Herr Lehmann Regie: Leander Haußmann, 2003
www.herr-lehmann.de
Kreuzberg kurz vor der Wende. In der einzigen Kolonie der BRD, Westberlin, lebt Herr Lehmann (Deutschlands MTV-Jackass Christian Ulmen) als Wirt und Gelegenheitsphilosoph von Bier zu Bier. Im Lokal seines Kumpels und Künstlers Karl (Detlev Buck) lernt der Schweinebraten-Liebhaber die Köchin Katrin (Katja Danowski) kennen und bald darauf lieben. Zusammen mit dem neurotischen Kneipier Erwin (Hartmut Lange) und Kristall-Rainer (Janek Rieke) ziehen die drei Gestalten Nacht für Nacht durch alle Szenekneipen der Großstadt. Zufällig landen sie zum Beispiel auch eines Abends in der Homo-Kneipe “Blase”. Der Inhaber ist aber von den “Heten” weniger angetan und bittet sie das Lokal zu verlassen. Nach einer kurzen Meinungsverschiedenheit und Prügelei zwischen Herrn Lehmann und der “Lederuschi” (Karsten Speck, sehr lebensecht) tun sie das dann auch. Nachdem sich dann herausstellt, dass Katrin von Kristall-Rainer gebügelt wird und Karl nach drei schlaflosen Nächten einen kompletten Nervenzusammenbruch hat und auf einmal die Mauer offen ist, denkt Herr Lehman zum ersten mal übers Erwachsenwerden nach.
Nach dem gleichnamigen Bestseller von Element-of-Crime-Sänger Sven Regener inszenierte “Sonnenallee”-Regisseur Leander Haußmann eine skurrile Liebesgeschichte in der kindgebliebenen Alkoholgesellschaft. Eine Riege von hervorragenden deutschen Schauspielern, angeführt von Christian Ulmen, lässt die Boje/Buck-Produktion glänzen und die Zuschauer lachen und weinen. Lustige Wortschlachten & ein guter Soundtrack mit Songs von Ween, Cake, Calexico, Element of Crime und anderen Szenekünstlern tun ihr Übriges. Unbedingt ansehen.
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