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Guter Hoffnung zurück in die alte Heimat Südafrika von Johannesburg bis Cape Town

5 November 2003 633 views No Comment

Was habt Ihr in eurem Urlaub gemacht? Wir sind zu neunt nach Südafrika geflogen!*
Unsere Reise fing in Johannesburg an, der bei weitem größten Stadt des Landes. Ihre Gründung verdankt die Stadt dem Gold-fund zweier Engländer im Jahr 1886. Später erwies es sich, dass die beiden “Gold-gräber” auf das größte Goldvorkommen der Welt gestoßen waren. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass das Edelmetall der Stadt den Beinamen „Egoli“ – „Stadt des Goldes“ – einbrachte. Dass Johannesburg nicht die Hauptstadt des Landes ist, fügt der Attraktivität der Stadt keinen Schaden zu, lebt sie doch ihre Jugendlichkeit in und mit den zahlreichen Discos, Kneipen, Restaurants und Kasinos aus.
Am besten bewegt man sich in Südafrika mit einem Auto, und so ging die Reise von Johannesburg aus mit einem Minivan weiter. Ein VW-Bus mit An-hänger war für die nächsten Wochen unser mobiles „Zu-Hause“. Unsere erste Übernachtung ver-brachten wir in Pilgrim’s Rest, einem kleinen Dorf, welches sich ebenso des Goldwahns wegen gebil-det hatte. In Pilgrim’s Rest lohnt sich ein Spaziergang schon allein wegen seines gut erhaltenen Strassenbildes. Ein absolutes Muss beim Schlendern durch den Ort ist auch der Besuch des Friedhofs mit dem be-kannten „Robber’s Grave“.
Für die Nacht schlugen wir unsere Zelte an einem Fluss auf. Unsere Zelt-spitzen, so glaubten wir, berührten in der Nacht den Sternenhimmel, denn zum Greifen nah schienen uns die Milchstraße und das Kreuz des Südens.
Von Pilgrim’s Rest ging es mit einigen Zwischenstopps weiter in Richtung “Krueger National Park”. Halt machten wir am God’s Window, welches einen spektakulären Blick von der Hochebene nach Osten Richtung Krueger Park und Mozambique bietet. Weiter ging es vorbei an den Bourke’s Luck Potholes, dem Blyde River Canyon und an den Three Rondavels, einer riesigen, von drei Bergen umfassten Schlucht, die ein einzigartiges Naturwunder darstellt.

Größer als die Schweiz

Willkommen im “Krueger Park”! Dieser Naturpark ist größer als die Schweiz, und anders als in der Alpenrepublik begegnet man hier den Tieren in deren natürlichen Umgebung. Ein Rendezvous mit den „Big Five“ Afrikas – Löwen, Elefanten, Büffel, Leoparden und Rhinozerosse – ist hier selbstredend möglich. Aber auch Giraf-fen, Geparden, Hyänen und so weiter lassen sich (fast) haut-nah erleben. Dies alles in einer Land-schaft wie sie nirgendwo in Europa zu finden ist.
Weiter ging die Reise entlang der Grenze zu Swaziland – vorbei an kleinen Dör-fern mit Lehm- und Strohdachhütten und durch Tannenwälder – bis wir an den Indischen Ozean gelangten. Dieses Mal schlugen wir unsere Zelte im tropischen Urwald bei St. Lucia auf, einer Flussmündung mit einem sich anschliessenden Sumpfgebiet, welches die Heimat von tausenden Flusspferden und Krokodilen ist.

Blick in den Haimagen gefällig?

Wer schon immer wissen wollte, was Haie alles fressen, wird seine Neugier stillen können, indem er an der Kwa-Zulu Natal-Küste bis Umhlanga fährt und dem “Natal Sharks Board” einen Besuch abstattet. Denn dort werden Haie extra für Touristen gefangen, präsentiert und (Sorry, liebe Tierschützer!) aufgeschnitten.
Wer sich den Einblick in einen Haimagen nicht gönnen will, fährt lieber gleich weiter: Vorbei an Durban, der Hauptstadt von Natal, bis ans Ost Kap. Am Hole-in-the-Wall läßt sich noch das ‚alte‘ Afrika erleben. Während der Zeit der Apartheid war diese Region den „Homelands“ zugeteilt worden, wo die schwarze Bevölkerung ohne staatliche Unterstützung existieren musste. Die Folgen der Apartheid lassen sich so auch heute noch auf dem Land an fehlendem Strom oder fließend Wasser ‚erleben‘. Trotzdem ist diese Region eine der schönsten Südafrikas. Es ist einfach zu erkennen, warum diese Strecke auch „Wild Coast“ genannt wird, wenn man einmal einen Blick über den Ozean und die angrenzende Steilküste geworfen hat.
Entlang der Garden Route von Grahamstown, über Port Elizabeth bis nach Plettenberg kommt man an der höchsten legalen Bungy-Sprungstelle der Welt, der Bloukrans Brücke, vorbei. Sie ist 216 Meter hoch, und beim Springen hat man einen traumhaften Blick auf die Berge und den Ozean zugleich! Weiterhin zu empfehlen ist ein Besuch des Stroms River Mouth, dessen Mündung durch eine lange Hängebrücke überspannt wird und von der sich ein schwindel-erregender Blick in eine dunkle, enge Schlucht bietet. Dort befindet sich eine Grotte, die früher von Buschmännern bewohnt wurde und in der sich sogar noch Steinzeichnungen finden lassen.
Von Plettenberg Bay fuhren wir ein wenig ins Landesinnere. Sobald man die Berge überquert hat verändert sich die Landschaft dramatisch. Keine Wälder! Keine Gräser! Auf einmal ist man in einer Halbwüste aus Stein und Wüstensträuchern.
Bei Oudtshoorn besuchten wir eine Straussenfarm, wo das Reiten dieser Riesenvögel möglich ist, was aber sehr gewöhnungsbedürftig war. Es folgte noch ein kurzer Aufenthalt an den Cango Caves, den größten Tropfsteinhöhlen Südafrikas. Danach waren wir bereit für Cape Town (Kapstadt).

Kapstadt: einfach umwerfend

Cape Town und Umgebung ist umwerfend! Um nur einige der unzähligen Sehenswürdigkeiten zu nennen: Cape Point, zwar nicht der südlichste Punkt Afrikas, jedoch wunderschön; Simonstown, Pinguine in freier Wildbahn; Hermanus, jährlicher Paarungsplatz hunderter Wale; Stellenbosch, Franschhoek und Paarl, die Weinregionen Südafrikas, welche sich 50 km außerhalb Cape Towns befinden (hier sollte man natürlich mindestens einen Tag einplanen, denn nach ein paar Weinverkostungen ist das Fahren nicht mehr wirklich drin); Robben Island mit dem Gefängnis, in dem Nelson Mandela die längste Zeit seiner Inhaftierung verbringen musste; Tafel Berg, er läßt sich mit der Seilbahn erobern und bietet, einmal oben angekommen, einen Blick über Kapstadt.
Von Cape Town aus ging es weiter entlang der Westküste nach Citrusdal, wo heiße Quellen eine herrliche Entspannung bieten. Die umliegenden Cedarbergen bieten zudem viele Wandermöglichkeiten.
Weiter Richtung Norden, fast an der Grenze zu Namibia, gelangt man nach Springbok. Dies ist das Herz von Namaqualand. Im Frühling verwandelt sich diese Wüstenlandschaft in ein Blumenmeer. Auch wenn diese Pracht ab und zu wegen Dürre ausfällt, wie es leider bei uns der Fall war, ist die Umgebung trotzdem faszinierend. Trockene Hügel mit riesigen Felsen, begrünt von den außergewöhnlichen Köcherbäumen.
Bei Augrabies findet man den größten Wasserfall Südafrikas. Der Orange River fällt hier 191 Meter in eine Schlucht, die sich über 18 Kilometer erstreckt und teilweise 240 Meter tief ist.

Achtung! Agressive Paviane

Von den Augrabies Fällen aus ging es für uns auf schnurgeraden Straßen weiter durch die Wüste. Dass wir beim 50 km geradeaus fahren nicht wahnsinnig geworden sind, ver-danken wir der Begegnung mit ein paar Schafen und Riesenkolonien der Siedelweber. Das Ziel dieser Fahrt durch die Einöde, vorbei an der Diamantenstadt Kimberley und Bloemfontein, war an diesem Abend das Golden Gate. Dieses Naturwunder aus mächtigen Felswänden aus Sandstein, liegt an der Grenze zu Lesotho, im Vorgebirge des Drakensberg. Unsere Ankunft bei untergehender Sonne verlieh den Felsen eine grelle goldene Farbe und läutete das Ende unserer Südafrikareise ein.
Vor der Heimreise machten wir noch einen letzten Stopp in den mächtigen Drakensbergen, die sich bis zu 3282 Meter erheben. Am Fuß des Amphitheaters machten wir Rast und überblickten die großflächige Wanderlanderschaft. Fühlt man sich an einem der friedlichsten Punkte der Welt, so sollte man sich vor den leicht aggressiven Pavianen auf jeden Fall in Acht nehmen! Es war schön wieder einmal in der Heimat gewesen zu sein. Nachahmern sei empfohlen: Nehmt euch Zeit, es gibt viel zu erleben!’, ‘Welt’, 1, ’20031105225810′, ‘Johannesburg’, ‘UNIQUE’, ’3′, ’3′, ’1′, ‘deutsch’, ‘redaktion@unique-online.de’, ”, 0),

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