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„This girl wants to fly to be free like a bird“

31 Juli 2014 No Comment

(Foto: © Holger John)

Ein Treffen westafrikanischer und kubanischer Musik gestern abend auf der Kulturarena-Bühne: Fatoumata Diawara und Roberto Fonseca in Jena.

von Anna Kolosova

„This girl wants to fly to be free like a bird“ – eine Zeile aus dem Lied der malischen Sängerin und Tänzerin Fatoumata Diawara. Diese Art der inneren Freiheit hat sie aber schon; eine unbewusste, innere Antriebskraft, mit der sie in musikalischer Begleitung von Roberto Fonseca die ganze Kulturarena auf fast schamanische Weise beschwört. Es war ein exotischer Cocktail aus magisch-überzeugenden Tönen von Diawaras Stimme, die sich zur gleichen Zeit gellend, dämonisch und rührend anhören konnte, und kubanisch-westafrikanischer Musik Fonsecas. Nicht zu vergessen natürlich der Tanz Diawaras, der geschmeidig und ansteckend wirkte. Nach einem der Lieder rief die Sängerin das Publikum zum Tanzen und Singen auf. Auch ohne diese ungezwungene Bitte hätten die begeisterten Zuschauer mit Sicherheit bei afrikanisch-jazzigen Rhythmen die Hüften geschwungen.
Das Programm stellte eine bemerkenswerte Vereinigung dar: Von zehn Songs entstammten die ersten fünf Diawaras Debütalbum Fatou, die fünf weiteren dem Repertoire von Fonseca. Nach Diawaras zum Frieden aufrufenden Song „Kele“ hörte man Rhythmisches und ansteckend Jazziges: Fonsecas „80“, das der kubanische Pianist meisterhaft ohne Diawaras Gesang spielt.
Fast jedes der Stücke hatte eine politische Agenda, eine überzeugende und tief spürbare Aussage für Freiheit, gegen Armut („Kele“). Einige andere, wie zum Beispiel „Kanou“ waren nicht so politisch geprägt, sondern sehr gefühlsbetont. In jedem Lied steckte dabei die bewegende Antriebskraft, die Menschen dazu anregt, etwas im Leben verändern zu können.
Es wundert nicht, dass die Zuschauer wiederum nicht in den Alltag zurückkehren und sich von der bezaubernden afrikanischen Magie verabschieden wollten. Das bunte Licht auf der Bühne wurde gelöscht und nur die Instrumente blieben zurück; einsam, auf eine Berührung und Energie der Künstlerin wartend. Das Konzert war an sich schon vorbei, seine Wirkung allerdings noch nicht.

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