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Bis uns das Licht vertreibt

28 Juli 2018 No Comment

Foto: © Robin Zurwieden

Passend zu ihrem Geburtstag spielte Tocotronic letzten Freitagabend in der Kulturarena – und überzeugte dabei nicht nur die Fans.

von Robin

Tocotronic wird 25 – und das kann sich sehen lassen. Um den Geburtstag gebührend zu feiern, brachte die vierköpfige Band im Januar dieses Jahres ihr neues Album „Die Unendlichkeit“ heraus und starteten im März ihre Tour durch das Land, die sie nun auch in nach Jena in die Kulturarena führte. Vor ausverkauftem Haus und bei sengender Hitze überzeugten sie alte und junge Fans mit einer Vielzahl an neuen Songs. Denn auch das Album selbst beschäftigt sich mit der langen Vergangenheit der Hamburger Band. Kein Wunder – heißt ja auch einer ihrer neuen Songs „1993“. Im Februar schaffte es „Die Unendlichkeit“ sogar auf Platz eins der deutschen Albumcharts. Fast schon autobiografisch singt Frontsänger Dirk von Lowtzow von den Anfängen der Band, wie er als Student nach Hamburg kam und sich die das damalige Trio bildete. Das Konzert fing dabei mit recht ruhigen Songs an, aber steigerte sich im Verlauf der Show immer weiter und das wurde auch an der Stimmung des Publikums deutlich. Lauschte man zu Anfang noch gebannt den langsamen und Versen des Frontsängers, brachten später die rockigen Songs der Band das Publikum in den vorderen Reihen zum Tanzen. Dabei musste selbst der letzte Zuschauer hinten auf den Podesten mindestens mit dem Kopf im Takt wippen. Passend zur Stimmung packte die Band immer mal wieder älteren Kulthits aus wie z.B. „Hi Freaks“ oder „Kapitulation“. Tocotronic zeigte sich dabei wieder von der alten Seite. Immer wieder regte die Band die Zuschauer zum tanzen an.

Manche der älteren Zuschauer wussten es bereits, die jüngeren Fans hörten es dann nochmal während des Konzertes: Neben dem Geburtstag feierte die Band auch ein Wiedersehen mit Jena und der Kulturarena. Denn schon zu ihren Anfangszeiten war Tocotronic auf dem Spielplan der Arena zu finden. „Erinnerungen an die 90er Jahre habe ich keine mehr“, rief von Lowtzow zu Beginn des Konzertes in die Menge herein. Dabei sind es diese Eigenarten die die Band so sympathisch machen. Zwischendurch kam es dabei auch immer wieder zu Momenten bei denen gar nicht gesprochen wurde und sich die Musiker voll und ganz auf ihre Instrumente konzentrierten. Das Lichtspiel dazu tat sein übriges.

Doch trotz der schwülen Hitze und beinahe tropischen Temperaturen verlangten die Fans gleich nach zwei Zugaben. Man merkte: So richtig wollte keiner das Konzert zu Ende gehen lassen – weder die Fans noch die Band. Zu schön war einfach die musikalisch untermalte Poesie von Dirk von Lowtzow mit seiner wohlklingend tiefen Erzählerstimme, zu gut gelaunt und glücklich waren die Besucher der Show. Am Ende waren alle überzeugt und da darf man doch auf ein langes Bestehen der Band und auf viele folgende Alben hoffen.

 

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