Widerstand und Ungehorsam – ZIVIL willkommen im Sommersemester 2003
Seit dem 07. April läuft der Vorlesungsbetrieb wieder auf vollen Touren. Viele liebgewonnene Traditionen werden gepflegt: volle Züge bringen aus allen Richtungen Studierwillige nach Jena, in den Mensen muss wieder im Gegensatz zu der vorlesungsfreien Zeit angestanden werden und viele Veranstaltungen sind in den ersten Sitzungen wiedermal überfüllt. Aber es gibt auch die guten Seiten eines Sommersemesters: die elfte Ausgabe der unique läutet nun schon den dritten Jahrgang von Jenas internationales Hochschulzeitschrift ein und sonniges frühlingshaftes, fast schon sommerliches Wetter sorgen dafür, dass man Straßeneis nun wieder auf den Straßen und Plätzen Jenas genießen kann.\r
unique, Sonne, Eis und Studienstress. Wer hat da schon Zeit über zivilen Widerstand bzw. Ungehorsam nachzudenken? \r
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Wir, ist doch ziviler Widerstand das gewaltigste, aber am wenigsten gewalttätigste Mittel zur Durchsetzung von Zielen seitens der Zivilbevölkerung. Das haben schon Gandhi und Martin Luther King bewiesen, und beweisen heutzutage ruandische Frauen, indem sie ihre Männer durch die Drohung mit Keuschheit an Gewaltlosigkeit binden. \r
Wie es der Name schon sagt, ist ziviler Widerstand ein „Entgegen-stehen“ im Alltag. So wie die Schwarze Rosa Parks einem Weißen ihren Sitzplatz verweigerte, weil sie schlichtweg „erschöpft“ war (und damit den Bus-Boykott von Montgomery auslöste), gibt es tagtäglich Situationen, in denen uns die Möglichkeit gegeben wird, Einfluss auf Ungerechtigkeiten zu nehmen. Sie sind mannigfaltig, jedoch muss man sich diesen erst einmal bewusst werden. Das beginnt schon bei der Entscheidung, welche Eier man kauft: Der Kauf von teuren Bio-Eiern widerspricht zwar jeglichen rational-ökonomischen Vorstellungen. Doch jeder weiß, dass Bio-Hühner zufriedener gackern als deren Schwestern in Legebatterien. Warenboykott ist gerade für uns als Konsumenten (was wir nicht so alles konsumieren…) eine wirksame Methode, um auf Missstände Einfluss zu nehmen. \r
Ähnlich, aber doch nicht gleich ist das, was man gemeinhin unter „zivilem Ungehorsam“ versteht. Dieser definiert sich durch das bewusste Übertreten eines Gesetzes, um auf das Brechen anderer Gesetze aufmerksam zu machen. So ist beispielsweise das Missachten der StVO durch Sitzblockaden, um gegen die Israelische Besatzung zu protestieren, zu verstehen. Für die Legitimation des zivilen Ungehorsams spielt die Berufung auf ein höheres, vorstaatliches Recht eine wichtige Rolle, schließlich ist Gesetz nicht gleich Gesetz. \r
Ungehorsam und Widerstand in ziviler Form dienen daher dem Formen der Welt nach den Vorstellungen, wie wir unser Zusammensein auf der Kugel Erde gestalten könnten. „Und wieso sieht man dann nicht tagtäglich Sitzblockaden auf dem Löbdergraben???“ Genau das frag‘ ich mich auch hin und wieder, ohne jedoch zu einer Antwort zu kommen. Doch irgendwie muss das mit dem Fehlen einer gemeinsamen Vorstellung einer anderen Welt zu tun haben. Sophie Scholl sagte dazu: „Wir haben alle unsere Maßstäbe in uns selbst, nur suchen wir sie zu wenig.“’, ‘Vorwort’, 1, ”, ”, ”, ”, ”, ’1′, ‘deutsch’, ”, ”, 0),
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