Italienisch Lernen – ogni volta diverso
Das hörte sich gut an: ein mehrtägiges Seminar Ende September in Italien, 2 Studenten sollten die Universität Jena dort vertreten. Italienisch – Kenntnisse vorausgesetzt und das Potential zum Vertiefen der Sprache garantiert.
Am liebsten würden wir an dieser Stelle nur seitenweise Fotos zeigen, die für sich sprechen.
Der sechstägige Aufenthalt in einer Traumvilla am Ufer des Lago di Como in Italien hatte eigentlich alles, was man sich so für seinen Spätsommer – Urlaub wünscht, mit all dem südländischem Flair, und der Postkartenromantik und den netten Italienern……
Aber halt: welche Universität schickt schon ihre Studenten in die Ferien gen Süden?! Zur Entlastung der überfüllten Seminare und Vorlesungen wäre es sicher eine eher bedenkliche Alternative, doch der Lehrstuhl für Interkulturelle Wirtschaftskommunikation an der Friedrich Schiller Universität in Jena verbindet den Aufenthalt seiner Studenten im Ausland natürlich am liebsten mit einem interkulturellen Seminar.
Und so fanden wir uns also nach zehnstündiger Autofahrt durch Süddeutschland, die Schweiz und entlang am Luganer See in einem Seminarzentrum oberhalb des verschlafenen Ferienorts Menaggio wieder.
Dieses Fleckchen besitzt ein ganz besonderes Flair. Beim Blick über das Gelände der Villa hinunter zum Comer See fühlten wir uns fast wie abgeschieden vom Rest der Welt – nachdem Tags zuvor ein umgefallener Baum in der Schweiz das italienische Energienetz außer Kraft gesetzt hatte. Doch in der Villa Vigoni funktionierte außer dem Internet schon wieder alles, wie wir schnell feststellten. Und wegen der niedrigen Temperaturen wurden trotz strenger Auflagen schon am zweiten Seminartag die Zimmer geheizt.
Die Zimmerverteilung und der Informationsfluss an die Teilnehmer waren vorbildlich organisiert und die Mitarbeiter sehr zuvorkommend. Ihnen gebührt auf jeden Fall ein dickes Kompliment aus der „deutschen Servicewüste“. Die Unterbringung in Doppelzimmern mit je einem Italiener und einem Deutschen war clever gelöst. So konnten wir insgesamt nicht nur unseren italienischen Fachwortschatz beim Seminar gewaltig aufbessern, sondern auch ganz nebenbei die Grundkenntnisse der Konversation. Diese waren schon am ersten Abend beim Begrüßungscocktail und anschließendem 4-Gänge-Menü im Statuensaal der Villa Vigoni gefordert. Hier wurden wir mit der Geschichte des Anwesens näher bekannt gemacht und bei der Gelegenheit auch gleich mit den anderen Seminarteilnehmern.
Die anfängliche Ungewissheit, wie man sich wohl während des Fachseminars zu „Demographie und wirtschaftliche Entwicklung“ sprachlich verständigen würde, konnte am nächsten Morgen beim Eröffnungsvortrag zerstreut werden. Der Seminarleiter sprach deutsch mit Unterstützung einer italienischen PowerPoint-Präsentation. Die italienischen Teilnehmer lobten zudem die deutschen Professoren, die viel lebhafter und anschaulicher referierten als ihre italienischen Kollegen. Wir staunten nicht schlecht: ausgestattet mit dem Wissen aus Lehrbüchern zu Stereotypen über den italienischen Kommunikationsstil wurden wir vor Ort belehrt, dass alles in Wirklichkeit ganz anders ist. Man muss Italien eben selbst erlebt haben, eh!
Zwischen den sich einander ablösenden deutschen und italienischen Vorträgen gab es anregende Diskussionsrunden. Ganz außergewöhnlich war die Art der Verständigung: jeder Sprecher brachte seinen Beitrag in der Muttersprache ein, so dass ständig zwischen den beiden Sprachen gewechselt wurde. Auf diese Weise konnte jeder die richtigen Wörter und Fachbegriffe finden und die anderen verstanden genug, um antworten zu können. Ein super Beispiel für interkulturelle Verständigung finden wir.
Zu dieser Verständigung trug auch wesentlich der Abschlussabend bei, den alle Seminarteilnehmer gemeinsam organisierten. Nach einem leckeren Menü hatten wir bei Musik und Wein jede Menge Möglichkeiten, persönlicher Kontakte zu knüpfen, welche über das Seminar hinausreichen. Außerdem bekamen wir viele Tipps zum Studium in Italien, tanzten zu Italo-Pop und erlebten die italienischen signori von ihrer besten Seite.
Die Villa Vigoni
Im Februar 1983 vermachte Don Ignazio Vigoni Medici di Marignano als letzter, selbst kinderloser Nachkomme einer wohlhabenden deutsch-italienischen Familie der Bundesrepublik Deutschland seinen Besitz am Comer See. Deutschland und Italien haben hier gemeinsam ein Kulturzentrum und Dialogforum geschaffen: 1986 entstand der deutsch-italienische Verein Villa Vigoni e.V., der Tagungen, Seminare und Kulturveranstaltungen organisiert. Auf diese Weise erfüllt die Villa Vigoni den testamentarischen Wunsch von Don Ignazio Vigoni.
In der Villa Vigoni fügt sich die moderne Ausstattung des Tagungszentrums in das historische Ambiente, das ganz im Zeichen der europäischen Kulturtradition von Goethe und Manzoni steht. So bietet sich ein außergewöhnlicher, eindrucksvoller Rahmen für die politischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen.
Die deutsch-italienische Zusammenarbeit steht dabei im Vordergrund, wird aber ausdrücklich als Teil des europäischen Einigungsprozesses verstanden. Anlässlich des Besuchs von Bundespräsident Johannes Rau und Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi am 18. April 2002 wurde die Rolle des Zentrums als Forum der europäischen öffentlichen Meinung und als centre of excellence für die deutsch-italienischen Beziehungen noch einmal bestätigt.
Die grandiose Landschaft, die Schönheit und Bedeutung der Villen, die Geschichte der Familien, die hier gelebt haben, sowie der Wert und Umfang ihrer Kunstsammlungen machen das Deutsch-Italienische Zentrum Villa Vigoni zu einer der schönsten Tagungsstätten in Europa.
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Italienisch lernen muss man nicht in Firenze, das ist angeberisch, sondern in Brixen in Alto Adige. ,Andreas Hofer lernt Italienisch und wir mit ihm
Wie man eine Fremdsprache in full immersion lernt, ohne auf die Errungenschaften der mitteleuropäischen Zivilisation wie Schnitzel, 16er Blech, Lederhose und Jazz Gitti verzichten zu müssen erfahren Sie auf meiner Homepage
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