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tHeater ZINK im Haus auf der Mauer: 4.48 Psychose

30 Mai 2014 No Comment

Vom 5. bis 7. Juni wird im Internationalen Centrum “Haus auf der Mauer” um jeweils 20 Uhr das Stück 4.48 Psychose zu sehen sein.

“Ein Stück, dessen Lektüre vielleicht deswegen so unendlich schmerzhaft ist, weil es in der Gewissheit geschrieben zu sein scheint, dass es posthum aufgeführt werden würde.” – so äußerte sich David Greig, ein Freund von Sarah Kane, über ihr Theaterstück 4.48 Psychose. Kane, die im Herbst und Winter 1998/99 an dem Stück arbeitete, beging am 20. Februar 1999 Selbstmord. Zwar ist das Stück stark autobiographisch geprägt; die Themen, die in 4.48 Psychose angesprochen werden, weisen aber über das Einzelschicksal der Verfasserin hinaus und haben allgemein-menschliche Bedeutung: Trauer, Selbsthass, Ratlosigkeit, innere Zerissenheit und das Bedürfnis nach Nähe und Liebe wurden von Kane in wortgewaltiger, eindringlicher Sprache thematisiert.
4.48 Psychose
ist auch deshalb bemerkenswert, weil das Stück der Regie größere Gestaltungsspielräume als die meisten anderen Stücke bietet: Der collagenhafte Text lässt völlig offen, in welchem räumlichen und zeitlichen Rahmen die Handlung spielt. Sogar die Anzahl der auftretenden Personen und die Aufteilung des Textes auf verschiedene Rollen werden durch den Text nicht vorgegeben. tHeater ZINK, das die deutsche Übersetzung des Orginaltexts zur Aufführung bringt, zeigt das Stück in einer Inszenierung mit 5 Darstellern.

Premiere: 5. Juni 2014
weitere Aufführungen: 6. und 7. Juni 2014
Eintritt: 5 Euro
Aufführungsbeginn: 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr
Spieldauer: 75 Minuten

Es spielen: Kristin Sauer, Philipp Doberenz, Franziska Schunke, Lucas Halnik, Ronja Rexheuser
Regie: Marcel Buß
Regieassistenz: Fabienne StraßerGestaltung Plakat & Flyer: Sebastian Ernst (http://trickolor-film.de/)

4.48 Psychose
von Sarah Kane
Deutsch von Durs Grünbein
Aufführungsrechte beim Rowohlt Theater Verlag, Reinbeck bei Hamburg

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