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Die andere Meinung … Über den (Un)sinn des Patriotismus

15 Juli 2009 265 views No Comment

von Frank

Man kann die Uhr danach stellen, denn alle zwei Jahre geht es los: Im wahrsten Sinne des Wortes Flagge zeigen, „unsere“ Mannschaft unterstützen, wenn „wir“ gegen England oder Liechtenstein auf dem Platz stehen (wobei etwa 99,8 Prozent des „Wir“ keinen Fuß auf dem Rasen haben). Keine Frage, Solidarität ist ein hohes Gut! Aber in diesem Fall: Mit wem eigentlich? Und für wie lange? Bis „wir“ das erste Spiel verlieren?

Nun, spätestens wenn der Alltag die Bundesbürger wieder hat, zeigt sich oft, dass es mit der Solidarität gegenüber dem eigenen Land so weit dann doch nicht her sein kann. Dabei ist mehr als fraglich, ob man auf so etwas wie ein Land überhaupt „stolz“ sein kann, ob die Möglichkeit besteht, Stolz für etwas zu empfinden, das man nicht selbst geschaffen hat. Und ungeachtet dessen, welcher Landsmann das von sich behauptet: Führt es nicht zwangsläufig zur Überhöhung der eigenen Lebensart über die der anderen?
Gesetzt den Fall, es wäre möglich: Was ist mit „unseren“ Errungenschaften? Luther, Goethe, Einstein und so viele andere – ist das nichts, auf das man stolz sein kann? Hier kommt das ins Spiel, was ich gern „Geschichtsbewusstsein à la carte“ nennen möchte. Fleißig beruft man sich auf das geistige und kulturelle Erbe vergangener Generationen, außer, es fällt aus dem goldglänzenden Rahmen der gern erinnerten Geschichte deutscher Großtaten heraus. Dann muss man „die Vergangenheit“ auch mal „ruhen lassen“. Aber eben nur die negative, versteht sich. Das ist mindestens inkonsequent, vielleicht sogar trügerisch.
In jedem Fall macht man es sich damit zu einfach, denn wenn man sich schon auf „deutsche Traditionen“ beruft, dann doch bitte schön nicht nur auf „Faust“, sondern auch auf „Mein Kampf“.

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