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Filmrezension: Code 46

12 Januar 2010 No Comment

„In der Zukunft wird Liebe zur Gefahr“, lautet die Werbezeile auf dem deutschen DVD-Cover. Und tatsächlich ist die futuristische Welt in „Code 46“ eine ziemlich bedrohliche: Mit ihren modernen Architekturen und den vielen Science-, aber wenig Fiction-Elementen ähnelt sie der heutigen zumindest im Aussehen der öffentlichen Plätze und Einrichtungen verdächtig.

von LuGr

Der Plot: Durch Papeles, eine Art Visum, sind die Menschen in der innerstädtischen Metropole von jenen in der außerstädtischen Wüste abgetrennt, wird eine Zweiklassen-Gesellschaft geschaffen. Ein Gesetz namens „Code 46“ reguliert die menschliche Fortpflanzung: Ein Paar, dessen DNA eine mindestens 25%-ige Ähnlichkeit aufweist, darf keine Nachkommen haben. Eine Regelung, die angesichts ausgereizter gentechnischer Methoden wie Klonen und In-vitro-Fertilisation durchaus sinnvoll erscheint – natürliche Zeugungen scheinen in dieser Welt ohnehin nur noch selten vorzukommen.

Als Diener dieses Systems soll William (Tim Robbins) in Shanghai einen Betrugsfall mit gefälschten Papeles untersuchen. Schnell ist die Täterin ausfindig gemacht und Maria (Samantha Morton) überführt. Doch William verliebt sich in die schöne Unbekannte, nicht ahnend, dass es sich bei ihr um einen Klon seiner eigenen Mutter handelt.

Der Independent-Film, der in seiner Thematik und der emotionalen Distanz zu seinen Figuren durchaus Analogien zu „Gattaca“ aufweist und daran anknüpft, erzählt die klassische Geschichte des Königs Ödipus unter modernen Prädispositionen. Es mag daher verwundern, dass die Science-Fiction-Romanze aufgrund mangelnder Identifikation mit ihren Figuren und einigen interessanten, aber unerklärten Gegebenheiten aus dieser nahen Zukunftswelt (z.B. die Verkehrssprache aus Elementen des Französischem, Spanischen, Arabischen und Mandarin) nicht wirklich mitzureißen vermag. Die scheinbar nur aus Fassaden bestehende Welt in „Code 46“ ist interessant, blieb mir aufgrund der oben genannten Punkte aber fremd.

Großbritannien 2003, Regie: Michael Winterbottom, 89 Min., Revolution Films

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