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Udo Ulfkotte vs. Udo Steinbach

16 November 2009 9 Comments

Der Buchautor und ehemalige FAZ-Redakteur Udo Ulfkotte gilt als einer der radikalsten deutschen Islamkritiker und als Zugpferd der islamophoben Strömung in Deutschland. Er ist Gründer der rechtsextremen Bürgerbewegung „Pax Europa“. Seine Bücher wie „Der Krieg in unseren Städten“ und „Heiliger Krieg in Europa“ werden von Kritikern als rassistisch und volksverhetzend gebrandmarkt. Wir fragten ihn nach seiner Sicht auf den Islam und die Muslime in Deutschland:

Unique: In Deutschland leben etwa drei Millionen Muslime. Wie sollte der Umgang der nicht-muslimischen Mehrheitsgesellschaft mit ihnen aussehen?

Ulfkotte: Natürlich wie im Grundgesetz gefordert. Niemand hat Sonderrechte. Nach unseren Gesetzen ist beispielsweise die Vielehe verboten. Warum also dürfen zugewanderte Muslime ihre Zweit- und Drittfrauen nachholen, sogar, wenn diese in Deutschland absehbar von Sozialhilfe leben werden?

Immer wieder wird von der muslimischen Bevölkerung eine größere Integrationsbereitschaft gefordert. Welche Perspektiven des Zusammenlebens sehen Sie – heute und in Zukunft?

Wer sich nicht integriert, der wird hier seine Koffer packen müssen. Die langfristige Perspektive für Integrationsunwillige heißt: Rückkehr in die Heimat.

Ihre Ansichten über den Islam seien, so der Gießener Islamwissenschaftler Henner Kirchner, „als ein islamophobes Äquivalent zum antisemitischen Hetzstück“ zu verstehen. Wie würden Sie es selbst beschreiben?

Die Islam-Ideologie ist der des Nationalsozialismus sehr wesensverwandt, deshalb haben die führenden muslimischen Führer ja auch Hitler und die Nazis unterstützt. Ich lehne radikale, menschenverachtende, totalitäre Ideologien wie den Islam ab – sie sind mit Demokratie und Aufklärung eben nicht vereinbar.

Welchen Anspruch haben bzw. welches Ziel verfolgen Sie mit Ihren Veröffentlichungen zum Islam?

Geschichte bedeutet Veränderung. Ich kann und will es nicht aufhalten, wenn Europa islamisiert wird. Aber ich kann und werde es für eine nachfolgende Generation unserer Kinder dokumentieren, damit sie eines Tages wissen, dass wir dieses Entwicklung mit offenen Augen zugesehen haben. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Kinder in Europa eines Tages aufstehen werden und sich dieser Entwicklung entgegenstellen werden.

Glauben Sie, dass es in Deutschland eine wie auch immer geartete Islamfeindlichkeit gibt? Wenn ja, wo beginnt die­se für Sie?

Islamophobie ist ein Kampfbegriff jener, die die Islamisierung Europas und den Niedergang unseres Kulturkreises fördern möchten. Ich sehe keine Islamophobie – ich sehe nur vorauseilende Unterwerfung unter die Wünsche zuwandernder Muslime. Wir haben keine Phobie, wir haben eine Unterwerfungsmacke, sonst würden wir bei klarem Verstand sofort alle Sonderrechte für Moslems abschaffen.

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Professor Udo Steinbach war bis 2007 Leiter des Deutschen Orientinstituts und gilt als einer der renommiertesten deutschen Islamwissenschaftler. Er fordert öffentlich dazu auf, die Begnung von Christen und Muslimen als Chance zu begreifen. Wir baten ihn, für uns Udo Ulfkottes Aussagen zu kommentieren.

Udo Ulfkottes Verständnis des Islams ist eine Reduktion der Religion auf deren ideologische Instrumentalisierung seitens „islamischer“ Extremisten und Gewalttäter. Die Dimension des Glaubens, der über eine Milliarde Muslime weltweit in ihrem täglichen – friedlichen -  Leben erfüllt, tritt in keiner Weise ins Bild. So kommt es zu geradezu gespenstischen Argumenten: An einer buchstäblich verschwindend geringen Zahl muslimischer Männer mit mehreren Frauen bei uns wird eine generelle Integrations­unwilligkeit aller Muslimen festgemacht. Aus der Kollaboration arabischer Nationalisten mit Hitler-Deutschland wird eine Wesensverwandtschaft des Islam (Ulfkotte: der Islam-Ideologie) mit dem Nationalsozialismus abgeleitet.

Und eine in den letzten Jahren durchaus erfolgreiche Politik der Integration (zahlreiche Migranten aus islamischen Ländern gehören mittlerweile zu Eliten in diesem Land) wird zu vorauseilender Unterwerfung. Die Vermischung des breiten Stroms muslimischer Gläubiger mit dem kleinen – freilich durch Gewalttaten spektakulären – Rinnsal ideologisierter Extremisten wirft Gräben auf und schafft Gefahren für ein friedliches Miteinander.

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Bisher 9 Meinungen zum Thema: Udo Ulfkotte vs. Udo Steinbach

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  • click meint:

    der hat ja mal einen absoluten vollschuss der typ!

  • click meint:

    also Ulfkotte!

  • Max Hoffmann meint:

    Zur Argumentation von Herrn Prof. Steinbach habe ich folgendes zu sagen: es geht nicht um eine Kritik an Muslimen (jedenfalls nicht überwiegend), sondern um eine Kritik am Islam. Hierauf hat Herr Ulfkotte mehr als einmal hingewiesen. Um den Islam zu kritisieren, bedarf es nicht “eine(r) Reduktion der Religion auf deren ideologische Instrumentalisierung seitens „islamischer“ Extremisten und Gewalttäter”, sondern eines detaillierten Blicks in den Koran. Dieses Buch ist für jeden gläubigen Muslim von Gott gegeben und daher keiner historischen Relativierung zugänglich. Die Lebensregeln, die der Koran einem gläubigen Muslim auferlegt, sind nicht diskutierbar und sollen alleiniger Maßstab seines Handelns sein. Ich habe noch nie von einem gläubigen Muslim gehört, dass er sich von bestimmten Teilen des Korans öffentlich distanziert. Also gehe ich davon aus, dass alle Muslime den Koran in seiner Gesamtheit kritiklos akzeptieren. Und wenn das so ist, und da das offensichtlich so ist, ist das Menetekel des Herrn Ulfkotte nicht unberechtigt.
    Dass Herr Steinbach eine Wesensverwandtschaft des Islam mit dem Nationalsozialismus bestreitet, ist Ausdruck seiner politisch korrekten Einstellung. Angesichts eines historisch gewachsenen und durch die Gründung des Staates Israel potenzierten Judenhasses der muslimischen Weltgemeinschaft bis hinauf in die Schaltstellen der Macht muslimischer Länder (Achmenidschad!), kommen mir doch arge Zweifel an der Meinung des Herrn Steinbach. Judenabschlachtungen gab es schon nachweislich zu Zeiten Mohameds. Und die Geschichte der muslimischen Besetzung der Iberischen Halbinsel und die Situation in heutigen muslimischen Ländern zeigt (ebenfalls nachweislich), dass der Islam, sobald er das beherrschende System wird, Rassen- und Religionspolitik betreibt, die faschistoide Züge trägt. Ist es Herrn Ulfkotte zu verdenken, wenn er ähnliche Verhältnisse für Europa befürchtet, wenn die Bevölkerungsstruktur sich hier grundlegend zugunsten der Muslime verschiebt?

  • luvus meint:

    Ich finde es interessant wie sie Herrn Ulfkotte ihren Lesern vorstellen und wie sie Herrn Steinbach ihren Lesern vorstellen.
    Warum informieren sie ihre Leser nicht darüber, dass Herr Ulfkotte zwischen 1986 und 1998 im Irak, Iran, Afghanistan, Saudi-Arabien, Oman, den Vereinigte Arabische Emirate, Ägypten und Jordanien lebte? Das sind 12 Jahre in islamisch dominierten Ländern. Im Vergleich hinkt Herr Steinbach hier mit angelesenem Wissen eher hinterher. Bekannt ist auch das Ulfkotte bei der FAZ als Experte (Korrespondent) für Afrika und Arabien zuständig war und weiterhin als ausgewiesener Experte für die Geheimdienste galt.
    Wer nun – mit diesem Hintergrundwissen – ihr Interview nochmals liest, mag vielleicht die ein oder endere Aussage von Herrn Ulfkotte ernster nehmen.
    Islamophob ist übrigens ein Kunstwort das sich aus Islam und Phobie herleitet. Eine Phobie hat jemand der Angst hat, das aber würde ich Menschen die einer Frage (Islam Deutschland) nachgehen nicht unterstellen.

  • strom meint:

    @ iuvus

    Ich frage mich wieso die Tatsache, dass Ulfkotte in islamischen Ländern gelebt hat dazu ausreicht den Islam als eine Bedrohung für Europa darzustellen. Ich habe weitaus mehr Jahre in Deutschland verbracht und kann sicherlich nicht behaupten unsere Kultur zu verstehen, denn Kultur ist ein vielschichtiges System, das man mit Sicherheit nicht mal eben so verstehen kann. Da reicht es auch nicht auf die Politik und die Medien zu schauen, denn auch die sind nur ein geringer Teil dessen was eigentlich in Deutschland passiert (siehe Aufstände im Iran).
    Das wäre ja so als würde man nach zwölf Jahren Erfahrung hinterm Steuer zum Mechaniker werden. Nein, wenn man in den zwölf Jahren nicht wenigstens einmal in den Motorraum geschaut hat, dann lernt man auch nichts über die Mechanik des Autos. Vielleicht hat Herr Ulfkotte aber auch in diesr Zeit auch nur kaputte Autos gesehen und ist deshalb jetzt der Meinung, dass im Islam keine qualitativ hochwertigen Autos gibt.
    Mag sein, dass es Probleme geben wird aber die werden wir mit Sicherheit auch mit anderen Kulturen haben.
    Ich jedenfalls, glaube kaum, dass der Islam für unsere Kultur eine Bedrohung darstellt, denn es gehört meines Erachtens ein bißchen mehr dazu unsere Kultur zu unterwandern als nur im Land anwesend zu sein. Dazu müssten wir erstmal davon überzeugt werden, dass der Islam das Richtige für uns ist und ich wage zu bezweifeln, dass eine solche Bewegung stattfinden wird. Zum einen haben wir dazu ein viel zu negativ geprägtes Bild vom Islam und zum anderen ist unsere Gesellschaft mittlerweile um ganz andere Institutionen organisiert, die überhaupt nichts mit dem Islam oder einer anderen Religion(wenn man mal vom Christentum absieht) zu tun haben. Ich denke wir sollten uns vielmehr Gedanken um diese Institutionen machen, denn die sind es immerhin, die das Leben hier regeln und nicht die Muslime.
    Ich möchte außerdem noch anmerken, dass ein Muslime, der mein Freund ist, auch ein Muslime ist, dem ich vertraue und zwar in genau dem Maße, wie ich das mit einem nichtmuslimischen Freund auch tue und dann brauche ich mir auch gar keine Gedanken mehr um eine Bedrohung machen.

  • Max Hoffmann meint:

    @ Strom
    “Ich jedenfalls, glaube kaum, dass der Islam für unsere Kultur eine Bedrohung darstellt, denn es gehört meines Erachtens ein bißchen mehr dazu unsere Kultur zu unterwandern als nur im Land anwesend zu sein.”
    Ich glaube, Sie sind ein bißchen zu blauäugig. Das Problem ist, dass sie nicht nur in unserem Land “anwesend” sind, sondern dass sie dort, wo sie die Stadtteile kolonisiert haben, Grund und Boden, unsere Kultur, unser Finanzwesen (um das ist es allerdings nicht besonders schade!) und unsere Gesetze ihren religiös und kulturell begründeten Normen anpassen bzw. verändern. Dafür gibt es hunderte bekannter Beispiele. (…)

    Und dass die Türken Deutschland als ihr versprochenes Land ansehen, dafür sorgt schon der türkische Staat, der hier mehrere Organisationen als Fünfte Kolonne eingerichtet hat, u.a. mit viel Geld, um Moscheen als Zentren national-türkischer, religiöser, sozialer und nicht zuletzt ökonomischer Macht zu etablieren. Dass Sie oder ich einen sympatischen Moslem auf individueller Ebene kennen, ist da völlig belanglos. (…)

  • Horsti meint:

    Das ganze Heft ist total einseitig. Die Moslems waren über mehrere Jahrzehnte hinweg nicht in der Lage sich zu intgrieren. Jetzt kommt etwas Druck auf – und Unique jammert. Kein Wort über Gewalt von Ausländern bzw. Moslems an Deutschen, kein Wort über islamistischen Terror. Sicher war das Christentum in der Vergangenheit nicht immer friedlich, aber wir leben im Jahr 2010; und mir ist keine christl. Terrororganisation bekannt. Von daher ist es vollkommem legitim, dass der Staat, auch in Form der Rasterfandung, dagegensteuert. Wo hielten sich die Terroristen des 11. Septembers denn vor den Anschlägen auf. Man macht es sich auch zu einfach, wenn man alles auf die Kolonialzeit schiebt, schließlich blieb die Türkei davon größtenteils verschont. Und wer regiert in der Türkei heute?
    Das einzig positive ist, dass Ulfkotte überhaupt zu Wort kam. Aber, und da kann ich mich einem meiner Vorschreiber anschließen, allein dessen Vorstellung ist einseitig. Ein richtig schwaches Heft!

  • Sandra meint:

    Ich gratuliere zu der Erkenntnis, dass offensichtlich eine vorauseilende Unterwerfung unter die Wünsche zuwandernder Muslime vorherrscht, und auch zu dem Mut, das Thema anzusprechen!

    Übrigens – nur zur Info – sind viele Muslime mit Inländerinnen verheiratet, damit sie überhaupt hier bleiben können. Ich finde es auch hinterfragungswürdig, ob es wirklich gerechtfertigt ist, weitere türkische Ehefrauen inklusive zahlreichem Nachwuchs nachholen zu dürfen, die nach 15 Jahren noch immer kein Wort Deutsch sprechen (wollen) und [...] [Wegen diffamierender Aussagen mussten wir deinen Kommentar hier leider kürzen. Die UNIQUE-Redaktion].
    Selbstverständlich gibt es auch andere… Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel und gegen diese Ausnahmen ist auch nichts einzuwenden.
    Grundsätzlich aber ist es eine Tatsache, dass bei uns mehr Kopftücher zu sehen sind als in der Türkei…

  • Sandra meint:

    Und seien wir doch mal ehrlich:
    Wo auf der Welt leben Muslime in der Mehrzahl (oder auch in der Minderheit), wo es FRIEDLICH zugeht?
    Wo werden von Muslimen Menschenrechte geachtet? [...]

    [Deinen Kommentar mussten wir leider wegen rassistischer Aussagen kürzen. Die UNIQUE-Redaktion]

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