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Blutige Erdbeeren Filmrezension

11 Mai 2004 696 views No Comment

Stuart Hagmans Film atmet den politischen, moralischen und musikalischen Duft seiner Zeit: Studentenrevolte in den USA und das oft brutale Vorgehen der Staatsmacht gegen sie. Sommer 68: Knapp 35 Jahre ist dieser Film alt und seine Thematik ist nun gerade wieder aktuell geworden: Überall in Deutschland protestieren und demonstrieren Studenten gegen die Hochschulpolitik der Regierung. Im Film ist es Simon, Student an einer fiktiven Western-University in Kalifornien, der mit fürchterlichem Pilzkopf-Haarschnitt und dicker Brille durchs Leben tänzelt, wie ein Kind durch Disneyland. Seine Freizeit verbringt er im Ruderclub, in dem politisches Desinteresse vorherrscht. Stattdessen sind Frauen das verherrschende Konversationsthema und als Grünschnabel Simon vernimmt, in der studentisch besetzten Uni wimmele es nur so von hübschen, couragierten Damen, sieht er sich – just for fun – die Sache einmal an. Mit seiner Partnerin Linda tritt die Politik und damit der Zeitgeist der 68-er in Simons Leben. Sie, eine glühende Anhängerin Che Guevaras verkörpert den neuen Frauentyp des Westens: Engagiert, mutig und emanzipiert. Von ihr lernt Simon, was freie Liebe heißt und warum man etwas gegen Nixon und den Vietnamkrieg unternehmen muss.
Die Studenten von damals sind mit ihren Ideen letztlich gescheitert, aber sie haben den nachfolgenden Generationen doch eine ganze Menge Reformen und- guter Songs hinterlassen. Denn ohne den richtigen Sound keine Revolution, im Film unter anderem: “Give Peace a Chance”, “Long Time Gone”, “Something in the Air” – eine Musik, eine Idee, eine Generation.

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