Eine andere Welt ist möglich – attac trägt seinen Teil dazu bei. Hier an der FSU.
Noch ist die letzte WTO-Ministerkonferenz in Cancún kaum einen Monat alt, und noch immer wird über das Scheitern dieses Treffens debattiert. Was ist passiert? Wieso schaffen es zig-dutzend „Handelexperten” aus über 150 Ländern der Welt nicht, ein vernünftiges Handelssystem zu errichten?
Nun ist Jena nicht Cancún und auch nicht Seattle, doch Globalisierung wäre nicht Globalisierung wenn sich nicht weltweit Menschen mit den dadurch entstehenden Prozessen, Vorteilen und Schwierigkeiten befassen würden. Attac ist nur eine von vielen Gruppen, die kritisch auf das Treiben der großen Finanz- und Handelselite schaut, diese bewertet und sich für eine Verbesserung der Verhältnisse engagiert. Als globales Netzwerk mit mittlerweile über 100.000 Mitgliedern in über 50 Ländern hat sich attac doch schon einen gewissen Namen verschafft und kann in vielen Teilen der Welt nicht mehr überhört werden. Tendenz: lauter werdend.
Was sind das für Verhältnisse, die auch Leute in Jena an einen Tisch bringen, um sich neben Scheinen, Zwischenprüfungen und Büroöffnungszeiten über das Leben und Treiben kleiner thailändischer Bauern Gedanken zu machen? Um nur ein paar wenige zu nennen:
* Nicht der reiche Norden finanziert den armen Süden, sondern umgekehrt: Summiert man alle Kreditflüsse, fließt unterm Strich Geld von Süd nach Nord – seit 18 Jahren. 1999 erreichte der Nettokapitaltransfer von Süd nach Nord einen absoluten Rekord von 114,6 Milliarden US-Dollar.
* Die Einkommensschere zwischen dem Fünftel der Menschheit, das in den reichsten Ländern lebt, und dem in den Ärmsten, hat sich seit 1960 von 30:1 auf 74:1 vergrößert.
* 70% der Armen weltweit sind Frauen. Sie beziehen 10% aller Einkommen weltweit und besitzen 1% des globalen Vermögens und verrichten über 70% der unbezahlten Arbeit. 2/3 der weltweit 876 Millionen AnalphabetInnen sind Frauen. Eine Verringerung dieser Zahl wird in den nächsten 20 Jahren nicht erwartet.
Dies sind keine Zahlen der attac-Hochschulgruppe Jena, sondern zu finden auf den Homepages von Weltbank und UNO.
Die attac-Hochschulgruppe Jena befasst sich mit eben solchen Problemen. Ihre Wurzeln finden sie in WTO-Abkommen wie GATS oder TRIPS, in Agrarsubventionen der Länder der Ersten Welt, in einem verkappten Währungssystem, in „Entwicklungshilfe” usw. Wir sind keine radikalen Steinewerfer, auch keine Globalisierungsgegner, sondern vielmehr Globalisierungskritiker. In erster Linie ist es unser Ziel, uns über Institutionen, Tatsachen, Durchführungen und Auswirkungen der Globalisierung zu informieren, um dies dann in verschiedenen Formen zu veröffentlichen. Dazu haben wir uns Ende Oktober zusammen mit der Süd-Nord-AG in verschiedene Arbeitsgruppen aufgeteilt.
Wenn du Lust hast mehr zu erfahren, dann laden wir dich herzlich ein, bei uns vorbeizuschauen: dienstags um 20.00 Uhr im Int.Ro (Carl-Zeiss-Strasse 3, Raum E 54, hinter der Cafeteria links).
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