Articles tagged with: Länderbericht
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Überformte südländische Machos stellen dir nach, dein Sitzplatz im Bus ist von einem MG besetzt, schwarz gekleidete Männer zischen dir „Schickse“ hinterher und über der Strandbar kreisen die Militärhubschrauber, während mal wieder alle telefonieren. Na dann ist doch alles normal!
von Juliane Sandner
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von Martin Thormann
Zu San Francisco gehören Vietnamveteranen im Tenderloin-Viertel, die Müllcontainer nach Essbarem durchwühlen, für die Erntesaison des Central Valley eingeschmuggelte Mexikaner im Mission District, allerlei Ramsch verkaufende Asiaten in Chinatown und Tausende Akademiker aus Europa und dem Rest der Welt. Genau das macht die Stadt gleichzeitig so attraktiv und so widersprüchlich. Weitere Beispiele gefällig?
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von Luth
Ein Staat ohne Armee, dessen Nationalhymne mit „Wir, wir, wir sind glücklich!“ beginnt. Eine Bevölkerung, die Bungee-Jumping („Naghol“) als eine Art Nationalsport betreibt und sich mit Rauschpfeffer-Sud („Kava-Kava“) rituell entspannt – in Vanuatu im Südpazifik leben die glücklichsten Menschen der Welt! Das zumindest behauptet eine 2006 von der Londonder „New Economics Foundation“ veröffentlichte Studie, der „Happy Planet Index“ (HPI). Vanuatu landete dort auf Rang 1, Deutschland nur auf Platz 81.
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Mein Leben in Flores, Guatemala
von Anne Weirauch und Luth
Meine Freundin Melissa kommt aus Guatemala. “In meinem Land wirst Du größtmögliche Armut finden, aber auch Landschaften so schön, wie Du sie Dir niemals erträumt hättest”, so lautete im Jahr 2004 ihre Warnung, die ein Versprechen gleich mit einschloss. Als sie wieder fort musste, sprach sie eine Einladung aus. Die nahm ich gern an, schließlich war ich nie vorher in meinem Leben so weit gereist. Nach meinem Fremdsprachenstudium im saarländischen Neunkirchen schickte mich schließlich eine Agentur zum Praktikum nach Flores, in den …
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von Luth
Das Land, das im Herbst 2005 meine vorübergehende Heimat werden sollte, schien mir vertraut. Die klassischen Urlaubsziele hatte ich als kultur- und sonnenhungriger Mitteleuropäer im Laufe meines touristischen Curriculums längst abgehakt. Nun also drei Monate Auslandspraktikum im Goethe-Institut Genua. Mit dem Namen der Stadt konnte ich wenig anfangen. Sampdoria sagte mir was, der Fußballverein. “Alles klar auf der Andrea Doria”, Udo Lindenberg, schon mal gehört. Danach erstmal Leere. Genua? Ich war einigermaßen enttäuscht. Wenn schon nicht Venedig, Florenz oder Rom, dann bitte wenigstens eine andere italienische Kulturmetropole europäischen Formats. …
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von Juliane Börner
Das sind die bekannten Fakten. Manch einer mag sich außerdem an den Bürgerkrieg erinnern, der 2002 begonnen hat und bis heute noch nicht so richtig beendet wurde. Naja, Bürgerkrieg und Afrika gehören eben zusammen. Genauso die korrupten und machtbesessenen Regierungsapparate, die sich mit Hilfe von Pseudowahlen gegenseitig die Klinke in die Hand drücken, um sich dann am Elend der hungernden Bevölkerung zu bereichern, indem sie westlichen Industrien gegen eine entsprechende Aufwandsentschädigung das Monopol für Benzin, Medikamente und Holz überlassen.
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von Alice
Ich packe meine Tasche für England und nehme mit: Einen Regenschirm, kurze Röcke und Sommerschuhe, um nicht unangenehm zwischen den Einheimischen aufzufallen, einen Laib Mischbrot, um wenigstens die ersten Tage etwas Gutes zu essen zu haben, einen Bierhumpen des deutschen Fußballbundes, um bei den Jungs Eindruck zu schinden, ein paar Bücher für die Uni und einen dicken Pulli für die nächste nächtliche Evakuierung des Studentenwohnheims wegen Feuer(fehl)alarms.
Ich packe nicht für ein Erasmussemester oder einen Shoppingtrip nach London, ich lebe eine Fernbeziehung über 1.201 Kilometer Fußweg und reise daher …
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von Frank
Eröffnet man seinen Mitmenschen, dass man einen Trip nach St. Petersburg vor sich hat, mögen dem Reiselustigen unterschiedliche Reaktionen begegnen. Vor der so fremdartigen russischen Mentalität wird man eventuell gewarnt; von anderer Seite hört man hingegen, dass es eine sehr westliche Stadt sei. Tatsächlich ist die Metropole an der Newa nichts so sehr wie ambivalent. Ohne Zweifel hat “der Westen” hier längst Einzug gehalten, was dem Betrachter vielleicht manches Stirnrunzeln oder Schmunzeln abverlangen kann, aber der zu Tage tretenden ur-russischen Art der nördlichsten Millionenstadt der Welt kaum Abbruch tut.
Deutlich …
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von Carola
Mein Auftrag ist nun also, dem interessierten Leser Istanbul, die Stadt am Bosporus mit ihren geschätzten 15 bis 20 Millionen Einwohnern, mal so mir nix, dir nix vorzustellen. Und um es gleich vorweg zu nehmen: es scheint unmöglich zu sein. Mittlerweile ist es wieder hell geworden und noch immer habe ich nichts aufs Papier gebracht, was auch nur annähernd dieses liebenswerte Monster von Stadt beschreiben könnte, auch
wenn ich schon vier Seiten Liebeserklärung ins Datennirvana schickte. Was auf jeden Fall zutrifft, ist, dass
alles zutrifft. Istanbul ist Weltstadt und Kaff, moderne …
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von Stephanie Hesse
Sechs Monate in der französischen Hauptstadt sind ein echtes Abenteuer. Doch eines sei vorweg gesagt:
Paris ist nicht Klein-Frankreich. Wer glaubt, mit den Parisern Land und Leute zu kennen, der liegt gänzlich falsch. Es handelt sich quasi um ein Völkchen für sich und so möge mir der ein oder andere Kenner verzeihen, der die folgenden Beschreibungen vielleicht etwas anders kennt. Natürlich merkt man schnell, was Paris an Eigenheiten zu bieten hat: von überfüllten Metros, die klaustrophobische Ängste in einem wecken, bis hin zu den berühmten Streiks, die alle U-Bahn-Stationen …


