Stars und Küche Das Bild der Frau in den Medien
Als man sich 1995 zur 4. Weltfrauenkonferenz in Beijing traf, deckte man so einige Missstände auf und setzte sich daraus resultierend einige Ziele. So wollte und will man natürlich noch immer die Stärkung der Stellung der Frau durch den Ausbau von Fähigkeiten, Kenntnissen und durch den Zugang zu den Informationstechnologien verbessern. Selbst heute, acht Jahre später, gibt es immer noch viele Frauen, gerade in den Entwicklungsländern, die trotz eines angesehenen Berufes kaum die Möglichkeit haben, das Internet zu nutzen. Die Konferenzteilnehmer bemängelten das verzerrte Frauenbild, welches mit oft herabwürdigenden oder gar pornographischen Darstellungen in den Medien in keiner Weise die Vielfältigkeit der Lebenssituationen und Beiträge der Frauen zum gesellschaftlichen Leben widerspiegele.
Immer wieder trifft man auf die Feststellung, dass noch heute zu wenige Frauen in den Chefetagen von Zeitschriftenverlagen und Fernsehen sitzen. Deshalb ist es natürlich auch schwierig, ein ausgewogenes oder gerechtes Abbild der Frau in den Medien zu schaffen, denn so bleiben Stereotype unwillkürlich im “news management” bestehen. Auch Susan King, die sich mit solchen Belangen auseinandersetzt, gibt zu bedenken: “There is no free press if women don’t have a role in the free press; we are half of the society.”
Andere Institutionen betrachten lediglich die Präsenz der Frau in den Medien, wie das Global Media Monitoring Projekt. Dort fand man heraus, dass Frauen in der Berichterstattung und auf Titelblättern unterrepräsentiert sind. Doch kann man auf eine Diskriminierung des weiblichen Geschlechts schließen, nur weil mehr Männer auf den Titelseiten der Tageszeitungen erscheinen?
Eigentlich brauchen sich die Frauen doch gar nicht zu beschweren: Frauenzeitschriften gibt es nun wirklich genug. 1997 gab es z.B. in China 80 Frauenzeitschriften, Tendenz steigend. Und der Begriff der Frauenzeitschrift oder Frauenzeitung tritt schon gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf. Die Frage stellt sich aber, was eine Frauenzeitschrift ist. Man könnte es sich leicht machen: Für viele sind Frauenzeitschriften z.B. Cosmopolitan, Elle, Glamour, Bild der Frau, Brigitte etc. Doch diese gehören eigentlich nur zu einer Typologie von Frauenzeitschriften. Aber nur diese sind in den Supermärkten und Zeitungsshops zu finden. Selbst wenn man im Internet über einen Aboservice nach Frauenzeitschriften sucht, findet man unter 70 Zeitschriften nur drei, die sich nicht bei den oben genannten einordnen lassen. Was interessiert nun also die Frau von heute? Zwischen den verschiedenen Ländern der Welt wird sich diesbezüglich kaum ein Unterschied finden lassen, hat doch der Condé Nast Verlag so gut wie alle Länder mit seinen Zeitschriften wie Glamour und Vogue fest im Griff – Texte und Bilder unterscheiden sich landesspezifisch nur minimal. So kann man also sicherlich die folgende Untersuchung von Uta Schlegel, die einige Wochenzeitschriften für Frauen in Deutschland untersucht, auch auf andere Länder übertragen. Sie fand heraus, dass “Stars/Royals”, “Küche/Kochen/Rezepte/Diäten” und “Haushalt/Wohnung/Geld” am häufigsten in Frauenzeitschriften thematisiert wurden. Werbeanzeigen beanspruchen ein Viertel bis die Hälfte der Zeitschriften. Hier stellt sich ein Frauenbild dar, welches zeigt, dass die weiblichen Interessen in Klatsch und Haushalt zu finden sind. Anhand der Werbung kann man auch sehr gut nachvollziehen, welches Frauenbild die inserierenden Firmen haben. 60% der Werbung thematisieren Schönheit und Gesundheit. Doch so recht mag man nicht glauben, dass sich die Frauen von heute mit diesem erzkonservativen Frauenbild identifizieren, welches nicht annähernd die realen Lebenszusammenhänge und Probleme widerspiegelt. Eine Befragung ergab, dass frau diese Zeitschriften zur Entspannung liest – in eine Traumwelt entfliehen, dabei helfen diese Zeitschriften; da möchte man doch nicht mit dem grauen Alltag konfrontiert werden. Ob dies nun wirklich auf alle Frauen zutrifft, die Zeitschriften lesen, bleibt zu bezweifeln. Denn was ist mit den Frauen, die nicht träumen wollen, sondern sich eine gepflegte, anspruchsvolle Unterhaltung wünschen?!
Bleibt also zu hoffen, dass sich einige mutige Journalistinnen trauen, neben Online-Magazinen auch das gute alte Printmedium Zeitschrift für sich zu nutzen und eine ausgewogene Darstellung der Interessen der Frauen in Angriff zu nehmen – weltweit und landesspezifisch.’, ‘Top’, 1, ’20040115191640′, ‘cosmopolitan.com’, ‘cosmopolitan.com’, ’4′, ’1′, ’1′, ‘deutsch’, ‘caro@unique-online.de’, ”, 0),
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