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Bebilderte Hörbücher: Die Unsitte der Filmsynchronisation in Deutschland

23 April 2012 90 Comments
Welles als "Citizen Kane" (Studiocanal)

Welles als "Citizen Kane" (Studiocanal)

Filmverleihe und Synchronstudios entscheiden in Deutschland nicht nur darüber, welche Filme wir sehen, sondern auch wie. Ein Plädoyer für mehr Originalfassungen in Kino und Fernsehen.

von David

Nichts ist so, wie es sich anhört. Dank der Synchronisation kann sich in Deutschland hinter einem norwegischen Physiker ein tschechischer Widerstandskämpfer verbergen, ein amerikanischer Söldner kann zu einem deutschen Abenteurer werden – und Nazis können zu ungarischen Staatspolizisten, „verdammt harten Kerlen“, „dunklen Mächten“ oder Drogenhändlern mutieren.

Als Filme Ende der 1920er Jahre sprechen lernten, ergab sich das Problem, wie man die neu entstandenen Sprachbarrieren überwinden sollte. In Deutschland setzte sich schnell die Synchronisation durch: Deutsche Sprecher trugen die übersetzten Dialoge lippensynchron vor. Sie eröffnete zugleich ganz neue Perspektiven für Zensoren. Lewis Milestones US-Verfilmung von Erich Maria Remarques Skandalroman Im Westen nichts Neues ließ 1931 Rechtskonservative und Nationalsozialisten Sturm laufen. Dies, obwohl er schon durch Kürzungen und Dialogänderungen entschärft worden war. Die Nazis verboten den Film 1933. Nach dem Krieg wurde er zwar wieder in Deutschland gezeigt, bis in die 1980er Jahre jedoch nur in der zensiert-synchronisierten Fassung. Zwischen 1933 und 1941 führten deutsche Kinos zahlreiche US-amerikanische Filme vor, da sie sich als Kassenschlager erwiesen. Nicht nur mit Hilfe von Schnitten, sondern auch mit der Synchronisation konnten die Ursprungsdialoge an das „deutsche Volksempfinden“ angepasst werden, etwa durch die Entschärfung sexueller Anspielungen.

Während in den Niederlanden und im skandinavischen Raum die meisten Filme untertitelt in Originalsprache – also „OmU“ – gezeigt werden, etablierte sich nach dem Zweiten Weltkrieg in ganz Deutschland die Synchronisation als dominierende Form der Übersetzung nicht-deutschsprachiger Filme. Alle waren glücklich: Das deutsche Publikum war seit Anfang der 1930er Jahre daran gewöhnt, die Alliierten konnten die Marktdominanz ihrer eigenen Filmindustrie in Deutschland dadurch leichter durchsetzen, und Zensoren hatten neben der Schere und dem Verbot ein weiteres Mittel, um sicher zu stellen, dass subversive Inhalte die deutschen Zuschauer nie erreichen würden.

„Jack“ Gruber ist kein Nazi!

Zusammen mit der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) waren und sind besonders die Filmverleihe stets bereit, Filme zu verändern: Profitgier ergänzte die Moralin-Säure. Das anschaulichste Beispiel von Synchronisations-Zensur bietet Michael Curtiz‘ antifaschistisches Melodrama Casablanca von 1942. In der ersten deutschen Fassung von 1952 fehlten über 20 Minuten: Alle Passagen mit einem deutschen SS-Major (ironischerweise von einem deutschen Emigranten dargestellt) und das berühmte Gesangsduell zwischen Franzosen und deutschen Offizieren. Aus einem von den Nazis gejagten tschechischen Widerstandskämpfer wurde ein norwegischer Wissenschaftler. Erst 1975 wurde der Film ungekürzt und in einer wieder sinngemäßen Synchronisation in Deutschland gezeigt.

Casablanca ist keineswegs eine Entgleisung, sondern nur das berühmteste Beispiel für die intensive Nutzung der Synchron-Zensur, um systematisch jegliche Anspielungen auf den Nationalsozialismus aus Filmen zu eliminieren. Auch unpolitische, aber negative deutsche Figuren wurden in den deutschen Filmfassungen eliminiert: Durch Austausch der Nationalität – wohl nach dem Motto, dass nur andere Nationalitäten böse Menschen hervorbringen – oder durch Verschweigen. Noch in den 1980er Jahren wurde mit der „Eindeutschung“ des gesamten Dialogs und kleinen Namensänderungen verschleiert, dass die Terroristen in Die Hard – Stirb langsam deutscher Herkunft sind.

Szene aus "Casablanca"

Szene aus "Casablanca"

Nebst der Lösung der „deutschen“ Problematik praktizierten und praktizieren deutsche Synchronstudios im Auftrag der Filmverleihe auch die üblichen Zensuren: Vulgäre Ausdrucksweisen, sexuelle Anspielungen (besonders homosexuelle) und die Thematisierung von Ehebruch, Prostitution und Pädophilie sind dem deutschen Publikum teils bis heute immer wieder dank weitsichtiger Synchron-Autoren erspart geblieben.

Verleiher (und in ihrem Auftrag Synchronstudios) zensieren nicht nur, sondern verändern auch willkürlich die Filmdialoge, um die Filme dem „Publikumsgeschmack“ anzupassen (sich anmaßend, dass sie jenen à priori kennen). Dabei werden typischerweise differenzierte Dialoge systematisch stereotypisiert und sachliche Äußerungen emotionalisiert, romantisiert, verniedlicht oder gar ins Dämliche gezerrt. Der Anglist Gerhard Pisek stellt solche Änderungen zu Dutzenden in den Synchronfassungen von Woody-Allen-Filmen fest: „elderly women“ werden „uralt“, „that guy with you“ wird zum „Clown da neben dir“, „women“ werden zu „tollen Bienen“ und aus einem „You‘re going to love her“ wird ein „Da zieht‘s dir die Schuhe aus“. Diese „abgedroschenen Wortwitze“ entstehen, so Pisek, mitnichten aus dem Zwang der Lippensynchronität heraus, sondern erschweren diese oft noch zusätzlich. Jedenfalls bekommt der deutsche Zuschauer nicht Woody Allens Humor vermittelt, sondern etwas, was die Synchronstudios für Humor halten oder von dem sie denken, dass das Publikum es für witzig hält.

Schottisch und Wienerisch für Anfänger

Die Verachtung deutscher Synchronstudios für den Film als Kunstform geht aber noch weiter: Seit jeher haben sie nicht nur die „Substanz“, also den semantischen Inhalt von Filmen, sondern in einem noch größeren Ausmaß den „Stil“, also die Form angegriffen. Der Tonfilm führte nicht nur zum Untergang eines manchen Stummfilmstars, was der diesjährige Oscargewinner The Artist humorvoll thematisiert, sondern brachte für Darsteller auch die neue Möglichkeit, zusätzlich zur Mimik und Körperbewegung ihre Stimme und deren Klangfarbe als schauspielerisches Gestaltungsmittel zu nutzen. Die Synchronisation jedoch, so der Medienwissenschaftler Julian Hanich, degradiert sie durch die Transplantation fremder Stimmbänder zu medizinischen Kunstfehlern: zu Hybridwesen, die mit einer fremden Stimme sprechen müssen.

Filme sind mehr als bebilderte Hörbücher. Manchmal ist es weniger wichtig, was die Filmfiguren sagen, sondern wie sie es in welcher filmästhetischen Umgebung machen. Der schottische Slang in Trainspotting sorgt etwa mindestens genauso sehr für Atmosphäre wie die geschickte Nutzung von Pop-Klassikern. In der deutschen Fassung sprechen hingegen alle Hochdeutsch. So nähert sich der frenetisch inszenierte Mikrokosmos einer Jugend-Subkultur in Schottland in der Synchronversion einem relativ eindimensionierten Junkie-Portrait. In Robert Altmans Gosford Park, einer Satire über den britischen Adel, dienen verschiedene Dialekte des Englischen nicht nur der Atmosphäre, sondern illustrieren vielmehr soziale Konflikte: Während die Adeligen Oxford-Englisch sprechen, kommunizieren ihre Bediensteten in Cockney-Slang oder schottischem Dialekt. Eine der Überraschungen des Films ist die Enthüllung der wahren Identität einer der Figuren, die daraufhin ihren angelernten Dialekt fallen lässt. In der deutschen Fassung von Gosford Park sprechen hingegen alle Figuren… nun ja: Hochdeutsch. Daher wirkt die Synchronversion auch eher wie ein überlanger, dröger Krimi denn wie eine elaboriert inszenierte Satire über Klassenkonflikte.

Synchronisation wirkt stereotypisierend und vereinfachend, da sie immer auch nach (deutscher) Eindeutigkeit strebt. Mit der differenzierten Welt polyglotter Filme kann sie unmöglich zurecht kommen. Mehrsprachigkeit im Kino bedeutet nicht nur ein von so manch deutschem Politiker verteufeltes Multikulti, sondern eben auch Missverständnisse oder Nicht-Verstehen.

In Carol Reeds The Third Man von 1949 sucht ein Amerikaner im Wien der Nachkriegszeit nach einem verschollenen Freund. Dass er sich aufgrund fehlender Deutschkenntnisse nicht mit den Einheimischen verständigen kann, verstärkt sein beklemmendes Gefühl persönlicher Isolation. Da in der Synchronfassung alle Figuren deutsch sprechen, verstehen sich alle, was die Ausgangssituation massiv verzerrt. Weil die dargestellten Verständigungsprobleme keinen Sinn mehr ergaben, griff das Synchronstudio zur Schere. Die Folge: Noch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts läuft The Third Man im deutschen öffentlichen GEZ-finanzierten Fernsehen in einer zwei Minuten kürzeren Fassung – Vorspann- und Abspannschnitte nicht eingerechnet.

Hier geht die Praxis langsam dazu über, dem deutschen Zuschauer auch mal das eine oder andere fremde Wort zuzumuten. Das grundsätzliche Problem, das der Synchronisation inne liegt, haben die Verleiher nach wie vor nicht lösen können, weil es eben unlösbar ist. Wenn 2009 in dem viersprachigen grotesken Kriegsmärchen Inglorious Basterds die französischen Dialoge untertitelt, die italienischen jedoch nicht und die englischen synchronisiert werden, dann ist dies schlussendlich inkonsequent. Natürlich davon abgesehen, dass Hans Landa eine seiner wichtigsten Eigenschaften (seine universale Mehrsprachigkeit) und Aldo Raine seinen urkomischen Hillbilly-Dialekt verliert, der durch die übliche gelangweilt-monotone Hochdeutsch-Synchronstimme Brad Pitts ersetzt wird.

Szene aus "Taxi Driver" (Sony Pictures Home Entertainment)

Szene aus "Taxi Driver" (Sony Pictures Home Entertainment)

Künstlerische Bedenken spielen bei Filmverleihen und Synchronstudios ohnehin keine Rolle. Letztere erhalten ein „International Tape“ (IT) des Films mit allen Geräuschen, außer den Dialogen. Dieses wird in etwa 700 bis 1.000 Schnipsel von maximal 10 bis 15 Sekunden zerlegt, über die die Sprecher (ohne Kenntnis des Filmkontextes) die Dialoge sprechen. Die Miete der Tonstudios ist teuer und üblicherweise werden die Sprecher im Akkord bezahlt: Insofern hat jede Partei Interesse daran, Quantität zu produzieren. Für die sorgfältige qualitative Überprüfung von Zwischenergebnissen und Endprodukt reicht die Zeit (sprich: das Geld) nicht. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn zum Beispiel Pisek in den Woody-Allen-Filmen, die er analysiert, Dutzende von vermeidbaren Flüchtigkeitsfehlern findet: Wortverwechslungen, wörtliche Übersetzungen von „false friends“ („argument“ zu „Argument“) etc. Trotzdem schlägt eine Synchronisation mit 25.000 bis 100.000 Euro zu Buche, während das Untertiteln gerademal 3.000 bis 5.000 Euro kostet.

Da bei der Synchronisation Filme immer wie bebilderte Hörbücher behandelt werden, überrascht es kaum, wenn in deutschen Fassungen der Dialog meist erheblich lauter ist als die Geräuschkulisse des Originalfilms: Dank des IT ist dies problemlos möglich. Bei der berühmten „You talking to me“-Szene in Martin Scorseses Taxi Driver sind die Hintergrundsgeräusche (New Yorker Straßenlärm) so laut wie der Monolog selbst, während in der deutschen Fassung Travis‘ Wohnung fast komplett schallisoliert ist. Wenn aber besonders bei alten Filmen kein IT vorhanden ist, müssen nicht nur die Dialoge, sondern auch die Musik und die Geräuschkulisse des Films „neu geschaffen“ werden. Hier tun sich furchterregende Abgründe der Filmverachtung auf. Der Independent-Horrorfilm White Zombie von 1932 gilt wegen seiner expressionistischen Inszenierung als Kultklassiker. Der deutsche Verleiher jedoch ließ den gesamten Film mit permanentem Synthesizer-Gedudel und Schreien aus der Konservendose unterlegen, wahrscheinlich in der Meinung, der Film würde dadurch gruseliger werden. Prophylaktisch ließ er auch gleich Dialog-Anspielungen auf die Homosexualität einer der Hauptfiguren entfernen. Bei Orson Welles‘ Citizen Kane fehlte ebenfalls das „International Tape“. Wenngleich das Studio hier auf alberne Synthie-Spielereien verzichtete, wurde Bernard Herrmanns Originalmusik ebenso wenig neu eingespielt wie die Musikdramaturgie des Originals beachtet: Szenen, in denen Welles Stille als spannungssteigerndes Mittel einsetzt, wurden mit lautstarker Musik verunstaltet. Der einzige Film von Hollywoods enfant terrible, der in den USA nicht durch Produzenten verstümmelt wurde, blieb in Deutschland nicht verschont.

Mission Mars: Mehr OmU wagen!

Synchronisation zerstört nicht nur Kunstwerke, sondern auch Interkulturalität. Dass die ganze Welt ausschließlich deutsch spricht, ist nur ein feuchter Traum deutscher Nationalchauvinisten. In Fernsehen und Kino wird sie in Deutschland auf eine Weise gezeigt, die diesen Traum fast erfüllt. Wer von den „schöpferischen Möglichkeiten der Synchronisation“ in Deutschland schwärmt, offenbart nicht nur seine unbegrenzte Verachtung gegenüber Filmemachern als Künstlern, sondern ist auch von deutschen Überlegenheitsphantasien nicht mehr weit entfernt. Die Vorstellung hingegen, dass gerade dank Synchronisation dem deutschen Publikum fremde Kulturen näher gebracht würden, geht von falschen Prämissen aus. Sie hält kulturelle Unterschiede für unüberbrückbar, unterschätzt die Universalität der Filmsprache und führt zum „Mallorca-Syndrom“: Das Fremde wird erst akzeptiert, wenn es als Verlängerung Deutschlands wahrgenommen werden kann.

„Gewiß wird man eher eine Mars-Rakete entwickelt haben als ein Mittel, deutschen Verleihern Respekt vor der Filmkunst beizubringen“, prophezeite der Filmkritiker Enno Patalas im Jahre 1961. Er hatte Recht: Heutzutage werden erfolgreich „Raketen“ zum Mars geschossen, wohingegen Filmverleihe nach wie vor Filme nur als verfügbare Masse ohne eigenes Recht auf Schutz ansehen. Was sich verändert hat, ist die Macht der Zuschauer, solche Probleme bewusster zu erkennen. Früher konnten deutsche Cinephile nur im Ausland, bei Filmfestivals oder in wenigen Programmkinos Filme in nicht-deutscher Sprache sehen. Dies hat sich dank dem Aufkommen von DVD und Online-Streaming geändert. Kinos und Fernsehen hinken dieser Entwicklung jedoch noch stark hinterher. Gerade provinzielle Programmkinos könnten eigentlich mit Besuchern rechnen, die Filme auch als Kunstwerke wahrnehmen und bereit wären, diese ab und zu im Original mit Untertiteln zu sehen. Auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen jenseits der spärlichen Angebote von 3sat und arte könnte ruhig mehr „OmU“ wagen. Gerade Filmklassiker werden gerne ohne jeglichen Anspruch auf ein Massenpublikum erst spätabends gezeigt. Nebst Anton Karas‘ Zither-Klängen könnte dann auch das ungeschnittene Wienerisch Paul Hörbigers wieder exotisch klingen.

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Bisher 90 Meinungen zum Thema: Bebilderte Hörbücher: Die Unsitte der Filmsynchronisation in Deutschland

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  • Jott meint:

    Ganz schlimm ist mir auch der Film “Der Harte und der Zarte” in Erinnerung geblieben. Dort wurde aus einer Neonazi-Verschwörung gegen Deutschland mal eben eine Neonazi-Verschwörung gegen Argentinien. Ungünstig, wenn in der “argentinischen” Botschaft überall deutsche Fahnen hängen.

  • Mett meint:

    Hört mir bloß auf mit Untertiteln. Man glotzt nur noch drauf anstatt sich die Handlung anzuschauen. Ich würde mir im Kino niemals OmU anschauen, eher OV.

    Der Satz hier hätte aber gerne schon zu Beginn des Artikels stehen dürfen: “Dass die ganze Welt ausschließlich deutsch spricht, ist nur ein feuchter Traum deutscher Nationalchauvinisten.”. Ich hätte mir das Lesen bis zum Ende nämlich erspart.

  • Katze meint:

    Ein schöner Artikel, ein schöner Aufruf zu mehr OmU. Aber ein bisschen differenzieren muss man doch…
    So schön ist das Filmegucken mit Untertitel nun auch wieder nicht. Man gewöhnt sich zwar an alles, aber es ist unverkennbar, dass die Bilder verloren gehen, weil man sich zu sehr auf den Text konzentriert – selbst wenn man geübter Untertitelgucker ist wie ich. Und beim Film sollte es doch gerade auch um die Bilder gehen.

    Leider bin ich sogar bei deutschen Filmen oder Filmen in deutsch wegen Schwerhörigkeit darauf angewiesen. Da fallen dann auch die unsäglichen Differenzen von deutscher Synchronisation und deutschem Untertitel auf, die aber an die Originalspur angelehnt sind (da weiß man dann übrigens, was tatsächlich bei der Übersetzung des Films passiert). Es wäre sicher zuviel verlangt, Untertitel für beide Sprachfassungen anzubieten.

    Auch sollte man nicht unterschätzen, dass es zwar eine spannende Erfahrung ist, einen Film in einer Sprache zu schauen, die man nicht kann, aber es ist dann kaum noch möglich zu beurteilen, wann jemand mit der Sprache spielt, mit seiner Stimme oder gar in einem Dialekt unterwegs ist. Ja – auch das Schauen in OmU ist längst nicht verlustfrei und eigentlich erst ein richtiges Vergnügen, wenn man die Sprache kann und das U wegfällt.

  • christiane meint:

    Das ist ein sehr interessanter post, den ich gerne beruflich nutzen wuerde, wenn das okay ist – ich arbeite naemlich an einem Projekt mit, das versucht, Mehrsprachigkeit in Europa darzustellen, entlang der Richtlinien der EU. Es ist quasi eine Bestandsaufnahme. Das heisst jetzt nicht, dass ich einfach den post in unser blog packen moechte, sondern ich wollte mich fuer die gute Grundlage/ den Denkanstoss bedanken:)

    Ich mag dubbing auch nicht, werde aber von Untertiteln auch schnell abgelenkt – da hilft nur zwei- oder drei Mal gucken, wenn’s wirklich interessiert. Am meisten irritieren mich aber Synchronsprecher, die mehrere Schauspieler/innen im Repertoire haben. Macht mir ganze Filme kaputt.

  • 0211 meint:

    damit wird sich das kino nur noch einer kleinen gebildeten masse erschließen, die nicht nur völlig fließend englisch bzw. andere Sprachen spricht, sondern gleichzeitig auch in der lage ist, sämtliche dialekte dieser fremdsprache zu unterscheiden. wie arrogant! es gibt in jeder größeren stadt kinos, die einzelne filme in originalversionen zeigen. ansonsten kann man sich auch filme auf DVD kaufen.

  • Thomas meint:

    Ganz schlimm finde ich auch immer, wenn in einem US-Film Franzosen vorkommen. Während die Amerikaner Hochdeutsch sprechen, müssen die Franzosen einen ganz schlechten stereotypen Akzent haben wie in “Das Sakrileg” oder den Bourne-Filmen. Ein deutscher Synchronsprecher, der vorgibt Franzose zu sein… Da stellen sich bei mir die Nackenhaare auf und ich greife schnell zur Fernbedienung.

  • SILen(e meint:

    @0211

    Noch nie auf die Idee gekommen, dass nicht nur eine gebildete Masse Englisch verstehen könnte, wenn man die Sprache allgemein für mehr als nur die Schulzeit gebrauchen könnte?

    Synchronisierte Filme verlieren einfach etwas, die Sprache und Aussprache gehört ebenso dazu wie das Bild, es würde sich ja auch niemand eine Fassung von beispielsweise Titanic mit Knetmännchen anstelle von Leonardo DiCaprio und Kate Winslet ansehen, wenn der (deutsche) Ton gleich bleiben würde und auch sonst alles so gut wie möglich modelliert würde.

    Auch mich lenken Untertitel ab, aber dann verzichtet man bei Filmen in einer Sprache die man versteht einfach darauf, das wird dann schnell dazu führen, dass man bald immer besser versteht was in teilweise schwer verständlichen Szenen gesprochen wird – oder man versteht es eben nicht, weil manche Szenen wie ja auch im Artikel angesprochen, gar nicht verstanden werden sollen. Solche Nuancen verlieren sich regelmäßig in der Synchronisation.

    Und auch Filme die man nicht versteht, bei denen man auf Untertitel angewiesen ist (bei mir z.B. die Originalfassung von “So finster die Nacht”) bieten einfach mehr Atmosphäre als Synchronisationen.
    Der Film ist eh ein gutes Beispiel, weil Amerikaner ja üblicherweise nicht synchronisieren sondern nur untertiteln sind ausländische Filme dort eher eine Nische – deshalb macht man dann von interessanten Filmen anstelle einer Synchro ein Remake, wie auch bei “So finster die Nacht”, mit dem Remake “Let me in”.
    Zu großen Teilen mit den selben Kameraeinstellungen und Szenen.

    Einfach schrecklich.

  • Jens Bremmekamp meint:

    @0211: genau, in anderen europäischen Ländern ist Kino ja schon immer eine totale Randerscheinung gewesen, die sich nur einer kleinen, elitären Schicht erschließt. Und Gott bewahre, dass es dann vielleicht wieder mehr gute Filme aus Deutschland gäbe …

  • grnfc meint:

    Großartiger Artikel! Ich liebe eigentlich Progammkinos, aber wegen der schwer erträglichen Synchronisationen gehe ich nur selten hin.

  • simon8899 meint:

    Gerade in Sci-Fi gibt es viele unsägliche Beispiele. Von Star Trek (als Kinderserie umsynchroniesiert, folgen komplett umgeschnitten) bis Total Recall (aus “I have a lock” am Scanner wurde “Ich habe ein Schloss”).

    Aber auch die ersten Bud Spencer / Terence Hill filme sind spannend: In Kinosynchro mit FSK 16 – in ZDF-”Comedy”-Synchro mit FSK 12.

  • Peter meint:

    @ 0211
    Aber vielleicht würde das im Gegenzug helfen, z.B. Englischkenntnisse im breiten Volk zu vertiefen bzw. die Lust daran zu wecken? Besteht nicht vielleicht ein Zusammenhang zwischen besseren Fremdsprachenkenntnissen in Skandinavien und den dort im Original gezeigten Filmen und Serien? So erklärte mir es jedenfalls ein recht gut sprechender Finne. Woher er das konnte? Aus den deutschen Filmen und Serien, die dort – in Deutsch – gezeigt werden.
    Würde man hierzulande von früh auf Englisch, Französisch etc. regelmäßig im Kino und TV hören, dann würden die Leute es hier vielleicht auch besser können. Ich finde es unglaublich, dass sich selbst auf einem DVD-Abend unter Studenten keine Mehrheit dafür findet, einen englischen Film im OT zu gucken: “Das verstehe ich ja nicht!” Ja aber das solltest du verstehen können als zukünftiger Akademiker, verdammt nochmal!
    Also lernen durch Schmerz. Wer die Filme sehen will, muss die Sprache halt lernen. Punkt.

  • Marco meint:

    Mir fehlt noch das Anprangern der teilweise grässlichen Hintergrundgeräusche. Achtet mal auf Laufgeräusche in Synchronfassungen. Ich bekomme da regelmäßig Plaque!
    Mit Digitalfernsehen wäre es ohne Probleme möglich, einfach die originale Tonspur mitzusenden. Ich verstehe nicht, warum das nicht gemacht wird. Ich wette, dass 20% der jungen Leute das gern in Anspruch nehmen würden. Untertitel brauchen die meisten bei englischen Filmen sowieso nicht.

    Ciao!

  • Ali schwarzer meint:

    Also ich finde sowohl Filme in Originalfassung als auch deutsch sychronisierte Fassungen gut.

  • theollione meint:

    Es gibt gute Gründe für jede Form der Darbietung, sei es das Original, das untertitelte Original oder die Synchronisation. Natürlich gibt es bei letzterer unsagbar miese Exemplare, aber das rechtfertigt ebenso wenig deren Abschaffung, wie es bei unsagbar miesen Filmen der Fall wäre (und auch hier gibt es zahllose Beispiele). Das “Kunstwerk Film” besteht nicht nur aus Sprache. Untertitel lenken bei bestehenden Sprachbarrieren vom Bild ab. Natürlich sprechen mittlerweile viele Menschen Englisch (oder etwas, das sie dafür halten), dies verhilft allerdings häufig immer noch nicht zu einem besseren Verständnis des Originaltons, als es eine durchschnittliche Synchronisation täte. Darüberhinaus gibt es auch nicht nur englischsprachiges Kino und ab der zweiten Fremdsprache fallen die Fähigkeiten oft signifikant ab. Spätestens beim asiatischen Film ist das Original nur noch für eine handvoll Zuschauer geeignet.

    Ja, ich stimme in sofern zu, als das Synchronisation auch eine Form der Zensur ist. Eine von vielen, denn es fängt bereits bei der Auswahl der Filme an, die ein Kino überhaupt anbietet und häufig ist man leider der einzige Trottel, der sich für ein Machwerk im relevanten Einzugsgebiet überhaupt interessiert. Und so, wie man für diese “Randgruppenfilme” weite Wege in Kauf nehmen muss, ist es leider auch bei Original- und untertitelten Filme der Fall. Trotzdem bietet man uns mit allen drei Verfahren eine Vielfalt an, die jedem Zuschauer die gewünschte Form anbietet. Ich fürchte, die Häufigkeit des jeweiligen Auftretens hat hier wieder etwas mit dem ominösen Markt zu tun. In den Niederlanden und Skansinavien gibt es diese Vielfalt nicht. Das liegt aber auch daran, dass das die potentielle Kundschaft für eine Synchronisation eher gering ist (immerhin gibt es mehr deutsche Muttersprachler als Niederländer und Skandinavier zusammen) und der Preis verhältnismäßig hoch.

  • mono meint:

    Ich denk mir auch immer, dass für die Synchro-Schreibarbeit schnell mal ein paar Anglistik-Studenten der niederen Semseter engagiert werden, wenn überhaupt. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum ich bei den Simpsons oft lange nachdenken muss, bis ein verquerer Dialog nach etwas Rückübersetzung doch noch sinnvoll und dann sogar lustig wird. Humor ist eben oft unübersetzbar.

    Having said that, ein Meilenstein der Synchronisationskunst ist IMHO der legendäre “Das Leben des Brian”, der auf Deutsch noch lustiger ist als original, wo Sprachfehler bei Pilatus in sinnvolle deutsche Sprachfehler übertragen werden und wo die Synchro-Leute eine ganze Reihe unsterblicher Zitate geschaffen haben. Geht doch! (etwa im Vergleich zum um Klassen schlechter übersetzten “Rittern der Kokosnus”, ojeh…)

    “Wir sind einem Stern gefolgt…” – “Sternhagelvoll seid ihr!!!”

  • Bernd meint:

    Bernd:

    Simpel: Das wäre schlicht teurer, denn die Originaltonspur kostet bei den Ausstrahlungsrechten extra. Die Synchronisation ist nämlich auch ein subtiles, aber sehr wirksames Mittel, den großen deutschen Filmmarkt vom Rest der Welt zu trennen. Dafür zahlt man dann auch nur für nationale Ausstrahlung.
    Eine Kopie einer Ausstrahlung im O-Ton wäre außerdem weltweit zu gebrauchen, auch an Orten, wo der Rechteinhaber sie evtl. noch gar nicht haben will. Also gibt es sowas nicht, oder nur für sehr viel Geld.

    Das ist auch der Grund, warum z.B. Zweikanalton dann über Satellit oftmals nicht ausgestrahlt wird, selbst wenn es ihn – selten genug – auf anderen Ausstrahlungswegen gibt: Da könnten ja dann auch noch Leute aus Gebieten zuschauen, für die gar keine Lizenz erworben wurde.

    Klar ist das alles doof, und führt heutzutage dann dazu, daß viele für Originalfassungen genervt auf weniger offizielle Quellen zurückgreifen.

    Daß die sich damit immer zielsicherer ins Knie schießen, ist aber bei Studios und Verleihen noch nicht angekommen. Wird es vielleicht auch nie.

  • grnfc meint:

    …und das Schauspielern mit der Stimme beschränkt sich ja nicht nur auf angewendete Dialekte – selbst wenn man die Sprache nicht versteht, kommt da was rüber. Die Stimme ist bei vielen Schauspielern außerdem Teil ihrer “Marke”. Die Coolness von Mads Mikelsens unverkennbar tiefer Stimme z.B. ist deutschen Kinobesuchern vollkommen unbekannt.

  • Constantin meint:

    Wenn alles so kommt wie du es dir wünscht, ergeben sich folgende Probleme:

    1. Es nervt unglaublich Untertitel zu lesen. Die meisten Menschen würden die synchronisation vorziehen. Auch wenn, wie in den Niederlanden und Skandinavien geschehen, sich die Menschen daran gewöhnen würden, gefallen würde es ihnen nicht.

    2. Bei manchen Filmen macht es nichts aus in welcher Sprache sie sind. In vielen Action Filmen sind die Dialoge so flach, dass es völlig egal ist.

    Aber es würden auch viele Vorteile entstehen:

    1. Die Fremdsprachenkenntnisse der Deutschen würden sich rapide steigern.

    2. Der Deutsche Film würde gefördert werden, da sich tendentiell mehr Menschen in deutsche Produktionen setzten würden.

    Deswegen unterstütze ich deine Hoffnung auf mehr OmU, würde aber gerade jetzt nach der fast vollständigen digitalisierung des Fernsehens ein Umdenken bei den Fernsehsendern (gerade ÖR) wünschen statt OmU mehr im Zweikanalton zu senden. So können Serien und Filmfans die des Englischen mächtig sind und wissen, dass z.B. How I met your Mother einfach viel lustiger im Original ist, wieder aus der Illigalität zurück zum Fernsehen geholt werden. Und jeder kann entscheiden was er lieber möchte: Original oder Übersetzung.

    Und nur so nebenbei: @0211: Der Anteil der Menschen in Deutschland die recht gut Englisch sprechen ist nicht so klein wie du vielleicht denkst.

  • Josef D. meint:

    Das mit den falschen Synchronisationen und teilweise brutalen Änderungen gilt nicht nur für Spielfilme, sondern auch für Fernsehserien. So hat man die Raumschiff-Enterprise-Folge Amok Time im Deutschen “Weltraumfieber” genannt – und auch genau das draus gemacht, nämlich war in der deutschen Version Spock nicht brünftig, sondern hatte ein nicht näher bezeichnetes Weltraumfieber. Und ich erinnere mich an eine Folge von Magnum, bei denen von arabischen Terroristen die Rede war. Nur waren’s keine Araber, sondern Nazis, was schon dadurch eigentlich klar war, dass sie gar nicht sehr arabisch aussahen. Nein, wenn immer es geht, schau ich mir das Original an und nicht die deutsche Synchronversion an. Wo bleibt sonst der nette schottische Akzent von Scotty oder der Hillbilly-Akzent von Mater aus “Cars”?

    Marco fragte in seinem Beitrag, warum die deutsche Tonspur im Digital-TV meist nicht mitgeliefert wird. Ich denke, das liegt daran, dass die Sender dann die Rechte auch daran erwerben müssten, was sie extra kostet. Da verzichten sie lieber drauf, den Fernsehzuschauern, den Gefallen zu tun, auch die Original-Tonspur mitzuliefern.

  • Comely meint:

    Immer dieses Gejammer. Deutsche Synchros sind gut, teilweise großartig. Hört auf zu heulen, kauft euch Blu Rays (oder DVDs) mit Originalton und guckt doch was ihr wollt und wie ihr es wollt. Im Zeitalter der Flatscreens ist es zu Hause doch ohnehin schon wie im Kino. Also: Nicht Jammern, ab in die Videothek. Mein Gott nochmal….

  • Kai meint:

    „Auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen jenseits der spärlichen Angebote von 3sat und arte könnte ruhig mehr „OmU“ wagen.”

    Das ist der einzige Punkt, an dem ich kurz widersprechen muss: Es dürften nämlich eher Lizenzprobleme sein, die eine OV/OMU Ausstrahlung im Fernsehen — europaweit über Satellit zu empfangen! — verhindern.

  • toba meint:

    Guter Artikel.

    Was meiner Meinung nach fehlt: Die Synchronfassungen vermitteln uns auch ein falsches Bild von internationaler Förmlichkeit. Vor allem in den Synchronfassungen amerikanischer Serien sprechen sich langjährige und befreundete Kollegen zwar mit Vornamen an, schaffen es aber nicht, sich in 10 Staffeln auch nur einmal das “Du” anzubieten.

  • FrankN.Stein meint:

    Schlimmstes Beispiel meiner Meinung nach ist Monty Python’s Holy Grail, bei dem schon der deutsche Titel “Ritter der Kokosnuss” darauf hindeutet, dass die echte Satire von Mittelatlerfilmen in der deutschen Synchro durch 70er Jahre Witzeleien auf Klimbim- oder Bud Spencer und Terence Hill Niveau zu Tode synchronisiert wird… Hat allerdings auch seine Fans, die ihn trotzdem oder gerade WEGEN dieser Art von Humor mögen.
    Allerdings ist es schon besser geworden, muss man ja sagen, DIESE Art von bewusst verfälschender Synchro findet man kaum noch. Das schlimmste was einem heute noch passiert ist die Unfähigkeit, Originalsprachige Witzen, Anspielungen, Dialekte o.ä. ins Deutsche rüberzuretten. Prinzipell bin ich zwar sehr für deutlich mehr OmU, aber wenn überhaut ist das ein sehr langwieriger Prozess. Dazu haben wir hier nicht die Tradition, wenn ab morgen alle Kinos nur noch Originalfassungen bringen, brechen die Umsätze ein… Man müsste wenn überhaupt die nächste Geneartion langsam dran gewöhnen und damit aufwachsen lassen.

  • Moni meint:

    Dass die Untertitel ablenken, sehe ich auch als Problem. Dennoch bin ich der Meinung, dass es öfter möglich sein sollte, Filme in Originalsprache zu sehen, weil ich eben auch lieber mitkriegen möchte, wie jemand spricht und auf verfälschte Übersetzungen gerne verzichten kann.

    Besonders stört es mich aber auch, wenn in Dokumentationen und Interviews der Sprecher einfach nach Art einer Simultanübersetzung weiterredet, während Menschen etwas erzählen. Ganz absurd war es bei einer Sendung auf dem “History Channel”, in der es um die Verbreitung und Entwicklung der englischen Sprache und Dialekte in Nordamerika ging. Da wurde durchgehend alles auf Deutsch übersetzt und über die Original-Tonspur drübergequatscht, auch bei den Beispielen!

  • chopper meint:

    Ich bin schon vor Jahren dazu übergegangen mir britische bzw. amerikanische Serien nur noch im Original anzuschauen. Zum einen hat das einen merklichen Bildungseffekt, so ist es auch nicht überraschend das in skandinavischen Ländern durchgehend besseres Englisch gesprochen wird als in Dtl.. Außerdem verleiden einem deutsche Synchronisationen merklich den Genuss, da sie merklich sinnentstellend sind. So erinnere ich mich mit Schrecken an den Gastauftritt von Stephen Hawking (durch dt. Synchronisation eh ab absurdum geführt) in einer Simpsons Folge wo er im deutschen von einer “Träne in der Raum-Zeit” sprach. Dieser Übersetzungsfehler von ‘tear’ als ‘Träne’ anstatt ‘Riss’ fiel mir selbst ohne Kenntnis des Originals auf. Ein andere Fall war in einer Futurama Folge, wo in einer Unterhaltung über eine Sportart diese von einer ‘national pastime’ also nationalen Zeitvertreib zu einer ‘national past-time’ also nationales Vergangenheit wurde.

  • Quadruplex meint:

    Die Deutschen sind in dieser Hinsicht einfach versaut. Wer’s jahrzehntelang gewohnt ist, Synchrondreck zu hören, tut sich mit Untertiteln schwer.

    Inhaltlich kann ich nur beipflichten. Ein paar Beispiele, die mir einfallen:

    American Beauty: Annette Bening spielt die Carolyn Burnham schnippisch und zickig, die deutsche Stimme ist harmlos. Als ihr Film-Mann sieht, daß sie ein Verhältnis hat, sagt er: “This makes sense” im Sinne von: “Hab ich mir’s gedacht”. In der deutschen Fassung sagt er: “Das ist sinnvoll.”

    Serial Mom: Kathleen Turner hat ‘ne eher tiefe Stimme, die deutsche ist mädchenhaft schnatternd. Der Sohn fragt sie, ob sie wirklich “Serial Mom”, also die Serienmörder-Mutti, sei; sie antwortet: “The only cereal I know anything about is Rice Krispies”. Geht auf Deutsch gar nicht. Der ganze Etepetete-Unterton der Vorort-Muttis ist in der deutschen Fassung futsch.

    Robocop: Viele Stimmen passen vorn und hinten nicht, die Parodie auf die Reagan-Ära kann man in der deutschen Fassung nur erahnen.

    Thelma und Louise: Mit dem Fahrer eines Tanklasters streiten sich die Mädels: “I bet you even called us beavers on your
    CB radio.” Heißt: Ich wette, Du hast uns Muschis auf dem CB-Funk
    genannt. “Deutsch”: “Ich, wette, Du hast uns scharfe Bräute genannt”.

    16:50h ab Paddington: Im Original berichtet Miss Marple von einem
    Mord im vorbeifahrenden Zug, der Schaffner glaubt ihr nicht und
    meint, sie habe schlecht geträumt. Ihre Antwort: “A bad dream
    indeed.” Läßt sich perfekt mit “Fürwahr, ein schlechter Traum.”
    übersetzen. In der deutschen Fassung sagt sie stattdessen: “Komisch -
    daß jemand umgebracht wurde, scheint ihn überhaupt nicht zu
    interessieren.” Auch in diesem Film geht das – in diesem Fall englische – Etepetete – komplett unter.

    So könnte ich jetzt noch stundenlang weitermachen… Ich gönne ja den ohnehin darbenden deutschen Schauspielern die Synchronkohle. Mich hält sie aber weitestgehend von deutschen Kinos fern. Immerhin: Seit 15 Jahren gibt’s DVDs. Deswegen möchte ich dann dennoch ein Lob für die EINE gelungene Synchronfassung aussprechen, die mir in den letzten Jahrzehnten untergekommen ist: “Ruthless People” – “Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone”. Der ist (bis auf den Filmtitel) ziemlich gut übersetzt, die Gags klappen auch in Deutsch – und Judge Reinholds deutsche Stimme ist wesentlich angenehmer als sein tatsächliches Organ.

  • Mephisto meint:

    Ich finde den Artikel maßlos übertrieben. Sicherlich hat die Synchronisationskultur die wir im deutschen Sprachraum haben ihre Schattenseiten (Zensurpotenzial usw.) und es ist auch in Ordnung darauf hinzuweisen, aber:

    1.)
    Deutsche Synchronisationen gehören zu den besten auf diesem Planeten. Hier sprechen ausgebildete Schauspieler (im Rahmen des Machbaren) lippensynchron und mit glaubwürdiger Betonung, während es für andere Märkte genügen muss, dass Filme von einem einzelnen Sprecher betonungsarm übersprochen werden. Auch die Übersetzungen sind – bei allen bekannten Fehlschlägen – in der Regel doch von hoher Qualität.

    2.)
    Es wird übersehen, dass sich auch die Synchronisationen weiterentwickelt haben. “The Third Man” (deutsche Titel verwenden ja nur die Ungebildeten, nicht wahr?) kam 1950 in Deutschland in die Kinos. Seit damals hat sich doch einiges weiterentwickelt, so auch die Synchronisationen.

    3.)
    Spätestens seit der DVD ist der Zugang zu Originaltonspuren leichter denn je, die im Artikel angesprochenen Probleme haben daher sehr an Relevanz verloren.

    4.)
    Auch wenn es wünschenswert wäre, dass mehr Menschen, mehr Sprachen beherrschen: Synchronisation sorgt dafür, dass Filme auch Menschen erreichen, die die Originalsprache nicht sprechen. Untertitel lenken wie bereits mehrfach erwähnt ab und fördern deshalb das Verständnis des Originals auch nicht wirklich.

    Ich jedenfalls werde heute Abend “Braveheart” in der deutschen Fassung genießen, auch wenn ich schottisches Englisch liebe und mir diesen Film auch schon im Original angesehen habe … und wieder werde ich die Tatsache, dass dort eine deutsche Synchronsprecherin Sophie Marceau mit einem französischen Akzent synchronisiert hat nicht schlimmer finden, als dass der (Australo-)Amerikaner Mel Gibson im Original Englisch mit einem schottischen Akzent spricht.

  • Quadruplex meint:

    Die Deutschen sind in dieser Hinsicht einfach versaut. Wer’s jahrzehntelang gewohnt ist, Synchrondreck zu hören, tut sich mit Untertiteln schwer.

    Einen Aspekt darf man aber – zumindest bei den TV-Sendern – nicht vergessen: Die decken via Satellit unverschlüsselt ganz Europa ab. Die Rechte für die Originalfassung sind wesentlich teurer als für die Synchronfassung. Die Sender müßten also für etwas zahlen, was ihnen kaum mehr Quote brächte (oder sie bielleicht sogar versaut).

    Inhaltlich kann ich aber nur beipflichten. Ein paar Beispiele, die mir einfallen:

    American Beauty: Annette Bening spielt die Carolyn Burnham schnippisch und zickig, die deutsche Stimme ist harmlos. Als ihr Film-Mann sieht, daß sie ein Verhältnis hat, sagt er: “This makes sense” im Sinne von: “Hab ich mir’s gedacht”. In der deutschen Fassung sagt er: “Das ist sinnvoll.”

    Serial Mom: Kathleen Turner hat ‘ne eher tiefe Stimme, die deutsche ist mädchenhaft schnatternd. Der Sohn fragt sie, ob sie wirklich “Serial Mom”, also die Serienmörder-Mutti, sei; sie antwortet: “The only cereal I know anything about is Rice Krispies”. Geht auf Deutsch gar nicht. Der ganze Etepetete-Unterton der Vorort-Muttis ist in der deutschen Fassung futsch.

    Robocop: Viele Stimmen passen vorn und hinten nicht, die Parodie auf die Reagan-Ära kann man in der deutschen Fassung nur erahnen.

    Thelma und Louise: Mit dem Fahrer eines Tanklasters streiten sich die Mädels: “I bet you even called us beavers on your
    CB radio.” Heißt: Ich wette, Du hast uns Muschis auf dem CB-Funk
    genannt. “Deutsch”: “Ich, wette, Du hast uns scharfe Bräute genannt”.

    16:50h ab Paddington: Im Original berichtet Miss Marple von einem
    Mord im vorbeifahrenden Zug, der Schaffner glaubt ihr nicht und
    meint, sie habe schlecht geträumt. Ihre Antwort: “A bad dream
    indeed.” Läßt sich perfekt mit “Fürwahr, ein schlechter Traum.”
    übersetzen. In der deutschen Fassung sagt sie stattdessen: “Komisch -
    daß jemand umgebracht wurde, scheint ihn überhaupt nicht zu
    interessieren.” Auch in diesem Film geht das – in diesem Fall englische – Etepetete komplett unter.

    So könnte ich jetzt noch stundenlang weitermachen… Ich gönne ja den ohnehin darbenden deutschen Schauspielern die Synchronkohle. Mich hält sie aber weitestgehend von deutschen Kinos fern. Immerhin: Seit 15 Jahren gibt’s DVDs. Deswegen möchte ich dann dennoch ein Lob für die EINE gelungene Synchronfassung aussprechen, die mir in den letzten Jahrzehnten untergekommen ist: “Ruthless People” – “Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone”. Der ist (bis auf den Filmtitel) ziemlich gut übersetzt, die Gags klappen auch in Deutsch – und Judge Reinholds deutsche Stimme ist wesentlich angenehmer als sein tatsächliches Organ.

    PS. Liebe Blogbetreiber: “Seih nett und spamme nicht!” – ist das die Schlechtschreibreform?

  • Nico meint:

    Guter Artikel, auch wenn ich mich den Forderungen nicht anschließen mag. Die grundsätzlichen Probleme der Synchronisation, falsche Übersetzung und Zensur, werden durch Untertitel kaum gelöst.

    Letzten Endes ist es auch eine Frage des sog. “Marktes”. Wenn Kinos merkten, dass die Menschen sich lieber Filme in Originalton anschauen und dass man sich den ganzen Käse mit dem Nachsynchronisieren sparen kann, würden sie sicherlich liebend gern darauf verzichten. Eigentlich müsste also auf das dumme Publikum schimpfen, dass es mit solchen stümperhaft bearbeiteten Werken zufrieden ist. ;)

    Full Disclosure: Ich schaue mir Serien oft und gern in ihrer Originalsprache an, wenn diese Englisch ist, und ich denke, dass die Englischkenntnisse des Durchschnittsbürgers nicht so gut sind oder sich durch Umstellung auf OmU über Nacht so stark verbessern würden, wie sich mancher Kommentator das vorstellt.

  • FabMax meint:

    @Mephisto: Klarer Widerspruch in fast allen Punkten.

    1. Das die deutschen Synchronsprecher zu den besten gehören, heißt nicht, dass die Qualität hoch ist. Als bilingualer Mensch kann ich Ihnen sagen, dass sie das nicht ist. Die meisten Sprecher mögen zwar gut sein, aber die Übersetzungen sind es nicht. Gerade bei Serien ist das der Fall. Ich möchte z.B. die Serie “Justified” nicht in der deutschen Version ansehen, weil im Original viel mit Dialekten gearbeitet wird, die grundsätzlich nicht ins Deutsche übertragbar sind.

    2. Die Synchronisationsqualität hat sich weiterentwickelt, und zwar ins Schlechte. Die Synchrostudios haben heute weniger Zeit und Geld für Nachkontrolle als früher. Früher haben sie sich wenigstens noch die Mühe gemacht, den deutschen Fassungen einen eigenen Charakter zu geben, auch wenn das manchmal schlimme Ergebnisse hatte. Heute ist Massenware angesagt. Gute Synchros sind eine Ausnahme.

    3. Falsch. DVDs anschauen ist nicht das gleiche wie ins Kino gehen. Und im Fernsehen läuft längst nicht alles, ist geschnitten oder man muss elendig lang drauf warten. Siehe “Game of Thrones”.

    4. Das gilt IMO nur für die Anfangszeit. Je mehr man untertitelte Filme und Serien anschaut, desto weniger muss man hinschauen.

    Was Braveheart angeht: U.a. deswegen ist der Film bei den Angelsachsen, die ein wenig Ahnung haben, auch eher eine Lachnummer. (Mel Gibsons Hang zur Selbstdarstellung ist da aber der Hauptgrund.)

  • Andreas meint:

    Wenn es eine Möglichkeit gäbe die Untertitel im Kino wahlweise zu zeigen – so ähnlich wie mit einer 3D-Brille, könnte jeder Zuschauer selbst entscheiden, ob er sie braucht oder nicht. Mit Untertiteln lenkt es mich schon recht arg ab, würde englische Filme lieber im Original schauen.

  • Michael meint:

    Gut geschriebener Artikel, ich kann in den meisten Punkten nur beipflichten.

    Aber ich würde mir im Fernsehen einen Zweikanalton anstatt OmU wünschen, da ich Untertitel insbesondere bei englischsprachigen Spielfilmen mehr als Belästigung, denn als Hilfe empfinde. Außerdem würde man dadurch weniger Missgunst bei den konservativen Zuschauern auf sich ziehen, die synchronisierte Filme bevorzugen.
    Diesen Zweikanalton mitzusenden sollte, Digital-TV sei Dank, mittlerweile größtenteils ohne größere Probleme möglich sein. Sofern die Sender dies auch umsetzen möchten (teurere Lizenzpreise und teilweise Probleme dank verschiedener Cuts/Spielfilmlängen)

    In der Schweiz ist dies bei fast allen amerikanischen Produktionen (egal ob Film oder Serie) mittlerweile der Fall. [siehe dazu
    http://www.sendungen.sf.tv/film/Nachrichten/Archiv/2011/02/18/FAQfilm/Warum-zeigt-SF-nicht-alle-Spielfilme-und-Serien-im-Zweikanalton ]

    Ansonsten gibt es auch noch eine weitere Variante, die mir insbesondere in Polen und Russland immer wieder auffällt:
    Dort ist der Originalton komplett im Hintergrund zu hören und darüber synchronisiert ein meist männlicher (in Russland auch mehrere verschiedene) Synchronsprecher die Äußerungen der Schauspieler. Teilweise werden auf diese Weise auch Dialoge kommentiert bzw. komprimiert.

  • Sigmund meint:

    Vor vielen Jahren bin ich mal quasi aus Versehen in eine OV-Vorstellung vom “Gingerbread Man” von Robert Altman reingeraten. Ich hab vieles nicht verstanden, nicht nur wegen meinem beschränkten Schulenglisch, sondern auch wegen der Dialekte und dem Nuscheln. Aber trotzdem – die Atmosphäre war schon ganz anders als die doch zuweilen ziemlich sterilen Synchros.

    Aber OmU hat auch seine Vorteile. Die Serie “Black Adder” mit Rowan Atkinson wär mir nie so ans Herz gegangen. Hier hatte OmU den Vorteil, das man die – wohl unübersetzbaren – Beschimpfungen und Beleidigungen im Original gehört hat, die Untertitel aber über die größten Verstehensschwierigkeiten hinweghalfen.
    Diese Serie hat noch eine Besonderheit: Sie dürfte wohl die einizige Serie im deutschen Fernsehen sein, die sowohl auf ARTE als auch auf RTL2 gesendet wurde!

    Dort unter dem schönen Titel: “Mister Bean ist Rowan Atkinson ist Black Adder”. :-)

  • derHare meint:

    Auch ich bin froh, dass es seit einigen Jahren zumindest auf DVD die Möglichkeit gibt, sich Filme und Serien so anzuschauen, wie sie ursprünglich vorgesehen waren.

    Zumindest wenn es sich um englisch-sprachige Produktionen handelt, da reichen meine Fremdsprachenkenntnisse glücklicherweise aus.

    Wenn ich mir (was allerdings selten vorkommt) anderssprachige (z.B. Französich oder spanisch)Werke anschaue, kann ich die “Ablenkung” durch die Untertitel durchaus nachvollziehen.

    Allerdings gibt es wie bereits vorher erwähnt einige rühmliche Ausnahmen. So z.b. die “Monty Python”-Filme. Ich bin mit den deutschen Synchros aufgewachsen und habe diese Filme damals dermassen oft gesehen, dass ich sie fast auswendig mitsprechen konnte. (das eine oder andere Zitat wird heute noch bei passender Gelegenheit fallen gelassen.)

    Eine absolute Frechheit ist in diesem Zusammenhang übrigens die Neu-Synchronisation von “Der Sinn des Lebens” vor einigen Jahren.

    Eine weitere Ausnahme sind die “Herr der Ringe”-Filme, ich finde einfach, dass die relativ harte und kantige deutsche Sprache viel besser nach Mittelerde passt als englisch.

    Wer noch ein gutes Beispiel zu Zensur durch Synchronisation sucht, sollte mal auf www.schnittberichte.com den Artikel zu “Starship Troopers” lesen, sehr interessant…

    derHare

  • Klaus meint:

    Manche Filmklassiker kann man nur im Original anschauen, da die gesamte Stimmung des Films durch die schlechte Synchro total zerstört wird.
    Schlimmstes Beispiel ist m.E. der Horror-Klassiker “Katzenmenschen” (1942). Oder viele Fred Astaire Filme. Zum Glück gibt es DVD und Blu-Ray :-)

  • zuendy meint:

    Ihr wisst aber schon, dass es nicht nur englischsprachige Filme außerhalb von Deutschland gibt, oder? Soll ich mir sämtliche Sprachen (von denen NIEMAND alle beherrscht) im Original antun und von Untertiteln ablenken lassen? Untertitel sind doch nicht besser übersetzt als eine mögliche Synchronisation. Hier wird es dann so richtig widersprüchlich.

  • cmi meint:

    Super Artikel – ich glaube jeder, der nicht nur vollsynchronisierte Filme schaut, wird das eine oder andere Exemplar beisteuern können:

    IronSky – wie toll waren die (deutsch- und(!) englischsprachigen) Trailer. Der Film ist auch immer noch gut, im O-Ton aber sicherlich nach mal ein Stück besser.

    Band of Brothers – etwas aus der Kategorie “sinnentstellend”. In der letzten Folge hält ein (deutscher) Offizier eine Art Abschiedsrede vor seinen Soldaten bevor sie in Gefangenschaft gehen (oder bereits waren, das weiß ich leider nicht mehr). Im Original(!) redet er (Oh Wunder!) deutsch(!) und einer der amerikanischen Soldaten übersetzt für seine Kameraden. Sinngemäß kommt heraus, dass die Soldaten beider Seiten doch ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. In der deutschen Version (wo man anders als im Original Fremdsprachen dem verwöhnten Publikum nicht zumuten mag) sprechen natürlich alle deutsch – die Übersetzung wäre sinnlos. Was wird also gemacht? Der “Übersetzer” “lästert” quasi die ganze Zeit über den Offizier (“blablabla”).

    Ich war fassungslos, als ich die Stelle das erste mal in beiden Versionen gesehen hatte.

    Ja! zu mehr OmU oder gar OV – leider in Deutschland wohl nur in Metropolen denkbar. In der Provinz (und seien es auch nur “kleinere” Städte mit 100k Einwohnern) ist warten auf die DVDs oder ein Ausweichen aufs Internet notwendig. Sehr traurig.

  • Ed meint:

    Ich schaue eigenlich auch lieber die Filme im englischen Originalton. Oftmals bricht sich die deutsche Synchronisation ziemlich einen ab, wenn z.B. gereimt oder (oft ganz schlimm!) gesungen wird. Allerdings muss ich sagen, der Film “The Big Lebowski” hat mich im englischen Original enttäuscht. Während im Deutschen recht kreativ vor sich hingeflucht wird, ist im englischen jedes 2. Wort einfach nur “F…”. Das mag ja vielleicht mit dem künstlerischen Ansatz der Coen-Brüder zu tun haben, ich finde es in der deutschen Synchro witziger.

  • Sookie meint:

    Ich muss zugeben, ich war auch erst skeptisch und verwöhnt von der Deutschen Synchro als ich vor ein paar Jahren angefangen englischsprachige Serien und Filme in Originalsprache zu schauen… der Schulbesuch lag ein schon einige Zeit zurück und mangels Möglichkeiten war mein Englisch einfach nur grauenhaft eingerostet… Anfangs habe ich noch mit englischem Untertitel geschaut… selbst wenn ich mal was wegen dem Lesen des Untertitels nicht richtig mitbekommen habe ich konnte ja zurückskippen und die Szene nochmal gucken… Nach spätesten einem halben Jahr war der Untertitel nicht mehr nötig! Wenn ich heute ins Kino gehe, dann nur noch in Originalfassung… läuft keine in der Nähe, dann muss ich leider warten bis die DVD rauskommt.
    Wenn ich heute aus versehen in eine “meiner” Serien im Deutschen Fernsehen reinzappe kommt mir nur das kalte Grausen… Die meist unpassenden Stimmen und falsche Übersetzungen sind einfach nicht mehr zu Ertragen (ich sag da nur “Soft Kitty” in Big Bang Theory!!!).
    Ich ärgere mich nur darüber, dass ich in der Schule nicht die Möglichkeit hatte…. meiner Englischnote hätte das bestimmt gut getan!
    Ich wünschte mir, ich könnte in Deutschland amerikanische Pay-TV Sender abonieren… HBO hätte einen weiteren Kunden gewonnen… so muss ich halt warten und über Umwege (THX Auntie!) an mein Zeug kommen.

  • grt meint:

    die meisten angeführten beispiele stammen aber schon aus der nachkriegszeit und scheinen heutzutage eher zeugnis abzulegen von der miefigen unentspanntheit der damaligen synchronstudios. dass heute noch irgendwelche nazis aus filmen rausgeschrieben werden aus rücksicht auf deutsche befindlichkeiten kann ich mir kaum vorstellen. und die erwänte sache mit den englischen dialekten lässt sich in einer deutschen bearbeitung nur sehr schwer überzeugend lösen. in einem sherlock holmes hörspiel sprechen die “einfachen” leute aus der londoner arbeiterklasse mit berliner akzent um deren bodenständigkeit zu betonen. das wirkt dann auch befremdlich.

  • nik meint:

    Das Thema ist zwar interessant, aber das Fazit finde ich in Gänze falsch. Gerade heutige Technik hat doch alle Möglichkeiten! Eine DVD zu backen mit Synchro und Originalsprache und wahlweise Untertiteln – DAS nenne ich wegweisend. Denn nicht jeder ist fremdsprachaffin oder so gut, dass er sich beim „internen Übersetzen“ noch auf Handlung und Bild konzentrieren kann. Über Untertitel ist ähnliches zu sagen – zwei Bildinformationen gleichzeitig aufzunehmen und nebenbei noch fremdsprachigen Ton, das dürfte vielen zu viel sein. Vielleicht sollte man das Thema an normalem(TM) Intellekt, durchschnittlichen Fremdsprachenkenntnissen (bildungsferne Schichten, alte Leute (!)) oder Filmverständnis messen, nicht an Vorzügen irgendwelcher Cineasten (die OmU und Co eh im Kino gezielt aussuchen). Synchronisierung hat viel zum Erfolg des Mediums beigetragen und trägt auch heute viel bei, der breiten Gesellschaft Film nahezubringen. Nicht zuletzt haben sich damit
    - neue Geschäftsfelder etabliert
    - eigene Stile entwickelt (nicht von ungefähr haben fast alle Schauspieler feste Synchronsprecher)

    Ein Gedanke zum Schluss: Synchro mag vieles kaputtgemacht haben, aber es hat auch einige Blüten hervorgebracht. Man denke an „Die Zwei“ oder „Spencer/Hill“-Filme, die erste durch die kreative Synchronisation Kassenschlager geworden sind. Und gerade heute ist Synchronisation sehr oft am dicht Original, es wird kreativ mit Untertiteln für fremdsprachige Sprachteile gearbeitet oder mit Sprachblenden (klassisch: „Roter Oktober“ – Russisch mU > Deutsch Synchro) usw.

  • akufo meint:

    Interessante Diskussion, immer wieder. Vielleicht kann ich ja folgende Anregungen beisteuern:

    1. Ich spreche fliessend Englisch, deshalb stören mich bei englischen Filmen auch die Untertitel und lenken mich ab.

    2. UT sind immer nur eine Krücke, weil das Gehirn nur eine bestimmte Anzahl von Schriftzeichen pro Sekunde verarbeiten kann. Daher sind UT nur brauchbar, wenn man der jeweiligen Sprache ohnehin mächtig ist und nur ab und zu hinschielen muss. In den meisten Fällen werden dort Dialoge noch sinnentstellter als in einer schlechten Synchro. Vor Zensur ist man im Übrigen auch da nicht sicher. Ausser man verstehts eh.

    3. Nischenproduktionen wie z.B. Autorenfilme, japanische, chinesische oder skandinavische Produktionen würden ohne Synchro überhaupt kein Publikum finden. Erst durch ein breites Publikum (das meist nicht mit entsprechenden Fremdsprachkenntnissen aufwarten kann) erschließen sich Märkte auch für die, die sich als Connaisseurs betrachten. Filme würden ohne Synchro ihren Weg hierher überhaupt nicht finden, weil kein Markt da wäre.

    4. Ich glaube, es gibt auch den umgekehrten Weg: Erst durch die Ausstrahlung einer witzigen Sitcom mit toller Synchro beginnen Leute, sie sich im Original anzuschauen.

    5. OMU ist toll, wird aber eigentlich inzwischen auch standardmässig angeboten.

    Fazit: Synchros sind dem Original zwangsläufig unterlegen. Wie künstliche Gliedmassen. Per se schlecht sind sie deshalb nicht.

  • charly meint:

    Welches Defizit wird hier eigentlich beklagt?
    Jede Stadt hat Kinos, in denen Originalfassungen laufen.
    Auf jeder DVD/Blu-Ray gibt es Originalfassungen.
    Und bei Sky läuft fast jeder Film und jede Serie auch in der Originalfassung.

    Wo ist das Problem? Nervende Untertitel können – wie schon in den Kommentaren häufig erwähnt – wirklich keine Lösung sein.

    Im Übrigen kann ich Mephisto in allen 4 Punkten nur recht geben. Als Info für seinen Kritiker FabMax: Die 2. Staffel von Game of Thrones kommt schon im Mai auf Sky.

  • Emse meint:

    Also grundsätzlich verstehe ich die Kritik an der Synchronisation. Aber eins muss mal gesagt werden: Filme sind in Deutschland unglaublich gut synchronisiert. Auch wenn da manchmal kleinere Fehlgriffe zu finden sind, es ist trotzdem toll, natürlich nicht zu 100% aber dafür gibts für die wahren Enthusiasten und Interessierten die Originalen DVD’s und BluRays.

    Worüber man sich jedoch ausgiebig ärgern darf und muss: deutsche Synchronisationen von englisch-sprachigen Serien. Ein Graus… Humor geht vollkommen verloren, Wortwitze existieren nicht mehr, der Inhalt erschließt sich gar nicht mehr usw. Siehe How I met your Mother, The Big Bang Theorie und andere Serien

  • Netzfänge – Uwe meint:

    [...] Bebilderte Hörbücher: Die Unsitte der Filmsynchronisation in Deutschland „[...]Mission Mars: Mehr OmU wagen![...]“ [...]

  • Anonymous meint:

    Aufgelesen und kommentiert 2012-04-26…

    Hartz IV verfassungswidrig – Regelsatz um 36 Euro zu niedrig Wiesbaden: LINKE und PIRATEN stoppen “50 plus” Ausbeutungspläne Soziale Auslese beim Betreuungsgeld: Gute Kinder, schlechte Kinder Es soll kräftig gespart werden Deutschlands Topmanager hab…

  • MJM meint:

    Bezüglich schwachsinnig übersetzter Wortspiele fällt mir immer wieder sofort “Spaceballs” ein. Ich sage nur: “Wer bewirft uns mit Marmelade?” *fußnägel wieder glattstreich*
    Selbst mir als unkreativer, wenig literarisch vorbelasteter, Zuschauerin fallen auf Anhieb mindestens 2 sinnvollerer Übersetzungen ein.

    Es gibt aber auch extrem gute Synchronisationen. Man schaue sich z.B. nur eine paar alte John-Wayne-Western an. Allein schon die Stimmlage der Originalschauspieler wird dort bis aufs i-Tüpfelchen getroffen und die Dialoge sind 1a.

    Man sollte aber auch nicht übersehen, daß einige Synchrosprecher ihren Originalen eigentlich nur zugute kommen. Ich finde Schwarzeneggers verwienertes Englisch oder Dudikoffs Falsett im Original recht gewöhnungsbedürftig :-)

  • Comp1337 meint:

    @akufo
    > Daher sind UT nur brauchbar, wenn man der jeweiligen Sprache ohnehin mächtig ist und nur ab und zu hinschielen muss.
    Dann bist du entweder Legastheniker oder die Untertitel sind schlecht.

    > Nischenproduktionen wie z.B. Autorenfilme, japanische, chinesische oder skandinavische Produktionen würden ohne Synchro überhaupt kein Publikum finden.
    Dann hast du dich anscheinend noch nie in Fankreisen solcher Nischenproduktionen bewegt. 98 % aller Anime- und Dorama-Fans die ich kenne schauen grundsätzlich nur Originalton (mit oder ohne Untertitel), selbst wenn in seltensten Fällen mal eine Synchronisation existiert.

  • civichief meint:

    Die deutsche Syncro ist der Grund, weshalb ich mit Adam Sandler nichts anfangen kann, obwohl er doch ein talentierter Schauspieler zu sein scheint.

  • Shitstorm, Simpsons, Filmsynchronisation - YEPA NEWS meint:

    [...] 6. “Bebilderte Hörbücher: Die Unsitte der Filmsynchronisation in Deutschland” (unique-online.de, David) Filmsynchronisation ist nicht nur eine Möglichkeit der Zensur, es werden auch “differenzierte Dialoge systematisch stereotypisiert und sachliche Äußerungen emotionalisiert, romantisiert, verniedlicht oder gar ins Dämliche gezerrt”. [...]

  • Mephisto meint:

    @FabMax:

    Bitte erst meine Kommentare lesen und verstehen und erst dann ggf. kritisieren.

    1.
    Wenn schon die Unmöglichkeit der Übertragung von Dialekten zwischen zwei Sprachen als Indiz gegen eine hohe Qualität angeführt wird, bedeutet das letztlich, dass es prinzipiell keine Synchronisationen von hoher Qualität geben kann. Das scheint mir kein realistischer Maßstab zu sein, um die Qualität von Synchronisierungen zu bewerten und wie es als Argument gegen eine Übersetzung taugen soll erschließt sich mir nun gleich gar nicht.

    Ich habe mir schon eine Menge Filme und auch einige Serien im (englischen) Original angesehen und habe Vergleiche mit der deutschen Tonspur angestellt. Natürlich sind mir dabei auch Schwächen aufgefallen, aber wenn man berücksichtigt, dass eine Synchronisation lippensynchron sein soll und man dabei davon ausgehen muss, dass das Zielpublikum z.B. bestimmte kulturelle Besonderheiten mehrheitlich eben nicht kennt, habe ich nicht mehr sehr viel Verbesserungspotenzial erkennen können.

    2.
    Dass sich die Synchronisationsqualität verschlechtert habe, ist lediglich eine Behauptung und meiner Meinung nach für ein so komplexes Thema viel zu undifferenziert. Es mag sein, dass der Kostendruck heute höher ist, aber man hat z.B. gelernt dass man nicht alle Fremdworte übersetzen muss (z.B. “drama queen” in “The Simpsons Movie”) und was den eigenen Charakter deutscher Synchronisationen angeht:
    a) genau das wird hier oft kritisiert (zu große Abweichung vom Original)
    b) Wie man am Beispiel “Ritter der Kokosnuss” sieht, ist das wohl eher kein Kriterium für Qualität

    3.
    Wo habe ich denn behauptet, DVD sei das selbe wie Kino? Es ist doch aber auf jeden Fall besser, die Möglichkeit zu haben die Originaltonspur zu Hause zu hören, als die selbe Möglichkeit im Kino nicht zu haben und daher war meine Aussage die, dass die im Artikel angesprochenen Probleme [...] daher sehr an Relevanz verloren. hätten, nicht die dass es diese Probleme nicht mehr gebe. Was soll daran falsch sein?

    4.
    Sicherlich lenken Untertitel nach einer Eingewöhnungsphase nicht mehr so stark ab wie zu Anfang, aber es bleiben zusätzliche Informationen, die nun mal verarbeitet werden müssen und somit ein gewisses Ablenkungspotenzial haben. Darüber hinaus muss diese Eingewöhnungsphase eben erst überwunden werden und das stellt – Synchro hin oder her – eine Hemmschwelle dar. Darüber hinaus gilt das alles nur für Sprachen die man zumindest ein wenig beherrscht. Bei einer völlig fremden Sprache muss man die Untertitel immer konzentriert mitlesen, ohne dadurch die Chance zu erhalten, das Original zu verstehen. Spätestens an dieser Stelle ist schlecht synchronisiert immer noch besser als gut untertitelt.

    Thema “Braveheart”: Was genau hat denn Mel Gibsons Hang zur Selbstdarstellung mit der deutschen Synchronisation des Films zu tun?

  • Falk D. meint:

    charly: Also OV gibt es in Hamburg, wenn überhaupt, nur in Surround und das auch nur in mieser Qualität. 3D meist gar nicht.

  • Hans meint:

    Als jemand der mittlerweile in einem Land lebt in dem es nur OmU gibt kann ich versichern, dass man sich schnell daran gewöhnt und es dann gut gelingt die Untertitel zu ignorieren wenn man die gesprochene Sprache versteht.

    Als schlimmes Beispiel möchte ich noch “Iron Sky” anführen. Im Original sprechen die Schauspieler etwa in gleichen Teilen Deutsch (mit Untertiteln) und Englisch (ohne). Man würde also dem Deutschen nicht mehr zumuten als dem Engländer, wenn man einfach die andere Hälfte untertiteln würde. Dennoch sprechen in der deutschen Fassung alle Deutsch, wodurch natürlich die Information wer wen versteht verloren geht.

  • blaubaerin meint:

    Mein erster Gedanke beim Blick auf den Text war:
    Was bitte soll daran neu sein?
    Das habe ich schon vor zehn Jahren in einer Hausarbeit bearbeitet – und da waren die neusten Quellen, die ich zur Verfügung hatte, auch schon zehn Jahre alt. Du wärmst dieselben alten Beispiele wieder auf.

    Nächster Gedanke:
    Der Text sprüht ja teilweise förmlich vor Hass! Meine Güte – solltest Du die Energie nicht für wichtigere Dinge verwenden?

    Außerdem:
    Das meiste sind einfach unbelegte subjektive Behaupttungen und Anschuldigungen.
    Beispiel -> “Die Verachtung deutscher Synchronstudios für den Film als Kunstform geht aber noch weiter: Seit jeher haben sie nicht nur die „Substanz“, also den semantischen Inhalt von Filmen, sondern in einem noch größeren Ausmaß den „Stil“, also die Form angegriffen. [...]”
    Ähm, wie kommst Du auf die Idee, dass deutsche Synchronstudios den Film als Kunstform verachten? Hat Dir das jemand so persönlich gesagt? Ich vermute mal, nicht.

    -> “Die Synchronisation jedoch, so der Medienwissenschaftler Julian Hanich, degradiert sie durch die Transplantation fremder Stimmbänder zu medizinischen Kunstfehlern: zu Hybridwesen, die mit einer fremden Stimme sprechen müssen.”
    Ui, schön zitiert, viele Fremdworte, das muss eine tolle Aussage sein… äääähm, nein. Wer da mal ordentlich drüber nachdenkt, wird feststellen, dass das ziemlicher Kokolores ist. Aber klingt natürlich wichtig.

    -> “Dass die ganze Welt ausschließlich deutsch spricht, ist nur ein feuchter Traum deutscher Nationalchauvinisten. In Fernsehen und Kino wird sie in Deutschland auf eine Weise gezeigt, die diesen Traum fast erfüllt. Wer von den „schöpferischen Möglichkeiten der Synchronisation“ in Deutschland schwärmt, offenbart nicht nur seine unbegrenzte Verachtung gegenüber Filmemachern als Künstlern, sondern ist auch von deutschen Überlegenheitsphantasien nicht mehr weit entfernt.”
    Bitte, was?!
    Wenn Du Dich wirklich mit der Geschichte der deutschen Synchronisation befasst hast, solltest Du wissen, dass die Alliierten (v.a. die Briten und Amis) sie nach dem Zweiten Weltkrieg bei uns gezielt eingeführt bzw. verstärkt haben, damit sie mit ihren Filmen ihr Weltbild besser unter den Deutschen verbreiten konnten.
    Dann haben wir uns einfach dran gewöhnt, und heute ist es schwer, das wieder abzuschaffen.
    Im Übrigen wird auch in Skandinavien, den Niederlanden oder anderen Ländern synchronisiert – allerdings meist nur für Kinder, weil die noch keine Untertitel lesen können.

    Bitte mach Dir auch klar – wie mephisto und akufo das schon schön erwähnt haben – dass man ausländische Dialekte nicht einfach in deutsche übertragen kann.
    Es gibt Klassiker wie “My Fair Lady”, wo der Berliner Dialekt erfolgreich das Original (Cockney) ersetzt, obwohl das vom Setting her total unlogisch ist (warum sollte man in London berlinern?). Aber das ist wirklich die Ausnahme. Heute nimmt das Publikum so eine Übertragung doch nicht mehr ab. – Was sollen die Synchronautoren aber stattdessen tun? …tja … und deshalb ist dann eben vieles einfach Hochdeutsch.
    Außerdem noch einmal: Synchronisation heißt nach unserem Verständnis, dass die Dialoge synchron auf die Lippenbewegungen der Originaldarsteller gesprochen werden. Da kann man nicht einfach alles richtig wortwörtlich übersetzen. Wenn da auf Englisch “you have to…” ist, sieht es komisch aus, wenn auf Deutsch “Du musst…” gesagt wird, weil beim “m” die Lippen geschlossen werden, beim “h” aber nicht. – Dafür können die Synchronautoren, -regisseure und -sprecher alle nichts.
    Und deshalb gehen eben auch leider Witze verloren. Passiert.

    Aus Gesprächen mit Leuten, die in verschiedenen Funktionen an Synchronisationen arbeiten, weiß ich, dass heute immer höherer Zeitdruck herrscht. Das liegt am Versuch der Filmstudios, möglichst international gleichzeitig ihre Filme auf den Markt zu bringen. – Da kommt das Originaldrehbuch (wenn überhaupt) nur wenige Wochen vor Kinostart, und oft stehen Textänderungen, die während des Drehs gemacht wurden, nicht drin.
    Die Sprecher werden sauschlecht bezahlt (es sei denn, es sind deutsche Stars oder sie heißen Christian Brückner) und müssen unter enormem Zeitdruck arbeiten. – Wenn man das alles berücksichtig, finde ich es erstaunlich, was für gute Synchronisationen trotzdem noch entstehen (z.B. Film “Herr der Ringe”, Serie “Burn Notice”).

    Ich schaue mir auch lieber OmU oder OV an und war vor meiner eigenen Recherche auch recht vehement und fanatisch in der Hinsicht, wie Du. Aber man muss einfach auch die genannten Aspekte und andere Sichtweisen in Ruhe betrachten. Manche können oder wollen eben nur synchronisierte Filme oder Serien sehen. – Dann ist das eben so. Jeder wie er möchte, wir haben doch alle die Wahl und müssen uns nicht wie in Polen Filme anschauen, in denen alle(!) Figuren von demselben Sprecher quasi grob monoton simultan-synchronisiert werden.

  • Alexandra meint:

    An alle Kommentieren hier, die meinen, dass man sich durch Untertitel nicht mehr auf die Bilder konzentrieren kann: Klar ist das erst einmal anstrengend, aber man gewöhnt sich daran. Ich komme aus den Niederlanden und weiß, worüber ich spreche :-)

    http://www.buurtaal.de/blog/plaedoyer-fuer-untertitel

  • Jule meint:

    Ich finde es auch besser, Filme in der Originalsprache zu schauen, wenn ich die Sprache verstehe. Aber wenn ich Untertitel bräuchte schaue ich lieber die synchronisierte Fassung, weil ich intonatorische Nuancen und Wortspiele ohnehin nicht erkennen kann. Es ist zudem ein großer Irrtum,zug glauben, dass fehlende Synchronisation zu besseren Englischkenntnissen führt. Dass die Skandinavier besser Englisch sprechen als andere liegt daran, dass sie besseren Unterricht haben. In Süd- und Osteuropa (und auch in Südamerika) wird auch sehr selten synchronisiert und trotzdem sprechen die Menschen dort schlechtes Englisch.

  • Name required meint:

    @blaubaerin: Du bemängelst “Wenn Du Dich wirklich mit der Geschichte der deutschen Synchronisation befasst hast, solltest Du wissen, dass die Alliierten (v.a. die Briten und Amis) sie nach dem Zweiten Weltkrieg bei uns gezielt eingeführt bzw. verstärkt haben, damit sie mit ihren Filmen ihr Weltbild besser unter den Deutschen verbreiten konnten.”

    Im Artikel steht allerdings: “Alle waren glücklich: Das deutsche Publikum war seit Anfang der 1930er Jahre daran gewöhnt, die Alliierten konnten die Marktdominanz ihrer eigenen Filmindustrie in Deutschland dadurch leichter durchsetzen…”

    Erst lesen, dann labern, das würde helfen.

    Und dazu kommt noch: Schön, wenn du dich mit solchen Sachen in Hausarbeiten befasst – aber wie du vllt. siehst ist das hier ein öffentlicher, JOURNALISTISCHER Artikel, der in einem Studentenmagazin erschienen ist – also schon etwas mehr als eine Hausarbeit, die auf deiner Festplatte verstaubt. Und interessant scheint er ja für einige Leute zu sein (siehe Klickzahl) -.-

  • blaubaerin meint:

    @required:

    Nein, Du hast meinen Text nicht richtig gelesen:
    Ich schreibe, wie Du richtig zitierst, dass es den Alliierten vor allem erstmal darum ging, ihr Weltbild zu verbreiten. – Dagegen spricht der Text oben nur von der “Marktdominanz” ihrer Filmindustrie.
    Das war zwar ein netter Nebeneffekt, der heute alles andere längst überschattet, aber eben nicht das Ziel, das am Anfang verfolgt wurde.

    Wie nett, dass Du folgendes schreibst: “Schön, wenn du dich mit solchen Sachen in Hausarbeiten befasst – aber wie du vllt. siehst ist das hier ein öffentlicher, JOURNALISTISCHER Artikel, der in einem Studentenmagazin erschienen ist – also schon etwas mehr als eine Hausarbeit, die auf deiner Festplatte verstaubt.”
    Dumm gelaufen: Zufällig bin ich vom Fach und muss sagen, der Text oben erfüllt nicht die Kriterien für einen “journalistischen Artikel” (Großbuchstaben machen es nicht richtiger). Das ist einfach Meinung mit teilweise unfundierten Behauptungen. Beim Journalismus sind nun mal Recherche, Belege und Aufbau/Struktur der Texte nicht unwesentlich… Wenn das hier ein reiner Kommentar wäre, ein Essay oder ein sachlicher Artikel – okay. Aber es ist einfach ein wilder Mix aus allem möglichem. Oder möchtest Du mir verraten, welche journalistische Darstellungsform das sein soll?

    Im Übrigen wird die hohe Klickzahl wohl hautpsächlich durch die Erwähnung im Bildblog zustandegekommen sein. Darüber bin ich nämlich auch hier gelandet.

  • Foppel meint:

    Kleines Trivia zum ganzen Thema: Jackie Chan und Jet Li haben nur sehr sehr wenige Komödien gedreht… Soviel zum Thema Sinn-entstellend. Gut davon geht die Welt nicht unter, aber es bleibt symptomatisch..

  • seih nett meint:

    @comely
    Videothek, was ist das?

    @FrankN.Stein
    Es gibt heute noch genug vermeidbare Schnitzer, die nicht sein müssen. Leider auch bei Untertiteln auf Serien-DVDs. Ivar der Schreckliche und seine grottigen Simpsons- und Futuramaübersetzungen sind da nicht mal mit gemeint. Es reicht, wenn sich bei Grey’s Anatomy ein seit 2 Staffeln verheiratetes Paar siezt.

    Egal, Subcentral existiert, mittlerweile sogar mit Korrekturlesern.

  • Roxie meint:

    Vielen von meinen Freunden, die Filme nur auf Deutsch ansehen, ist auch gar nicht bewusst wie mies die Dialoge sind, die sie da anhören und wieviel besser in Wirklichkeit das Original ist.

    Seit ein paar Jahren schaue ich ALLE Filme nur noch als OV oder OmU an. Ich verstehe weder Dänisch noch Tschechisch noch Hindi, aber mich stören die Untertitel schon lange nicht mehr. Außerdem kann ich bald alle Sprachen dieser Welt am Klang erkennen und neue Wörter schnappe ich auch ständig auf.

    Natürlich wärs fein, wenn auch auf die gute Übersetzung der Untertitel besser geachtet werden würde, bei manchen Filmen sind sie super, bei anderen wirklich unter aller Kanone.

  • Stefan meint:

    Was für ein elitärer Schwachsinn!
    Kein Mensch fodert mehr Originalfassungen in Farsi oder indisch…;
    weils so wenige Menschen in Deutschland sprechen! Forderungen nach mehr (wie im Text) vorallem engischen Originalfassungen kommen natürlich nur von Menschen die auch gut Englisch sprechen. Rücksichtnahme auf die vielen Mensche, die in Deutschland leben und nicht so gut Englisch sprechen das sie jeden Film (jeden Schauspieler mit den merkwürdigsten Dialekten und Akzenten) verstehen fehlt hier völlig. Das Fehlen von Synconisationen in einigen Nachbarländern liegt NICHT an einer besser verstanden kulturellen Würdigung der Kunztwerke sondern schlicht daran, dass es völlig unwirtschaftlich ist einen Film als Synchronfassung rauszupringen die nur von sehr wenigen gesehen wird. Es gibt ca. 90 Millionen Deutsch-Muttersprachler. Im Englischen und Spanischen sind es nicht mal drei mal so viel. Hier nationalistische Ideale hineinzuinterpretieren ist völliger unsinn. Ob ein Film Synchronisiert wird oder nicht unterliegt vorallem wirtschaftlichen Überlegungen (ob man das jetzt gut heißt oder nicht..) In gleicher Weise könnte man hier den Autoren nur eine weitere Abgrenzung des elitären Bildungsbürgertums vom Proetariat unterstellen. Schlechte Synchonfassungen als Propaganda zu interprätieren, wie hier geschehen, ist quatsch da einfach ein zentralistisches Element fehtl. Eine schlechte Synchronfassung ist eine Schlechte Synchron fassung. Jeder von euch ist frei sich einen Film im Kino oder auf DVD in Originalfassung anzusehen. In jeder mittelgroßen Stadt gibt es kleinere Kinos (die im übrigen dringend mehr Zuschauer brauchen!!!!!!!!!!!) die Originalfssungen zeigen. Die Forderungen in diesem Artikel sind Sinnlos da hier malwieder eine Minderheit meint sie weis was gut ist für alle… ziemlich komische Sichtweise.
    Zum anderen finde ich die Bemerkung ziemlich dumm, Amerikanische Filme würden Ihre Dominanz durch die Synchronfasungen leicht durchsetzen können. Woher soll dass den kommen? Dass scheinbar auch die Autoren den massentauglichen flachen Filmemachern aus Hollywood erliegen ist noch kein beweis für eine fehlende Konkurrenzfähogkeit des deutschen Films. Ihr solltet euch mal den echten Deutschen Film angucken. Nur weils dafür idR keine Oscars heißt das nicht dass es schrott ist.

    Also: Wer egnlische Filme sehen will soll das tun. Geht in die Programmkinos, die Videothek, in den Laden und Kauft euch DVDs etc, aber lasst die anderen Leute in Ruhe!

  • ist es woanders besser meint:

    In ganz NRW bekommt man FreeSAT über normale Satelliten-Receiver.
    Schielend mit einer 80cm-Schüssel problemlos. 10 Euro kosten 4x-DisqC-Schalter oder man verzichtet auf Position 13Ost(Eutel) wo vielleicht früher mehr für Deutschland relevante Sender (ich glaube Giga, Viva o.ä.) drauf waren und bleibt beim vorhandenen DiseqC-2x-Schalter. Wenn ich Pirat und ausgebildeter Fernsehtechniker wäre, würde ich das als aktive Dienstleistung anbieten um dem Volk das englische FreeSAT als Alternative zu bringen.
    Wer sich also beklagt, keinen OriginalTon zu kriegen ist zumindest in NRW einfach nicht interessiert genug. Schüsseln gehen auch unauffällig und evtl auch waagerecht statt senkrecht. Diese Saugnapf-40cm-Campingschüsseln für 30-80 Euro (Schüssel, Receiver, Fernbedienung, LNB, Kabel,… es fehlt nur der Bildschirm weil die Dinger leider nicht per WiFi senden) reichen für 28Ost in ganz NRW. Dann natürlich nicht schielend.

    Dort laufen die Filme die in Deutschland laufen oft zeitnah (oft selbe Woche) auf Englisch oder Originalton. Wegen WAF: CSI usw. laufen dort auch hoch und runter. Es gibt kostenlose Apps. Teilweise DVB-Untertitel. Teilweise beschreibende Tonspur (Audiodescription) was ich als nicht-Engländer besser finde. Der dritte Mann und Casablanca liefen dort in letzter Zeit.

    Leute wollen unterhalten werden. Von daher wären krasse bayrische Dialekte bei Gosford-Park als wenn man Brot mit 10% Vollkorn ergänzen würde. Und wenn man US-Serien versteht, hat man mit Gosford-Park deutliche Probleme wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

    Auch wird so getan als ob US-Kino relevant wäre. Dort werden alle Filme die ich im Kino sah als ich jung war (E.T., Back To the Future,…) grade vermutlich als 3D nachgedreht… . Meine GEZ-Gebühren würde ich lieber in Filmen sehen die nicht sowieso auf WerbeTV laufen statt auf ultrakommerziellen Filmen dann um 23 Uhr oder so auf ÖR. Je älter man ist, desdo mehr hat man schon gesehen und es wird schwer, mal was neues zu sehen.

    Klar verständliche Sprache ist eine Dienstleistung für den Kunden. Im Restaurant muss ich die Tiere ja auch nicht selber fangen und dem Koch auf den Tisch legen. Sind Kunstprodukte die nur für US-Zuschauer abzielen und EMEA und Asien und Südamerika als “Vermarktung späterer Stufe” ansehen und uns so behandeln wirklich hochkünstlerisch zu verteidigen ? Wer seine Hispanischen und anderen Einwanderer zunuschelt oder mit unverständlichen Dialekten nervt, den interessieren seine Zuschauer wohl eher wenig.

    Wurden auch mal Gegenbeispiele wie “Die zwei” angesprochen ?
    Eine Referenz wären Buch-Übersetzungen und welche Regeln dort gelten.
    Manche Übersetzungen können ihr eigenes Kunstwerk sein.
    True Blood lief Dienstags auf 28 Ost FreeSat und Mittwochs auf RTL2. Die Synchronisation ist Mittelmaß. Manche Szenen wirken aber auf Deutsch anders (z.b. lustig oder sarkastisch statt ernst) und haben in ihrer Deutschen Übersetzung ihre eigene Berechtigung. Die echte Miss Marple aus den Büchern wäre gar nicht lustig hiess es mal. Der echte Watson wäre kein Tollpatsch hiess es mal. Der echte Döner aus der Türkei schmeckt anders (oder wird anders zubereitet als was hier üblich ist). Die Frage ist aber, ob man es dann noch schauen will.
    Warum soll ich am Player nicht einstellen das ich heute mal Citizen Kane oder Pfarer Braun mit Otto-Waalkes-Stimme (englisch oder deutsch) oder Hilli-Billi-Dialekt schauen will ? Technisch ist das heute schon trivial. Eine Crowd könnte alternative (bessere oder korrigierte) Übersetzungen bringen. Dasselbe ginge für die Drift (lustig, ernst, …) von Aussprache usw. . ich muss nicht essen was der Regisseur mir vorsetzt sondern könnte auch auf die Idee kommen, nachzuwürzen anders zu würzen. Es gibt nämlich noch den Drehbuchschreiber und den Original-Buch-Autor und beide wurden vielleicht auch vom Korrektor, Verlag oder Film-Finanzierern dazu gebracht Dinge einzubauen (Siehe z.b. Wortvogel als Referenz) welche in der Originalidee fehlten.
    Also der Google-”Youtube-Original-Channel” Anfang des Jahres eröffnet wurde, gabs die Infos das TV-Sender zu viele Vorgaben machen wollen. Ich mag Werbepausen und 90 Minuten oder 60 Minuten sind auch ok weil nicht jeder zu viel Zeit hat. Auf DVD oder Download kriege ich dann Episoden drei mal so lang oder auch 20-Minuten-Vampire-Diaries-Folgen oder Desperate Housewives um mitreden zu können. Wenn ich Film-Chef wäre würde ich das so machen und TV bzw. Kino wäre nur eine Form von Verteilung für ein bestimmtes Zeitraster. Für Bücher gibts ja Zusammenfassungen um Zeit zu sparen die man als Audio auch im Auto hören kann. Die Frage ist also ob ständige Nachbesserungen (“Directors sein Hausmeister sein Extended Ultimate Cut Version 3 50year-Anniversary-Edition”) auch künstlerisch fragwürdig sind. Oder die echte Kinofassung die “böse Fassung” ist, weil ja auf DVD/BD doppelt so viel drauf ist. Man dreht Szenen ja nicht zum Spaß. Die stehen doch im Drehbuch drin. “Zensiert” der Regissseur dann also gedrehte und weggelassene Szenen weg und man sollte die Kino-Version daher boykottieren ? Oder akzeptiert man 90 Minuten / 120 Minuten und hat die “echtere” Version auf BD ? Welche Version ist das “wahre” Kunstwerk wenn alle zwei Jahre eine neue Version mit nochmal 5 Minuten mehr herauskommt ? Es ist nicht cool oder künstlerisch wenn man Bladerunner, 2001 o.ä. nicht versteht. Wir haben 2001 dann auf VHS nach 5 Minuten Affen als Schnellvorlauf angeschaut und uns danach (die damals beliebten) Ninja-Filme (American Fighter o.ä. FSK16) oder irgendetwas in der Art wie City Cobra/City Hai angesehen welche auch nette deutsche Dialoge haben. Oder wenn man Sin City zwei mal gucken muss. Es sei denn die Kinokarte kostet nur die Hälfte und man weiss also das mit mit Einschränkungen/Nachteilen rechnen muss. Wenn ich bezahle will ich kriegen was ich erwarte. Warnlabels wie “achtung künstlerisch” an Kinofilmen wären nett speziell für die Teenies als überwiegende Mehrzahl der Kinogänger. Stattdessen gibts dann halt Bewertungen im Internet und berechtigte Shitstorms… . Wer Popcorn(Kino) bezahlt hat, will keine Tofuwürstchen(Autoren-Kino) beissen.

    Bei Politiker-Interviews finde ich es nicht gut, wenn Übersetzungen gesprochen werden. Im Prinzip sollte man immer Original-Audio und Untertitel senden. Denn es gibt genug Zuschauer in ganz Europa oder wo halt das Material ausgestrahlt wird, welche diese Sprachen verstehen können. Dort ist es also m.E. eine unnötige Veränderung und dort würde ich als erstes ansetzen. Evtl auch bei Dokus wie Fahrenheit9/11 u.ä. haben Politiker ein “Recht”, korrekt dargestellt zu werden. Also Oton. Der Kommentar von Michael Moore(?) ist natürlich auch deutsch zu hören und evtl englischer Original-Text weil der Filmemacher natürlich “kontrolliert” (oder auch nicht) wie seine Intention qualitativ korrekt übersetzt wird.

    Eine Ex-Verfassungsrichterin forderte vor ein paar Jahren auch mehr OTon. news-Google sollte es finden lassen. Seitdem ist die Lösung klar und abgefrühstückt: Auf Satellit sendet man nur Deutsch um nicht Englisch für ganz Europa bezahlen zu müssen. Auf DVB-T und in Kabel-Netzen sendet man aber Deutsch und O-Ton und das ohne Aufpreis weil diese Zuschauer ja gezählt und bezahlt werden. Insbesondere wenn zeitnah die OmU-Ausstrahlung auf FreeSAT/28 Ost stattfindet sollte das machbar sein. Die senden auch nicht immer Original. “Lasko – Death Train” (deutscher Film) ist beispielsweise dort englisch synchronisiert und das recht lippensynchron soweit ich als nicht-Interessierter das beurteilen kann.

    Wer bei Amazon-China legale (und krass preisgünstige) Film-DVDs besorgte kommt auch noch auf folgendes: Man hat ein Recht auf OTon ohne Zwangsuntertitel o.ä. Wenn der OTon fehlt ist es kein “Kunstwerk” mehr und nach 15 Jahren sollten die Exklusiv-Rechte erlischen. jeder Chinese mit einer legalen DVD/BluRay/VideoCD,… (und natürlich dann auch ich als billiger Selbst-Importer) hat ein Recht auf den Originalton von Oscarprämierten Filmen. Geht auf Amazon-China und sucht nach Filmen. 10 Yuan sind etwa 1 Mark. Und Euch geht ein Licht auf. Das sind legale Filme ! Ständige Updates wie “jetzt noch mal 5 Minuten mehr und alle anderen Käufer für teuer Geld gucken dumm aus der Wäsche” oder Serienboxen (8 Staffeln für 80 Euro) und keine Nachkaufmöglichkeit wenn man die “7 Staffeln für 70 Euro” gekauft hat, motivieren nicht grade zum Filmkauf. Da guck ich besser FreeTV. PVR machts möglich.

    Das man als legaler Filmbesitzer selber Übersetzungen für seine Minderheitensprache machen dürfen sollte, sollte auch klar sein. Wenn ich EU wäre, würde ich dafür Server aufsetzen. Da kann man dann die andorranische Übersetzung mit seiner DVD/BluRay usw. nachkaufen oder wenn sie von Freiwilligen erstellt wurde kostenlos kriegen und die Player (bluRay kann das ja sicher dank Netzwerk-Anschluss) erledigen das dann. Es gibt genug Vampire-Diaries-Fans welche sofort nach Ausstrahlung auf Freesat-28Ost oder US-Ausstrahlung (Wenn wir endlich problemlos Hulu und Netflix oder Sky kaufen dürften) übersetzen würden. Das die Übersetzungen nur berechtigten Zuschauern zustehen und nicht kostenfrei für jedermann runterzuladen wären ist ja wohl klar. Aber das ist alles technisch kein Problem. Die Crowd ist stärker als ein Erstsemester-Übersetzer. Über andere Länder werden die Probleme also vielleicht eher gelöst als in technophoben und rückständigen Ländern.

    Untertitel lenken vom Bild ab. Evtl ist das bei 16:9 aber nicht mehr so schlimm als bei 4:3. Bei 16:10 könnte man den Schwarzbereich dafür nutzen und jede Fernbedienung sollte möglich machen das man die DVB-Subtitel beliebig bequem positionieren kann.

    Ein Wiki mit Auflistung von Synchronisations-Formen o.ä. im TV (oder Kino) weltweit wäre mal als Diskussionsgrundlage interessant.
    Kinos müssen doch Kurzfilme zeigen (was vielleicht nur wenige wirklich machen). Man könnte sie also auch zwingen, Original-Ton (mit oder ohne Original/Englisch/Deutsch-Untertitel) für 50 Cent weniger anbieten zu müssen weil dafür dann ja die Synchronisierung nicht bezahlt werden muss. Bei einer von 10 Vorstellungen und mindestens 1mal pro Woche. Das könnte einen Markt für OmU öffnen. Und je nach Sprache werden keine Lizenzkosten anfallen je nachdem über welchen Satellit in welche Region man ausstrahlt. Halb Afrika versteht Französisch, ganz Südamerika versteht Spanisch. Aber eher kein deutsch oder koreanisch oder japanisch. Auf Astra19 oder 28 Ost und Eutel kann man Derick oder Pfarrer Braun also eher schlecht OmU zeigen weil die Deutschen es in Deutschland sehen würden ohne das Degeto (oder sonstwer) Geld dafür bekäme wenn z.b. TV Andorra es ausstrahlt, aber auf dem Asia-Beam von Türksat gäbe es lizenztechnisch von den Zuschauer-Zahlen her wohl nur irrelevant viele “Schwarz-Seher” für welche keine Lizenzgebühren vom TV-Sender bezahlt wurden. Auf dem Eurobeam von Türksat hingegen könnten alle Deutsche es schauen selbst wenn nur TRT es lizensiert und nur für türkische Zuschauer bezahlt hat.

    Nicht-Amerikaner mussten früher immer US-Englisch sprechen. Evtl hat Hugh-Laurie (?) Dr. House das geändert oder spricht auch sauberes (dialekt-armen) US-Englisch und es war nur gemeint, das auch Engländer eine US-Serien-Hauptrolle kriegen können. Es gibt eine Extrasendung (so ähnlich wie Making of) zu Flashforward wo das eines der Hauptthemen war und dort ich glaube sogar mehr englische als amerikanische Schauspieler vorhanden waren. Rentner hören und sehen schlechter. Man muss also überlegen ob mehr erreichbare Zuschauer oder weniger zufriedene Zuschauer wegen krasser Dialekte es einem wert sind. Weil aber seit übermorgen fast alles Digital übertragen wird, sind DVB-Subtitel ab übermorgen praktisch jedem zugänglich (DVB-T kann der Kabel-Vermieter einem nicht verbieten und 12 ÖR-Sender hat damit praktisch jeder) so das man Tatort und Pfarrer Braun u.ä. in tiefstem Dialekt sprechen sollte. Damit die Leute lernen die hochdeutschen DVB-Untertitel einzuschalten. In TV-Doku-Sendungen werden schweizer und Österreicher oft genug untertitelt – und nicht synchronisiert – wenn sie schweren Dialekt sprechen. Die internationale Vermarktbarkeit von Derrick, Pfarrer Braun, Rote Rosen usw. verändert Dialekt-Verstärkung ja nicht. DVB machts möglich. Denn das hat ab übermorgen jeder Deutsche… .

    Als Gastgeber im Forum sollte man deeskalierend wirken und sich auch nicht provozieren lassen oder pampig werden. Manche Argumente haben teilweise ja einen wahren Inhalt und sind nur schlecht oder agressiv formuliert. Das sind keine bezahlten Politiker-Statements und da formuliert man vielleicht mal etwas kräftiger.
    Auch Sarkasmus wird oft nicht erkannt und 1-3 Leute “fallen darauf rein” und nehmen es ernst. Daher gibts die entsprechenden Smileys wie ;-) o.ä. schon ewig seit dem Usenet oder schon früher.

    Das hier sollte auch kein pauschaler Widerspruch zu Deinen Forderungen sein. Da könnte man durchaus einiges sinnvoller machen.

  • Kiesch meint:

    Ja auch ich schaue mir gerne Filme und Serien in der OV an. Und ich denke auch, dass gerade die Tatsache, dass man die Sprache nicht als Muttersprache spricht teils dazu führt das man bestimmte Feinheiten erkennt (weil man deutlich mehr darauf achtet). Meiner Meinung nach führt das auch zumindest zu einem Teil der Lobhuddelei auf OVs.

    Generell muss ich aber auch sagen, dass die deutschen Synchros nicht so schlecht sind wie sie gerne gemacht werden. Sicher gibt es negativbeispiele. Andererseits bin ich aber auch schon davor gewarnt worden mir “Ein Käfig voller Helden” auf Englisch anzuschauen, da die Deutsche Version besser sein soll (in diesem Fall gerade DURCH sehr freie Übersetzungen bzw. Änderungen in der Synchro). Auch einen Dr. House finde ich von der Deutschen Stimme deutlich besser getroffen als von der echten Stimme, da mir die Deutsche einfach besser zu seinem Character passt. Schwarzenegger wurde ja auch schon genannt. Auch dem sein Original möchte ich nur ungern hören…
    Ein weiteres gelungenes Synchronbeispiel sind auch die Bill und Ted Filme finde ich. Großartig übersetzt (für die gegebenen Umstände), sogar der Iron Maiden Witz wurde versucht zu erhalten (gut mehr schlecht als recht; aber Dude als Hoshi übesetzt etc. einfach großartig und passend auf den Punkt).

    Na ja, wie auch immer, mich persönlich stören an Synchros eigentlich vor allem zwei Punkte:
    1. Die Deutsche Fassung kommt in der Regel deutlich später als das Original (gerade bei US Serien)
    2. Synchronsprecher sprechen oft mehrere Schauspieler oder Synchronstimmen wechseln zwischen Filmen. Das ist ECHT nervig…

    Ich persönlich würde mir wünschen das ich auch im Fernsehen die Wahl habe (nicht nur im Pay TV) mir auch das Original anzuschauen – und zwar OHNE störende Untertitel. Und ja die empfinde ich als sehr störend. Klar, wenn Franzosen französisch o.ä. sprechen in einem Englischen Film, dann sollte man die auch weiter mit Untertitel lassen – das gibt Flair und Kontext – da stört dann auch eine Synchro. (ganz schlimm war das bei den Japanern in der Serie Heroes). Aber so lange sinnvoll übersetzt wird habe ich da auch nichts dagegen. Im Zweifel sehe ich nämlich lieber eine deutsche Version wenn ich die Sprache nicht verstehe als ein OmU. Verstehe ich die Sprache dagegen, kann ich auch zur OV.
    Und das ist ja auch das schöne am DVDs – man kann so schauen wie man möchte. OmU für die die drauf stehen, OV für die die keine Untertitel brauchen, Deutsch für die die Deutsch sehen möchten.

  • Matthias Buser meint:

    Im Kino sind mir Untertitel recht, da schaue ich sowieso konzentriert den Film. Aber beim Fernsehen bevorzuge ich ganz klar die Synchronisation, weil ich meistens nebenher schaue, während ich etwas anderes mache. Da hör ich dann hauptsächlich zu und schau nur ab und zu aufs Bild. Mit einem Ohr zuzuhören funktioniert aber nur in der Muttersprache.

    Eine Synchronisation sollte aber mindestens so gut wie das Original sein. Abstriche sollte es nur bei fehlender Übertragbarkeit (Dialekte, Sprachwitz, Stimmung, die eine Sprache erzeugt) geben.

    Es kommt auch sehr auf den Film an, ob eine Synchronisation passend ist oder nicht. Bei Actionfilmen ist die Sprache eher egal. Bei Filmen, bei denen die verwendete Sprache eh nicht autentisch ist, wie es bei historischen Filmen, bei manchen Science-Fiction-Filmen oder bei Filmen, die auf Englisch gedreht werden, aber in einem anderen Kulturkreis spielen, der Fall ist, finde ich eine Synchronisation manchmal sogar angenehmer als das Original, weil ich Deutsch als neutral empfinde, im Gegensatz beispielsweise zu Englisch, und andere Sprachen dadurch eher ersetzen kann, was durch die Praxis der Synchronisation ja auch gefördert wird, sodass es als normal empfunden wird, dass die ganze irdische und außerirdische Welt zu allen Zeiten Deutsch spricht.

  • Hansruedi Meyer meint:

    Ich finde die “Kauft doch die DVD” Kommentare unerträglich. Hallo?! Ich will den Film im Kino sehen und zwar so wie er von den Filmemachern gemacht wurde. Wenn ich dafür Geld ausgebe, will ich die echten Schauspieler hören und nicht irgendwelche deutschen Synchronsprecher die gewissen Rollen einfach nicht gerecht werden können, zum Beispiel der Joker in The Dark Knight.

    Mit Englischkenntnissen hat das nichts zu tun, ich will auch einen japanischen Film im Original mit Untertitel sehen.

    Die “langsamen” Schweizer schaffen es auch Untertitel zu lesen…

    Außerdem… englische Lieder werden ja auch nicht übersetzt, da spielen die Englishkenntnisse ja auch keine Rolle… wieso geht das mit Filmen nicht?

  • Admiral Ackbar meint:

    Luke Skywalker ist z.B. nur auf Deutsch zu ertragen. Deswegen fordere ich eine galaxisweite Synchron-Pflicht.

  • Linkdump vom Do, 26. April 2012 bis Mo, 30. April 2012 Links synapsenschnappsen meint:

    [...] Bebilderte Hörbücher: Die Unsitte der Filmsynchronisation in Deutschland | unique-online.d… [...]

  • Manuel Meier meint:

    Ich bin voll und ganz einverstanden mit diesem Text!
    Die meistens fehlende Original-Tonspur mit Untertitelung ist für mich der Hauptgrund dafür, dass ich praktisch nie einen Film im TV schaue, obwohl doch gerade auf 3sat oder arte nicht selten interessante Filme zu sehen wären.

    Zum Glück sieht es in Sachen Kino in der Schweiz (noch) anders aus: Die grossen Kinos zeigen meistens die Filme entweder in unterschiedlichen Sälen (einmal Synchronfassung und einmal OmU) oder OmU eher abends, Kinos für das eher anspruchsvolle Publikum zeigen alle Filme praktisch ausnahmslos untertitelt.
    Wäre Deutschland’s Kinopublikum auch zu wünschen!

  • Gelesen und gemerkt am 25.4.2012 | just another weblog :: Christian Fischer – fine bloggin' since 2001 meint:

    [...] »Bebilderte Hörbücher: Die Unsitte der Filmsynchronisation in Deutschland (unique-online.de…Casablanca ist keineswegs eine Entgleisung, sondern nur das berühmteste Beispiel für die intensive Nutzung der Synchron-Zensur, um systematisch jegliche Anspielungen auf den Nationalsozialismus aus Filmen zu eliminieren. Auch unpolitische, aber negative deutsche Figuren wurden in den deutschen Filmfassungen eliminiert: Durch Austausch der Nationalität – wohl nach dem Motto, dass nur andere Nationalitäten böse Menschen hervorbringen – oder durch Verschweigen. Noch in den 1980er Jahren wurde mit der „Eindeutschung“ des gesamten Dialogs und kleinen Namensänderungen verschleiert, dass die Terroristen in Die Hard – Stirb langsam deutscher Herkunft sind.« [...]

  • Gregor meint:

    Diese unbegrenzte Verachtung gegenüber Synchro-Autoren und -Sprechern als Künstlern finde ich besorgniserregend.

  • Tilman meint:

    Ich hab noch einen: Bugs Bunny. Die deutsche Synchronisation klingt als sei der Hase schwul. Oder zumindest “effeminiert”. Was er im Original nicht ist.

  • links for 2. May 2012 | robertkrueger.de meint:

    [...] Bebilderte Hörbücher: Die Unsitte der Filmsynchronisation in Deutschland | unique-online.de Schöner Rant über die Unsitte der Deutschen Filme teilweise bis zur Unkenntlichkeit kaputt zu synchronisieren. [...]

  • Derangierte Einsichten - Kurz und knapp meint:

    [...] Über die “Unsitte” der synchronisierten Filme: Bebilderte Hörbücher. [...]

  • Dajolt meint:

    Eigentlich hat sich das Problem Synchro vs. Untertitel durch die Verfügbarkeit von DVD, Bluray, Internet und ausländischen Satelliten-TV Sendern doch ziemlich entspannt.

    Persönlich akzeptiere ich gar keine Synchrofassungen und schaue nicht-englischsprachige ausländische Spielfilme entweder mit deutschen oder englischen Untertiteln oder verzichte halt darauf.

    Schade ist’s nur, dass man abseits der Grossstädte dann halt nicht ins Kino gehen kann und dass die TV-Gebühr rausgeschmissenes Geld ist, weil die Filme, die man gerne sehen möchte, keine Originaltonspur haben.

    Solange man per Satellit, Hausantenne und Internet in fremde TV-Märkte hineinschauen kann, ist das aber kein Problem. Und das deutsche Fernsehen, wie wir es heute kennen, stirbt in 10-20 Jahren sowieso mit seinem jetzigen Publikum aus…

  • Joerg meint:

    Nicht nur Briten und US-Amerikaner drehen Filme. Anders sprachige Filme (ausser evtl französiche oder italiniesche) hätten bei uns bei OmU noch weniger Chancen in die Kinos zu kommen als jetzt. Das oben angeführte neg. Beispiel von Gosford Park (Sprache als Stilmittel) würde hier erst gar nicht Erwähnung finden, wäre das Original zB. ein japanisches Produkt.

  • Nina meint:

    Schon mal dran gedacht, dass es auch eine größere Gruppe in Deutschland gibt, die Untertitel *benötigt*? Es gibt laut Schätzungen ca. 1,6 Millionen Hörgeschädigte, für die Synchronisation Verschwendung ist. Da wären Untertitel willkommener, auch zum Zweck der Allgemeinbildung (die ist ja schon durch das Auffrischen von Englisch etc. für die hörende Bevölkerung gegeben) und Integration (damit man auch als Hörgeschädigte/r endlich über die neueste True Blood-Folge mitreden kann).

    Und ich als jahrelange mit-englischen!-UT-Guckerin kann bestätigen, dass es wirklich nicht sooo anstrengend ist, wie es scheint. Mir helfen die UT z.B., um mein Lippenlesen (ich bin übrigens taub) zu trainieren (Englisch ist fies in der Hinsicht, weil es erstens oft anders ausgesprochen wird als geschrieben, und zweitens die vielen Dialekte auch etwas hinderlich sind). Da ich eh von klein auf schnell lese, brauche ich nur Sekundenbruchteile, um die UT zu checken und kann mich dann ganz auf den Film konzentrieren – und ich denke, das würde nach der Gewöhnungszeit auch für Hörende nicht zu anstrengend sein.

    Anstelle von kompletter Ablehnung – versucht’s doch erstmal!

  • Links 24 « High on Clichés meint:

    [...] Deutsche Synchronisationen zerstören die Tonfilmkultur [...]

  • Marcus meint:

    Das Elend beginnt ja schon bei der Übersetzung von Filmtiteln. Bei Westernfilmen haben deutsche Verleiher allen zur Verfügung stehenden Eifer benutzt, um Klassiker des Genres auf Heftchen-Niveau zu degradieren. Aus John Fords STAGECOACH wurde RINGO KID – HÖLLENFAHRT NACH SANTA FE (und dabei fährt die Kutsche nach Lordsburg), aus THE SEARCHERS, ebenfalls von John Ford wurde DER SCHWARZE FALKE (so dann auch der Name des deutschen Häuptlings, der im Original Chief Scar heisst). Mit Abstand die degradierenste Übersetzung ist mir jedoch bei einem Film von und mit Clint Eastwood untergekommen (kein Western): Aus Eastwoods Regiedebüt PLAY MISTY FOR ME wird in der Übersetzung SADISTICO – WUNSCHKONZERT FÜR EINEN TOTEN.

    In diesem Film, den man als „Vorlage“ zu FATAL ATTRACTION (EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFÄRE, na ja…) sehen kann, spielt Eastwood einen Jazz-DJ, der von einem weiblichen Fan immer wieder während der Sendungen angerufen wird. Sie wünscht sich den Errol-Garner-Klassiker „Misty“.

  • Florian Diesch meint:

    Untertitel beschädigen die Bildsprache eines Films. Im besten Fall lenken sie unterhalb des Bilds nur den Blick ab, im schlimmsten Fal werden sie in das Bild eingeblendet und zerstören es damit.

    Inhaltlich sins Untertitel selten besser, sehr oft aber deutlich schlechter als Synchros:

    * Untertitel können in der gleichen Zeit deutlich weniger Text wiedergeben als gesprochene Sprache. Daher müssen Dialoge oft stark verkürzen werden. Szenen mit mehreren schnell wechselnden oder gleichzeitig sprechenden Akteuren lassen sich kaum sinnvoll untertiteln.

    * Untertitel sind nicht synchron mit dem gesprochenen Wort. Filme, bei denen das Timing wichtig ist, zum Beispiel viele Kommödien, funktionieren daher mit Untertiteln nicht.

    * Bei Untertiteln geht der Zusammenhang zwischen Inhalt und Sprachmelodie entgültig verloren, da beide völlig unabhängig voneinander präsentiert werden. Mehrsprachigkeit, unterschieliche Dialekte usw. lasens ich durch Untertitel bestenfalls in Ausnahmefällen sinnvoll wiedergeben.

    Gute gemachte Untertitel können besser sein als eine schlechte Synchro, aber niemals so gut wie eine gute Synchro.

  • Schnippsel | miðgarðr meint:

    [...] Warum Filme in Originalfassungen? David schreibt in unique über “Bebilderte Hörbücher: Die Unsitte der Filmsynchronisation in Deutschland” ✍ Privatsphäre und Social Networking? Check deine erteilten Rechte. ✍ TV Noir am 27.05.12 mit [...]

  • SethG meint:

    Die Beispiele auf denen rumgeritten wird liegen alle schon sehr weit zurück, die “der feuchte Traum”-Formulierung ist absolut daneben und ich finde es anmaßend die heutigen Synchronstudios so zu verurteilen!

    Alles in allem: Was eine Zeitverschwendung diesen Mist zu lesen…

    Und – wenn ich mir diesen Punkt von Taysal entleihen darf – unsere Kinder hätten bestimmt jede Menge Spaß mit dem neuen Pixar-Film in englisch mit Untertiteln… Zwei Daumen hoch!

  • Misha meint:

    Zur Synchro muß man einiges sagen:

    1. Manchmal sind die deutschen Stimmen besser und markanter als die Originalstimmen (Bruce Willis ist sehr augefällig, auch Peter Falk).

    2. Machen wir doch mal einen umgekehrten Schuh daraus – Die Amis wollen ihre Serien weiterverkaufen. Warum passen sie die Serien nicht dem Markt an? Warum machen sie keine skriptdynamische Synchronisation? Warum wollen sie fette breite Ami-Schlitten für enge italienische und deutsche Gassen verkaufen? Bei anderen Produkten klappt ja auch die Anpassung an die regionalen Märkte.

    3. Manchmal ist die deutsche Übersetzung sinnhafter als das amerikanische Original.

    4. Der deutsche Synchro-Markt ist hart umkämpft. Hier herrscht Dumping, das insbesondere RTL(beliebiges Kürzel) und andere Abspielstationen ausnützen. Das wirkt sich natürlich auch auf das Ergebnis aus.

    5. Wer gegen Synchro ist, fördert weiterhin die Monopolisierung der aerikanischen Produktionen. Und dank deren Konservativismus in ihren Produktionen werden wir zu amerikanischen Zombie-Konservativen.

    6. Ich glaube nicht, daß man mit mehr englischen Versionen allgemein das Englisch verbessert. Vielmehr ist es dann ein Hinderungsgrund, in die Kinos zu gehen. Das wäre das Ende vieler Kinos.

    Es gibt noch einige Gründe mehr …

  • Für mehr Filme und Serien im Originalton: MyVideo inspiriert die Konkurrenz » netzwertig.com meint:

    [...] Fassung auch die Version im Originalton an. Dies sollte den Wettbewerb inspirieren.Es gibt viele Gründe, der Filmsynchronisierung kritisch gegenüber zu stehen. Im Vergleich zu Ländern mit TV-Inhalten [...]

  • Robin Meier meint:

    Hallo Leute, speziell @ Jott

    Ich finde auch bei dem Film “Der Harte und der Zarte” es ganz übel. Mit den Flagen.

  • We no speak americano! meint:

    Ápropos „schwuler/effeminierter Hase“. Die amerikanische Synchronstimme Bugs Bunnys ist auch ganz schön „schwul“ oder „effeminiert“ oder weniger pseudowichtig ausgedrückt „verweiblicht“, wie man in diesem Beispiel gut heraushören kann: https://www.youtube.com/watch?v=RPKvbkcZ-lg
    Die deutsche Synchronversion als Vergleich: https://www.youtube.com/watch?v=bopmRk9DwQ0

    Und zum Thema: Mit der Muttersprache wird man immer direkter angesprochen. Vergleiche hierzu Dialekt, der wenn man damit aufgewachsen ist und keine pseudoelitäre Verabscheuung dagegen entwickelt hat, doch meist auf ne viel tiefere Emotionsebene befindet, als Hochdeutsch oder gar irgendeine Weltsprache wie zurzeit ja Englisch.
    Daher finde ich das kindische Rumgeheule auch sinnlos. Ich will mich in Filmen angesprochen fühlen mich mittendrin fühlen. Das geht nur in meiner Muttersprache, selbst wenn ich dem englischen mächtig bin. Man wird NIE denken, fühlen und träumen wie jemand der mit Englisch als Muttersprache aufgewachsen ist. Da könnt ihr hin und herargumentieren wie ihr wollt. Trotzdem ist klar, dass das Original meist besser ist, aber was bringt das, wenn man dazu ein Engländer/Ami etc. sein müsste…

  • TK meint:

    Warum fordert eigentlich nie jemand, dass man Bücher grundsätzlich im Original lesen müsste? Da wird man doch auf einer völlig anderen Emotionsebene angesprochen, und versteht alle Wortspiele gleich viel besser.

    (Sollte das Buch auf japanisch sein, kann man ja die Untertitel lesen…)

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