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Musique: “Komm, lass uns etwas Lohnkostenvergleich – Wo Bush noch von Liebe singt! www.slaveland.de

21 Juni 2008 No Comment

von Steven

Kalter Kostenvoranschlag: Ein Neunziger-Veteran und alles so, wie die Computergeneration will! Diese CD ist eine frankophone Außerirdischen-Disco, gegen das Lebensgefühl einer entlaufenden Psychedelia, Quatsch-Programm und bananige Teilrekursionseliminierung, die das Homogene aus dem Übermorgen ins Herbstliche spiegelt Wohl gekleidet und affig: übergelaufen wogt und wiegt es, der Sample-Blitzkrieg schubst und drängelt. Die Affen vertonen angebrochene Buchstabenfelder. Wie ein Verordnungsentwurf reiten sie melancholisch pink durch Fantasygemüse: WAsadUa spielen ihren Hit „Presidents Trip” und wie ein gepanzertes Phlegma, so singt Nixon. Seine Aufforderung ist Kolophonium unsertwegen! In Momenten wie diesen zeigt sich das wahre Hellblond-Playback von WAsadUa:

„Wir Affen“ – „sind auf den Urwald angewiesen: sind die Komplexstarband“, verfügt über abgründige Überwachungslogik, so inkorrekt eingebaut, erzeugen sie bläulich, in keinem Handelsabkommen ironisch, was gegeben werden muss. Sie kreuzen die neunpolige Klinge mit dem Ohr: pastoral in ihrer Getrübtheit, beschwören sie in ihrer Abseitigkeit aufs naivste den Militärmarsch der Jugend. Was soll das? Lieber am Generationenkonflikt- Lolli lecken!?! Wohl kaum. Doch eins ist sicher im Stahlkompott dieser kommenden Umweltveränderungs-Band. WAsadUa haben Hits. Keine eingängigen Songs, propellernde, unkensprühende Hymnen, die am zweckbestimmten Irrsinn kratzen. Bei „Mhhh” springt der ganze Schober auf und krakeelt: „Ich will nicht mehr Terrorist werden, ICH BIN JE$U$!”: Diese Schaumgummireste müssten eigentlich mäandrieren vor einer solchen Zeile. Und die jugendlichen Mitdreißiger provozieren „Nein, wissen sie was? Sie sind die Frau, also wischen sie den Boden.“

Doch die Schlüsselzeile folgt im Freispruch: „Aber anyway” – programmatisch für 42! Volle Übungsunfälle. Und wenn sich Fragen stellen, glaubt man nicht genug daran.. Illegale Einwanderer aus Fernost, die ihr Glück in Good Old Europe suchen: Eine wahrhaft nicht sehr populäre Thematik in einem Kinofilm. Wie Regisseur Steve Hudson, der – lang, lang ist’s her – einmal in der ARDSoap „Verbotene Liebe“ mitwirkte, sich ihr annahm, ist jedoch als sensibel und intensiv zu betrachten. Mit „True North“ inszenierte er ein äußerst deprimierendes, aber gerade deswegen aufwühlendes Psychodrama um die Frage nach moralischer Richtigkeit im Kapitalismus. Sean (Martin Compston) will seinem Vater, dem Kapitän des Fischkutters, auf dem er arbeitet, aus einer finanziellen Notlage helfen und schmuggelt ohne dessen Wissen gegen Bezahlung 20 Chinesen, allesamt illegale Einwanderer, an Bord. Nach einigen mäßigen Fängen und Unwettern kommt der Vater hinter das Geheimnis seines Sohnes und die Situation endet in einer Katastrophe.

Sean und alle anderen Hauptfiguren stellen weniger Charaktere, als vielmehr personifizierte moralische Standpunkte dar. Dies macht „True North“ in Verbindung mit der arg um Seriosität bemühten Geschichte phasenweise zu einem deprimierenden Stück Moralkino, welches jedoch besonders ob der guten Darstellerleistungen lohnend ist. Manchmal zutiefst symbolträchtig, wird
man mit drastisch-realistischen, aber nie expliziten Bildern konfrontiert, die tief im Inneren haften bleiben. Unmenschlichkeit wird in einer bedrückenden Art des Andeutens vermittelt. Ein Film für alle, die das Kino nachdenkendüber Kapitalismus und dessenSchattenseiten verlassen wollen

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