Articles tagged with: Rezensionen
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von Luth
Die Menschen, die man heute allgemein als Backpacker bezeichnet, haben das Unterwegssein zum Lebensinhalt erklärt. Ihre unverbindliche Heimatlosigkeit gilt weithin als hipp und schick. Schon immer waren Reisen aber auch eine Flucht vor und eine Suche nach sich selbst. Die fünf Weltreisenden in Sonja Heiss’ Regiedebüt „Hotel Very Welcome“ sind keine modernen Touristikhelden, sondern zerrissene, entscheidungsunfähige Beziehungsnomaden. In vier Episoden schildert der halbdokumentarische Film ihre schwierige Sinnsuche quer durch Asien.
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von LuGr
Antoine (Albert Dupontel) hat seinen Job als Werbefachmann satt, seine Familie, sein ach so tolles Durchschnittsleben. Mit ein bisschen mehr Geld vielleicht schon, aber nein, es macht ihm keine Freude, der Kapitalismus ist schließlich schlecht. Der Zynismus dringt wie eine Krankheit in all seine Poren. Menschen aus seiner Umgebung, seine Frau und seine Freunde bekommen dies von einem Tag auf den anderen zu spüren, als sie ihm zu seinem 42. Geburtstag mit Geschenken überraschen, für die er nur Sarkasmus, Verachtung und Provokationen übrig hat.
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von LuGr
Nachdem das Capitol-Kino, der Veranstaltungsort des „cellu l’art“ in den letzten Jahren, vor Kurzem seine Türen und Säle geschlossen hatte, musste schnell Ersatz her. Mit dem altehrwürdigen Astoria-Kino fanden die Festivalveranstalter für das groß ankündigte Jubiläum einen beinahe ebenbürtigen Ersatz. Nach der feierlichen Eröffnung des Festivals im Theatercafé am 22. und dem eher eigenwilligen „Open Air“ in der Goethe Galerie am 23. April flimmerte am 24. April endlich der erste von insgesamt fünf Wettbewerbsblöcken über die im Astoria-Kino eigens installierte Leinwand. Einst hatte das Gebäude des Astoria schlimm ausgesehen. …
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von Luth
Darf man die Geschichte des Holocausts in Form eines Comics erzählen? Die Idee erschien so unverfroren, dass man davon ausgehen musste, das könne nur schiefgehen. Dem New Yorker Cartoonisten Spiegelman aber, im Jahre 1992 Pulitzer-Preisträger, gelang dieses Kunststück. „Maus“ erzählt die Lebensgeschichte von Spiegelmans Vater Vladek, einem ehrgeizigen jungen Mann im Vorkriegs-Polen, der nach Beginn des Zweiten Weltkriegs in die Menschenmühlen des nationalsozialistischen Lagersystems gerät.
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Autor: Marjane Satrapi:, Edition Moderne. 86 Seiten
von Christian Franke
Wie kommt einer auf die Idee, sich in sein Bett zu legen und auf den Tod zu warten?
Marjane Satrapi ist spätestens seit der Verfilmung ihres Comics „Persepolis”, in dem sie ihre bewegte Kindheit und Jugend im Iran schildert, kein unbeschriebenes Blatt mehr. In „Huhn mit Pflaumen” bleibt sie ihrem schlichten Zeichenstil treu, erzähltechnisch schafft sie es, sich weiterzuentwickeln. Sie skizziert die Geschichte ihres Großonkels, des sagenhaften Tar-Spieler Nasser Ali Khan (eine Tar ist das traditionelle Lauteninstrument im Iran). Nachdem seine Frau während …
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Regie: Christian Petzold, Deutschland 2009, Schramm Film/BR/arte, ca. 93 Minuten
von Yeke
Ali (Hilmi Sözer) hat es geschafft. Die Stolpersteine der Immigration und ihrer Folgen hat er hinter sich gelassen, denn längst ist er ein erfolgreicher Geschäftsmann. Als Besitzer einer Kette von mehr als vierzig Imbissbuden scheint er angekommen zu sein in einem Deutschland, das sich beständig über gescheiterte Integrationsbemühungen echauffiert. Doch Alis perfektes Leben ist nur eine Illusion. Die Fassade beginnt zu bröckeln, als er der Ex-Soldat Thomas (Benno Fürmann) als Fahrer einstellt. Prompt fühlt der sich nämlich zu Alis Frau …
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von Christian Franke
Um eins gleich vorweg zu nehmen: Ich mag keine Quiz-Sendungen. Ich habe keine Lust, schnellstmöglich die typischen „Hautfarben” von Kermit, Miss Piggy, Ernie und Bert in der richtigen Reihenfolge zu assoziieren, um dann, mein Glück kaum fassend, Günther Jauch gegenüber zu sitzen. Ich muss auch nicht wissen, welches Tier man im Krefelder Zoo bewundern kann (A: Assistent, B: Sekretär, C: Praktikant). Ich war noch nie in Krefeld und auch kein Assistent oder Praktikant. Ich weiß aber trotzdem, dass es einen überaus hässlichen Vogel gibt, der Sekretär heißt.
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Regie: Peter Chan, China/Hongkong 2007, KSM Films, ca. 110 Minuten
Ab 08.01.09 im Cinestar Jena
von Lutz G.
Nachdem er schon 2002 in „Hero” in der Verfilmung eines Stücks chinesischer Geschichte zu sehen war, knüpft Jet Li, der u. a. durch sein Mitwirken in US-Produktionen wie „Romeo Must Die” einem größeren westlichen Publikum bekannt wurde, mit der Annahme seiner Rolle in „The Warlords” dort an. Der Film erzählt von der Taipin-Rebellion in der Qin-Dynastie im Jahre 1870, als General Pang (Jet Li) als einziger Überlebender von einer Schlacht zurückkehrt. Er lernt die …
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Herausgeber: Bundeszentrale für pol. Bildung, 2008, 416 S.
von Alex
Schluss mit der Bauernweisheit, man solle ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen. Das ist eine EU-Direktive! Warum sollte man den Vertrag von Lissabon lesen? Kritiker behaupten, dass kaum jemand ihn je gelesen hat, am allerwenigsten diejenigen, die vor über einem Jahr über seine Ratifikation abgestimmt haben. Damals war der Vertragstext allerdings noch nicht konsolidiert (aus einem Sammelsurium an Verweisen ein lesbarer Text gemacht) und die europäische Kommission untersagte anfänglich auch die Verbreitung einer lesbaren Version. Trotzdem kann seit Mitte des Jahres …
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von Norman Fleischer
Als VIVA, der erste deutsche Musiksender, vor fast genau fünfzehn Jahren auf Sendung ging, durchwehte ein Hauch von Revolution die Büroräume in Köln. Eine freche, junge, eigenständige Alternative gegen den übermächtigen US-Koloss MTV wollte man sein. Etwas eigensinniger, etwas durchgedrehter und vor allem authentischer für die deutsche Jugend. Ein bisschen anarchisch ging es anfangs zu. Stefan Raab blödelte sich noch relativ unkonventionell durch Kölns Straßen, auch der Rest der Moderatoren lernte seinen Job scheinbar erst während dessen Ausübung. Geschmacklich wurden alle bedient. Wer Eurodisco hören wollte, schaltete zu …


