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Filmrezension: “True North” – Regie: Steve Hudson, D/GB 08, Alpha Medienkontor, 92min.

21 Juni 2008 No Comment

von Lutz

Illegale Einwanderer aus Fernost, die ihr Glück in Good Old Europe suchen: Eine wahrhaft nicht sehr populäre Thematik in einem Kinofilm. Wie Regisseur Steve Hudson, der – lang, lang ist’s her – einmal in der ARDSoap „Verbotene Liebe“ mitwirkte, sich ihr annahm, ist jedoch als sensibel und intensiv zu betrachten. Mit „True North“ inszenierte er ein äußerst deprimierendes, aber gerade deswegen aufwühlendes Psychodrama um die Frage nach moralischer Richtigkeit im Kapitalismus.

Sean (Martin Compston) will seinem Vater, dem Kapitän des Fischkutters, auf dem er arbeitet, aus einer finanziellen Notlage helfen und schmuggelt ohne dessen Wissen gegen Bezahlung 20 Chinesen, allesamt illegale Einwanderer, an Bord. Nach einigen mäßigen Fängen und Unwettern kommt der Vater hinter das Geheimnis seines Sohnes und die Situation
endet in einer Katastrophe. Sean und alle anderen Hauptfiguren stellen weniger Charaktere, als vielmehr personifizierte moralische Standpunkte dar. Dies macht „True North“ in Verbindung mit der arg um Seriosität bemühten Geschichte phasenweise zu einem deprimierenden Stück Moralkino, welches jedoch besonders ob der guten Darstellerleistungen lohnend ist. Manchmal zutiefst symbolträchtig, wird man mit drastisch-realistischen, aber nie expliziten Bildern konfrontiert, die tief
im Inneren haften bleiben. Unmenschlichkeit wird in einer bedrückenden Art des Andeutens vermittelt. Ein Film für alle, die das Kino nachdenkend über Kapitalismus und dessen Schattenseiten verlassen wollen.

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