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Der Creep Magnet schlägt in Erfurt ein

12 November 2014 No Comment

(Foto: © Paul Ripke)

Die Beatsteaks sind endlich wieder auf Tour und machten pünktlich zum Karnevalsbeginn einen Zwischenstopp in der thüringischen Landeshauptstadt.

von Robert

Vorband zu sein ist wahrscheinlich einer der undankbarsten Jobs der Welt: Das Publikum hört einem nicht zu, ist ja meistens nicht mal vorhanden – und eigentlich freuen sich alle, wenn man die Bühne endlich verlässt, um Platz für den Headliner zu machen. Trotzdem schaffen es immer wieder Bands, das Publikum mitzureißen, gewisse sogar mehr als der Hauptact. Die Band Bilderbuch aus Wien gehört nicht dazu: Mit ihrem stark Muse-geprägten Elektro-Rock lieferten die vier Österreicher leider höchstens eine solide Leistung.
Nach einer kurzen Pause sollten jedoch die Punkrocker aus Berlin endlich ihr Gesicht zeigen. Der Anblick des humpelnden Sängers Arnim verwunderte anfangs. Gestützt auf einen Stock erklomm er die Bühne und entschuldigte sich schon mal vorab dafür, dass er heute nicht so viel Tanzen könnte. Danach legte er den Stock weg, schnappte sich die Gitarre und ließt die ersten Takte von „A Real Paradise“ durch die Halle dröhnen.
Der Raum explodierte praktisch. An jeder Ecke bildeten sich Moshpits und wenn man den Leuten in die Gesichter blickte, erkannte man, dass mehr als jeder Zweite die Songs auswendig kannte. „Limbo Messiah“, „Smack Smash“, „Launched“: Die fünf Hauptstädter haben sich in fast 20 Jahren ein beträchtliches Repertoire zugelegt, das sie an diesem Abend voll ausschöpfen. Und dabei sind sich die Herren auch nicht zu schade, „So lonely von The Police zu covern. Wollte man den Abend mit einem Wort beschreiben, wäre ‚Party‘ das Passende. Natürlich sind die Beatsteaks nur Musiker wie viele andere auch, doch auf der Bühne scheinen sie wie eine Straßengang: gefährlich, wild und doch irgendwie anziehend. Ein Anblick, den man sich nicht entgehen lassen sollte, denn die Beatsteaks sind noch bis zum 16.12. auf Tour.

Lest HIER unser Interview mit Beatsteaks-Drummer Thomas Götz.

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