboutton am Postfach zu fest gedrückt, der Sendersuchlauf bleibt im Bundeswelle-Radio stecken, und schon ist der Tag im Eimer. Schon quillt einem ein unverortbarer Brei an alle primären Sinnesorgane, stellt klebrigen Kontakt mit alten, gut eingesitzten Assoziationsmustern her und wölbt sein schleimiges Unnütztum kuppelartig über unsere Schalthemisphären. Ahhh! Who is my guide through the Niemandsland Verbraucheroptimierter Themenwahl, nach dem sich Nachrichten richten? Welcher kosmopolitisch Ambitionierte kann noch die richtigen Fragen finden hinter den tausend Wahrheiten westredaktioneller Brauchtumspflege? Der Deutsche Fernsehpreis 2tausend12 geht an: Das zweiteilige TV-Drama: „Alles Aus – Media und Presse trennen sich!“ und „Eine neue Vorliebe ist wie ein neues Leben – Media mit Meinung im Bett erwischt!“ Und zum Geleit noch ein Verbesserungsnachtrag für den Wikipediaartikel Medienkompetenzen: „Druckerpressen – Nationalismus scheiterte am Grundsatz“

Ausgabe 45:

Ausgabe 45 Widerständchen

Die Operation, die ist immer so. Auch die Zeit wird dringend aufgefordert. Die Missstände und Ungerechtigkeiten haben sich geändert – und wenn sie eilig und „blind“ Menschen verurteilen. Drauf geschissen. Wie wäre es mit einer der – oha, sehr schwierigen! – Unsicherheiten und täglichen Krisen des Glaubens? Lassen sich solche Fragen überhaupt diktieren? Vielleicht ist der Versuch zur Klärung der Angelegenheit nach Jena zurückzukehren nichts unbedingt Schlechtes. Unter Brücken und Lobeda ist viel Platz. Nein, nicht unbedingt für TVSpots, in dem sich der offiziell neunte Baggerfahrer in einem halben Knoppers-Cockpit in 50 Meter Höhe gemächlich zuruck-, äh, zurücklehnt. Es gibt wahrscheinlich eher Augen, die eine besondere Bedeutung für Ideologen haben. In der aktuellen Ausgabe haben wir einige neue Abschnitte, getrieben von der Wahrnehmung, dass sich die Dinge nur im kleinen ändern lassen. Wenn überhaupt indirekter. Nach dem Interview mit Reverend Luther King folgt laufend das „Brown House“ in Old-Lobeda sowie seine extremen politischen Vertreter. Die unterschiedlichsten Meinungen, mehr Konkurrenz, nicht geklärte rechtliche Fragen. Subversivste Banalitäten und Bananen. Und die eheliche Gleichstellung mit der Schwangerschaft. Auch die! Daher sollten alle immer nett zueinander bleiben. “Aktiv und glücklich lesen” lautet nun die Devise. Wir hoffen, dass die Formulierung verstanden wird. Wenn nicht, kauft die Weltbank. Atem und viel Kraft im neuen Jahr wünscht die UNIQUE-Redaktion.

Ausgabe 44:

Ausgabe 44 Heimweh

Student-Sein ist nicht einfach. Erst begreift man, dass Soziologie doch nichts mit Tieren zu tun hat und man für Informatik doch Ahnung von Mathe haben muss, um einige Semester später zu erkennen, dass auch der Prof. Dr. Dr. rer. soc. phil. habil. kein neuer Bildungsmessias ist. In der WG erzählt einem der rastahaarige Freund der Mitbewohnerin von den Verstrickungen eines gewissen Herrn George Soros in die internationale Finanzkrise, welcher auch noch Mitglied in der selben transatlantischen Soligruppe wie der besagte Professor ist. Im Fernsehen läuft die hundertste Wiederholung einstürzender Hochhäuser, nur unterbrochen von den Breaking News, dass auch heute der DAX wieder dramatisch abgestürzt, gestiegen oder auf unverändertem Niveau geblieben ist. Vor der Tür predigt unterdessen eine älteres Pärchen im Filzmantel, lädt zum gemeinsamen Kennenlernabend ein und hinterlässt ein kleines Heftchen im A5-Format. Ob es nun die Wiederkehr Jesu, des Mahdi oder eurer teuren mit Rotwein bekleckerten Bluse aus der Wäscherei ist, auf die ihr wartet, die Unique-Redaktion hat versucht, sich ein wenig durch den Glaubensdschungel zu schlagen. Dabei trafen wir auf alte und neue Götzen von Adam Smith bis Friedolin, von Freddie und Fannie bis Jesus, von Nietzsche bis Obama. Für den wahrscheinlichen Fall, dass ihr am Ende der Lektüre verwirrter seid als zuvor, findet ihr auf Seite 22 einen Überblick über Möglichkeiten, eure persönliche Krise in Alkohol zu ertränken und auf der Rückseite einen persönlichen Plüschmessias zum Selbstausschneiden.

Ausgabe 43:

Ausgabe 43 Heimweh

Die Blätter haben zu fallen begonnen und die Sonne versinkt viel früher als sie sollte am Horizont: Herbst. Eine Zeit, die nicht nur in der Natur den Umbruch verspricht. Im Herbst beginnt das neue Semester und das bedeutet nicht nur einen neuen Stundenplan, sondern auch neue Gesichter, neue Eindrücke, neue bislang unbekannte Gefühle. Im Herbst packt uns die Sehnsucht nach etwas Neuem, Unaussprechlichem, aber auch die Wehmut, nach dem, was mal war und nie wieder kommen wird. Man will weit weg oder einfach wieder nach Hause, wobei beides manchmal einfach nicht zu machen ist. Heimweh und Fernweh sind wohl die schlimmsten Sehnsüchte, denn sie werden niemals ganz verschwinden. Doch denkt mal darüber nach: Jede geschlossene Tür, lässt dich das ohne Fenster besser wahrnehmen. Willkommen im neuen Semester und zu einer neuen Ausgabe der Unique.

Ausgabe 42:

Ausgabe 42 Städtebericht Istanbul

Es war ein Tag, an den man sich lange zurück erinnert. Ich stand auf, zog mich an, ging in die Stadt und schaute kurz in der Redaktion vorbei. Es war Sonntag, die Läden waren wie gewöhnlich geschlossen und ich hatte Hunger. Es war einer dieser Sonntage, an dem ich mich immer ärgere, dass ich am Samstag zuvor nichts eingekauft hatte. Eigentlich gehe ich nicht gerne zu Mc Donalds aber was essen muss man ja, denke ich mir dann immer. Meistens esse ich Cheeseburger -die haben einfach das beste Preis-Leistungsverhältnis, nur eine Gurkenscheibe mehr könnte ruhig drauf sein. Seitdem die Kalorieangaben auf den Rückseiten der Tablettauflagen stehen, habe ich im Anschluss an meiner sonntäglichen Mc Donalds Besuche immer den Drang Fahrrad zu fahren, obwohl ich eigentlich keine Ahnung habe, was diese Zahlen bedeuten. Aber es soll wohl viel sein, habe ich gehört. Letztendlich war ich aber satt und das ist ja das Wichtigste. Nur Milch habe ich nicht bekommen, darüber ärgerte ich mich schon etwas. Viel Spaß beim Lesen und guten Appetit wünscht die Unique-Redaktion!

Ausgabe 41:

Ausgabe 41

Neulich in der Redaktion beschlutz G. die Einredung auf Aufgebung dessen weniger.
1640 – Schweden zerstören am 13.3. ERNEUT die Camsdorfer Brücke.

Wir fordern Freiheit für den Bienenwolfkönig und auch ohne zionistische Tibermönche lassen wir es uns nicht nehmen, polemisch zu sein. Und gerade trotzdem bleiben wir, weil wir es lieben und es warm ist. Vielleicht hatte er doch Recht, Louis XVI., doch bis dahin schweigen wir so laut und lange “Mikrokosmos!”, wie wir können.

Denn dieses Heft ist ein Hoch auf die Vielfalt der Provinzialität, ein Bekenntnis zu unserem Weltdorf.
Feierabend!

Ausgabe 40:

Ausgabe 40

Feste feiern, wie sie fallen oder fallen nach dem feste Feiern. Der Morgen danach erweckt oft das Gefühl der Reue. Wir können Euch zwar nicht den Kater, jedoch das schlechte Gewissen nehmen und versichern Euch: Ohne Feiern kein Mensch. Feiern ist weitaus mehr als den Strohhalm in den Sangriaeimer halten. Feste sind tief verankerte Rituale der Menschheit. Es gibt uns das Gefühl der Gruppenzugehörigkeite, und wenn auch sonst angeblich die Tradition mehr und mehr löten geht, Weihnachten bleibt Weihnachten und zum Geburtstag wird zumindest angestoßen.
Dabei sei jedoch nicht das Gefühl erweckt, jedes Fest versprühe nur Fröhlichkeit. Die Unique-Redaktion
hat sich Vorder- und auch Rückseite der festlichen Tradition angesehen.

Ausgabe 39:

Ausgabe 39

Woher kommt eigentlich die Redensart: “Du wirst schon noch dein blaues Wunder erleben.”? Wird der Angesprochene bald blaue Flecken wegen seines etwaigen Verhaltens davontragen? Bezieht sich der Ausspruch auf den körperlichen Zustand nach exzessivem Alkoholgenuss, bei dem man ja gerne auch mal ein Wunder sieht? Diese Frage konnte auch das Redaktionsteam nicht zufriedenstellend beantworten. Allerdings waren wir mehrheitlich der Ansicht, dass sich in unserem Leben viel zu wenig mit der Farbe Blau auseinandergesetzt wird. Immerzu muss dieses harmlose Adjektiv für eher negativ konnotierte menschlichen Zustände wie Blausein, Blaumachen oder Blauschlagen herhalten. Um dem Blau eine Plattform zu bieten und ihm die Chance zu geben, sich in allen möglichen Facetten entfalten zu können, entstand diese Ausgabe. Bei der Gestaltung gingen uns ausgewiesene Experten wie Papa Schlumpf, Käpt´n Blaubär und der blaue Power-Ranger zur Hand.

Viel Spaß beim Lesen wünscht das Redaktionsteam aka “Die Blauen Panther”

Ausgabe 38:

Ausgabe 38

Ob nun im oder beim Verkehr, ob im Beruf oder im Privatleben, immer gilt die Devise: Safety at first! Und das besonders für uns sicherheitsverliebte Deutsche. Bei uns gibt es Warnschilder für absolut jede Alltagssituation. Ganze Industriezweige beschäftgen sich mit dem Schutz vor realen und eingebildeten Gefahren. Bei dieser täglichen Bedrohung sollten wir jeden Abend dankbar ins Bett sinken, weil wir mal wieder einen unter Umständen tödlichen Tag überlebt haben. Dann fällt uns allerdings ein, dass die meisten Unfälle zu Hause passieren, die Nacht die Tageszeit der Diebe und Sittenstrolche ist, die Gefahr von terroristischen Attentaten auf Wohnhäuser rund um die Uhr besteht, Elektrosmog und Luftverschmutzung allgegenwärtig sind und die Klimaerwärmung mit Sicherheit dazu geführt hat, dass sich ein alles vernichtender Tsunami auf den Weg direkt in Deutschlands Mitte gemacht hat. So, jetzt erstmal ganz tief durchatmen. Entspannt Euch lieber in den letzten paar Stunden, die Euch noch auf dieser schönen Erde bleiben. Und das tut Ihr am besten mit der neuesten Ausgabe der Unique.
Gefahrloses Lesen (ob nun im oder außerhalb des Luftschutzkellers) wünscht Eure Unique-Redaktion!

Ausgabe 37:

Ausgabe 37

Täglich bewegen wir uns innerhalb unserer geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit, werden determiniert durch gesellschaftliche Normen und Regeln, hangeln uns entlang den Grenzen des guten Geschmacks.
Himbeereis zum Frühstück? Ungewöhnlich. Laut zu “Your my heart, your my soul“ mitsingen? Grenzwertig. Eva Herrmanns Ansichten über Hitlers Familienpolitik teilen? Grenze ganz klar überschritten. Unser Alltag besteht also aus Mauern, Zäunen, Hindernissen und sozialen Stolpersteinen. Die meisten agieren sicher innerhalb der ihnen gesteckten Grenzen. Andere stoßen ab und zu mit ihrer Nase an selbige. Und einige Wenige wagen den Schritt, reißen die Barriere mit dickem Schädel oder nicht zwangsläufig dickem Hintern ein und betreten Neuland. Diesen Helden des Alltags soll diese Ausgabe gewidmet sein. Allen anderen geben wir den guten Rat mit: “Hinterm Horizont gehts weiter!”.
Wir wünschen Euch viel Spaß beim Grenzen setzen, Grenzen wieder einreißen und natürlich LESEN!

Ausgabe 36:

Ausgabe 36

Heute schonmal länger als zum Zähne putzen in den Spiegel geschaut? Am Schaufenster besonders langsam vorbei geschlendert und das Augenmerk weniger auf die nett angezogenen Püppchen innerhalb, sondern eher auf die außerhalb der Scheibe gerichtet? Im Shampooregal entgegen jeglicher finanzieller Vernunft zum Teuersten gegriffen? Ertappt? Bestimmt. Das macht nichts, sagt sich das UNIQUE-Redaktionsteam und gesteht sich ein, dass jeder früher oder später einmal Opfer der eigenen Eitelkeit wird, auch wenn es nicht jeder zugibt. Schließlich ist das Äußere unser Erkennungszeichen, und die Kleidung, die wir tragen, das Make-up, das wir verwenden, denSchmuck, den wir anlegen, all das ist Teil unserer Identität.
In dieser Ausgabe zeigt sich, dass schön nicht gleich schön ist und in verschiedenen Ländern auf verschiedene Weise verschiedenen Idealen nachgeifert wird. Dabei spielt die Gesundheit leider oft eine untergeordnete Rolle.
Wir wünschen Euch trotzdem viel Spaß beim Kämmen, Schminken und natürlich LESEN!

Ausgabe 35:

Ausgabe 35

Wer kennt noch die Situation, wenn an einem gemütlichen Spieleabend mit Freunden, die Stimmung zu kippen droht, weil Tobias nicht einsieht, dass man eben nicht klopfen darf, bevor man ausgelegt hat und es auch kein schlagendes Argument ist, dass bei ihm zu Hause, das schon immer so gespielt wurde? Und es ist dann auch immer jemand dabei (meist ist dieser Jemand weiblich und rehäugig) , der glaubt, der Abend und auch die Freundschaft wäre zu retten mit dem Satz: “ Mensch, regt euch doch nicht so auf. Ist doch alles nur ein Spiel.“ Dass das Spiel besser nicht zu unterschätzen ist, wird klar, wenn man Löwenbabys beobachtet, wie sie durch das Spielen mit ihren Geschwistern lernen, zu töten. Oder, noch drastischer: Wenn man sieht, wie baumstammstarke Männer beim Anblick der Niederlage ihres Fußballclubs in herzzereißendes Heulen ausbrechen. Wir haben uns in dieser Ausgabe mal Gedanken über das Wesen des Spiels gemacht.

Lasst den Spieltrieb raus!

Ausgabe 34:

Ausgabe 34

Endlich ist er da, der Frühling. Ab geht es in den Paradiespark, auf den Balkon oder auch ins Bettchen? Denn bekannterweise bringen die ersten Sonnenstrahlen neben guter Laune und Sommersprossen auf der Nase auch die Frühjahrsmüdigkeit mit sich, die dann wahlweise auch auf Sommer, Herbst und Winter ausgedehnt werden kann.
Und da die Augen zu schließen nicht gleich Langeweile bedeutet, liefern wir Euch druckfrisch alles rund um das Thema Schlaf. Wer nicht beim Lesen eingeschlummert ist, dem fällt vielleicht auch auf, alles neu macht der Mai diesmal auch bei der Unique. Lasst Euch nicht vom neuen Layout irritieren, genießt den Sommer und…

…immer die Augen offen halten.

Ausgabe 33:

Ausgabe 33

Das neue Jahr ist endlich da! Und auch in diesem Jahr wird alles besser als im letzten. Dabei helfen uns vor allem eine Reihe guter Vorsätze, die von Zigarettenabstinenz bis hin zu Weltrettungsvisionen reichen. Auch unser Redaktionsteam hat sich einiges vorgenommen. Da wären zum Beispiel das Sauberhalten der Büroräume, die Einhaltung des Redaktionsschlusses und die gesündere Ernährung an Satzwochenenden. Aber der wichtigste von allen Vorsätzen ist der, noch bessere Ausgaben für Euch bereit zu stellen. Damit fangen wir auch gleich an. Wir wünschen Euch viel Spaß mit unserer Umweltausgabe, die sicherlich auch ein paar Anregungen für die bietet, die sich vorgenommen haben, die Welt zu verbessern. Aber auch allen anderen sei die Lektüre wärmstens empfohlen.
Viel Spaß beim Schmökern und Frohes Neues Jahr (welches zu wünschen nie zu spät ist).

Ausgabe 32:

Ausgabe 32

Die dunklen Monate sind angebrochen. Manch einer verfällt in einen lethargischen Winterschlaf, der andere beginnt sich dank Lebkuchen und Glühwein mit einem dicken Fell vor dem Erfrieren zu schützen, wieder andere suchen die gesellige Runde, um vorweihnachtlichen Riten zu frönen. Egal, wie Ihr euch entscheidet, etwas zum Schmökern versüßt so manche Stunde in der Dunkelheit. Die Kerzen aus der Schrankecke wieder rausgekramt, ein Räuchermännchen zum Dampfen gebracht und schon ist jede To-Do-Liste vergessen. Ist dies doch die perfekte Jahreszeit, einmal inne zu halten, den täglichen Stress zu vergessen und an sich und seine Lieben zu denken. Doch Vorsicht: Kerzen wieder auspusten, bevor die vorweihnachtliche Stimmung noch durch einen Wohnungsbrand ruiniert wird!
Viel Spaß beim Schmökern und Frohe Weihnachten wünscht.

Ausgabe 31:

Ausgabe 31

Wieder einmal hat ein neues Semester begonnen. Nach dem Sommerloch treffen in Jena die Alt- und Neustudenten ein und spinnen ihre Netzwerke. Die mit der 9 als erster Matrikelnummer, um ihren Start ins neue Leben zu vereinfachen, die mit der 6, weil sie mittels Kontakten vielleicht einen der seltenen Studentenjobs bekommen wollen und die mit der 3, um Kommilitonen zur Prüfungsvorbereitung zu finden. Auch außerhalb der Uni profitieren wir ständig von Netzwerken, sei es auf fetzigen Tupper- oder biederen Netzwerkpartys. Die UNIQUE bietet euch diesmal Einblicke in die Welt der Netzwerke, die euch vielleicht irgendwie das Leben versüßen, denn in einer Gruppe aus Gleichgesinnten wirken die großen und kleinen Probleme des Lebens nicht mehr gar so dunkel und grau wie der anstehende Herbst.

Ausgabe 29:

Ausgabe 29

In dieser Unique widmen wir uns dem (zweit?-) wichtigsten menschlichen Grundbedürfnis: dem Essen. Um kein anderes Thema rankt sich so viel Kultur und Unkultur. Grund genug für die Unique, kräftig zuzuschlagen und sich so allerhand Leckereien einzuverleiben.
Auch Dir, geneigter Leser, soll der Blick über den Tellerrand ermöglicht werden, wenn sich in unserer Leib- und Magen-Ausgabe spektakuläre Artikel türmen wie das Bratgut neben dem heimischen Grill. Doch genug der Hochstapelei: in dieser Ausgabe gibt es Infos und Überlegungen über das Essen, das Nicht-Essen und das Besser-nicht-Essen hier und woanders. In diesem Sinne: es ist angerichtet!

Apropos: Im Camouflage-Mäntelchen getarnt erkennt man beim zweiten Blick ein falsches Würstchen!

Ausgabe 28:

Ausgabe 28

Dreikommazweizwei – nein, das ist keine Promilleangabe oder eine Aussage über den durchschnittlichen Kinderwunsch im weiterhin CDU-regierten Thüringen! Das ist der Anteil der ausländischen Mitbürger oder Menschen mit Migrationshintergrund, die in Jena wohnen, arbeiten, leben… Wie aber leben diese Menschen? Welche Erfahrungen haben sie gemacht?Welche Integrationsmöglichkeiten gibt es? Wie integriert und “angekommen” fühlen sie sich selbst in unserer Stadt? Was heißt überhaupt Integration? – All das sind Fragen, denen sich die aktuelle Ausgabe der UNIQUE widmet!

Was außer einem UNIQUE-spontan-Grillfesten inklusive Fotoshooting von und für Ausländer in Jena getan wird, was sie her treibt und was sie hier treiben, das könnt ihr selbst in einer freien Minute in diesem Heft nachlesen.

Zum Beispiel während eure Freunde den Grill befeuern oder das Volleyballnetz aufspannen….

Ausgabe 27:

Ausgabe 27

Jena…wir haben ein Problem! Wie sage ich’s richtig, wenn mein Gegenüber von einem anderen Planeten (oder zumindest aus einer anderen Kultur) stammt und keine Ahnung hat, was man ihm mitteilen möchte? Schlimmer noch, wenn die Kommunikation aneinander vorbeiführt, man sich zwar verständlich machen will, aber nicht verstanden – im günstigeren Falle noch missverstanden – wird? Damit ihr nicht in die Fallen interkultureller oder sonst wie gearteter Vermittlung tappt, hat sich eure UNIQUE-Redaktion diesmal überlegt, das Thema ‚Kommunikation’ genauer unter die Lupe zu nehmen. Gänzlich metakommunikativ ohne Netz und mit viel doppelter Bedeutung. Falls die Grenzen der Lingua franca Englisch dann nämlich doch einmal ausgereizt sind, macht den großen Gesten-Erkennungs-Test: Eine Anleitung zum nicht Missverstehen.
Viel Spaß also mit der neuen Ausgabe!

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