Kategorie: Lokales
-
Der weit-weg Virus Warum es uns immer wieder ins Ausland zieht
von Katharina Buri Eines der schlimmsten Dinge, die eine potenzielle Schwiegermutter mal zu mir sagte, war: „Erzähl doch mal dem Jonas, wie toll es ist, ins Ausland zu gehen!“. Wir saßen beim Abendessen: Der Knabe, der zu jener Zeit in meinem Herzen regierte, seine Eltern, sein jüngerer Bruder Jonas und ich. Jonas war der absurden…
-
Nah am Wasser gebaut
St. Petersburg im Blickvon Frank Eröffnet man seinen Mitmenschen, dass man einen Trip nach St. Petersburg vor sich hat, mögen dem Reiselustigen unterschiedliche Reaktionen begegnen. Vor der so fremdartigen russischen Mentalität wird man eventuell gewarnt; von anderer Seite hört man hingegen, dass es eine sehr westliche Stadt sei. Tatsächlich ist die Metropole an der Newa nichts so sehr…
-
Steh auf gegen Armut!
Weltweiter Aktionstag der UN-Milleniumskampagnevon Fabian Halbierung der weltweiten Armut, Schulbildung für alle, Geschlechtergleichstellung, Senkung der Kindersterblichkeitsrate, Bekämpfung von AIDS und anderen schweren Krankheiten – Das Programm, das Vertreter der Vereinten Nationen, der OECD, der Weltbank und zahlreicher NGOs im Jahr 2001 erarbeiteten, klingt genauso visionär wie utopisch. Die sogenannten Millennium-Entwicklungsziele, denen sich 189 Staats- und Regierungschefs verpflichteten, sollten…
-
Irische Tagebücher
Einmal Dublin und Retour, bitte!„Im Grunde bin ich mit völlig falschen Vorstellungen nach Irland gekommen. Es war naiv zu glauben, dass die Iren Riverdance-like durch die Straßen tanzen, der Regen Gemütlichkeit statt Depressionen schafft, mich Feen abends in den Schlaf singen … Der nachfolgende Bericht erzählt von den Verrücktheiten einer Großstadt, der irischen Seele, dem Beginn eines Erasmus-Austauschsemesters. Und…
-
Auf der Mauer, auf der Mauer…
Kleines rotes Haus bekämpft das Heimwehvon Fabian Jedes Semester beginnt es von Neuem: Kaum in Jena angekommen, den ersten Kulturschock noch nicht verkraftet, geht sie los die Rennerei ausländischer Studierender. Formulare müssen zum Akademischen Auslandsamt, die Anmeldung zum Sprachkurs muss abgegeben werden und ein paar Menschen aus der Heimat zu finden, um mal wieder unverkrampft in der Muttersprache reden zu…
-
Wo die Vergangenheit nicht entsorgt wird Chemnitz
Charme statt Modernevon Katja Abfahrt Chemnitz-Center, der Blinker ist gesetzt, das Auto entschleunigt sich und mit ihm auch mein Gemüt – endlich daheim. Wir bremsen ab, als wir auf die innerstädtlichen Straßen kommen, innerlich und äußerlich. Zurück von den fernen Straßen. Die ersten Blöcke ziehen an uns vorbei, die „Lovelane“ blinkt bereits im roten Lichte und ein…
-
Der „ernste Deutsche“ und der „fröhliche Brasilianer“
Klischee und/oder Wahrheit?von Lutz Als ich mich mit meinem Gesprächspartner Gláucio Rezende, Student der Auslandsgermanistik an der FSU Jena im 6. Semester, traf, herrschte schon eine relativ lockere Stimmung. Man kennt sich, wenn auch nur relativ flüchtig, hat schon einige Male kurz miteinander gesprochen und traf sich für ein Stündchen auf einen Milchkaffee. Elf Fragen hatte ich…
-
Balancieren am Bosporus
Deutsche Jugendpresse organisierte Projekt in Berlin und Istanbulvon Christian Franke Am besten fängt man klein an, wenn man Balancieren lernen möchte, und nimmt sich langsam Größeres vor. So schien es eine gute Idee, eine Recherchefahrt der Deutschen Jugendpresse mit dem Titel „Balanceakt. Türkische Jugend abseits der Medien.“ im Berliner Bezirk Kreuzberg, welcher schon längst das Prädikat „Kleines Istanbul“ zugesprochen bekommen hat, zu…
-
50 Jahre stiller Massenmord – Wie an europäischen Lebensmitteln die Welt verhungert
von Fabian Ein paar Fischerboote tuckern langsam auf dem Lago Maggiore. Am Ufer reihen sich lange, frisch restaurierte aristokratische Villen aneinander, während eine kleine Tafel an den einstigen Besuch von Ernest Hemingway erinnert. Vor genau 50 Jahren trafen sich Vertreter der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in einem kleinen italienischen Kurort, um den Grundstein zu einer gemeinsamen europäischen…
-
Brot von gestern ist nicht hart – Weltweite Tischgemeinschaften mit „Brot für die Welt“
von Frank Wer kennt das Gefühl nicht: Man schlendert nun schon seit ein paar Stunden durch unberührte Natur oder unübersichtlichen Großstadtdschungel und das Frühstück ist bereits eine Weile her. Unwillkürlich entfährt dem wohlgenährten Europäer der Satz „Hab ich einen Hunger!“ – nichts Weltbewegendes. Außer wenn man sich vergegenwärtigt, dass nach Angaben von „Brot für die…